12:20 20 November 2019
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    Ankunft des saudischen Königs Salman ibn Abd al-Aziz Al Saud nach Moskau

    Moskau-Besuch des saudischen Königs als Signal an sunnitische Welt

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    Russlands Präsident Wladimir Putin hat die Einladung des Königs von Saudi-Arabien, Salman ibn Abd al-Aziz Al Saud, zu einem offiziellen Besuch in sein Land angenommen. Eine wichtige politische Folge des Besuchs könnte die Milderung des Verhaltens der sunnitischen Welt zur russischen Außenpolitik sein, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Freitag.

    Nach den Verhandlungen in Moskau unterzeichneten die Seiten mehr als zehn Dokumente, darunter Kooperationsabkommen in Bereichen Kommunikation, Weltraum und Handel.

    Putin bezeichnete den Besuch des saudischen Königs als ein „bemerkenswertes Ereignis“ und drückte die Hoffnung aus, dass er ein guter Antrieb bei der Entwicklung der zwischenstaatlichen Beziehungen sein würde. Nach den Gesprächen wurden Abkommen im Rüstungsbereich geschlossen. Wie es auf der Kreml-Webseite heißt, haben Rosoboronexport und das Saudische Militär- und Industrieunternehmen ein Memorandum zu Kauf und Lokalisierung der Produktion von Militärerzeugnissen unterzeichnet. Darüber hinaus vereinbarten diese Unternehmen einen Vertrag zur Lizenz-Produktion von Kalaschnikow-Gewehren AK103 und verschiedenen Patronen.

    Der russische Staatschef und der saudische König zeigten außerdem übereinstimmende Positionen bei Fragen, die mit dem Terrorismus im Nahen Osten verbunden sind. König Salman berichtete über die Initiative Riads zur Schaffung eines Internationalen Zentrums zum Kampf gegen Terrorbewegungen unter UN-Schirmherrschaft. „Beim Begreifen dieser riesengroßen Gefahr, die Terrorismus und Extremismus für die Sicherheit und Stabilität der Staaten und Völker darstellen, rief das Königreich zur Schaffung eines Internationalen Zentrums zum Kampf gegen Terrorismus unter Schirmherrschaft der Uno auf und stellte für die Finanzierung dieses Zentrums 110 Millionen Dollar bereit“, sagte Salman. Was die Syrien-Krise betrifft, sprach Riad von der notwendigen Suche nach einer politischen Lösung mit der Garantie der Aufrechterhaltung der „Sicherheit, Stabilität und Einheit“ Syriens.

    Im Bereich Investitionen wurde ebenfalls ein bedeutender Fortschritt erreicht. Beide Seiten schlossen eine Vereinbarung zur Schaffung eines Investitions- und Energiefonds im Wert von einer Milliarde Dollar, unter Teilnahme des Öffentlichen Investitionsfonds Saudi-Arabiens, des Nationalen Ölunternehmens Saudi Aramco und des Russischen Fonds für Direktinvestitionen. Darüber hinaus wurde ein Abkommen über Investitionen seitens des Öffentlichen Investitionsfonds Saudi-Arabiens zusammen mit dem Russischen Fonds für Direktinvestitionen in einer vereinigten Holding im Wert von bis zu 100 Millionen Dollar abgeschlossen. Zuvor wurde berichtet, dass die saudische Seite in mehr als 20 russische Projekte investieren will.

    Im Bereich globale Ölmärkte will Riad das positive Zusammenwirken mit Moskau aufrechterhalten. „Wir wollen die positive Kooperation zwischen unseren Ländern zum Erreichen der Stabilität auf den globalen Ölmärkten fortsetzen, was das Wachstum der globalen Wirtschaft fördert“, sagte der saudische König. Ihm zufolge ist die Übereinstimmung der Ansichten zu vielen regionalen und internationalen Problemen ein wichtiges Merkmal der Beziehungen Russlands und Saudi-Arabiens. „Es wird die Koordinierung fortgesetzt, was die Festigung der Sicherheit und Prosperität unserer Staaten bei allen Fragen fördert, die dem internationalen Frieden und der Sicherheit dienen“, so der saudische König.

    Der Besuch von König Salman in Moskau kann die Wahrnehmung der russischen Außenpolitik im Nahen Osten durch die sunnitische Welt verändern. Bekannt ist, dass die Militärkampagne Russlands in Syrien, die de jure auf den Kampf gegen die Dschihadisten gerichtet ist, de facto aber die Positionen von Damaskus gefestigt hat, was zum Reizfaktor für den sunnitischen Teil der arabischen Welt wurde.

    „Von einem bedeutenden Teil der Bevölkerung der arabischen Welt wurde Russland als Staat wahrgenommen, der zur schiitischen Minderheit neigt, weil es gute Beziehungen zum Iran hat und jene kritisiert, die die syrische Opposition unterstützen und gegen Assad protestieren“, sagte der Orientalist Vitali Naumkin. „Dass der Anführer dieses Landes, das als Symbol der sunnitischen Welt wahrgenommen wird, nach Moskau kommt, bedeutet, dass Russland ein ernsthafter Akteur in der muslimischen Welt ist“, so der Experte.

    Dem Experten zufolge könnte die sunnitische Welt ihr Verhalten zum außenpolitischen Kurs des Kremls mildern. Russland sei ebenfalls bereit, seine Nahostpolitik an die Bedürfnisse der neuen Partner anzupassen. Das werde im Nahen Osten auch sehr gut verstanden, so der Experte.

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    Tags:
    Terrorbekämpfung, Ölförderung, Energiebereich, Zusammenarbeit, Moskau-Besuch, UN, Salman ibn Abd al-Aziz, Wladimir Putin, Russland, Saudi-Arabien