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01:33 16 Oktober 2019
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    Ankunft von US-Kriegsschiffen nach südkoreanischen Hafen Busan (Archivbild)

    Amerikanisch-südkoreanische Manöver könnten Nordkorea provozieren

    © Foto: DoD/ U.S. Navy/ Mass Communication Specialist 1st Class Bobbie G. Attaway
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    Heute beginnen gemeinsame Marinemanöver der USA und Südkoreas nahe der koreanischen Halbinsel. Das Pentagon verlegte dorthin einen Flugzeugträger und ein Atom-U-Boot und wird Bomber schicken, die mit den Fliegerkräften des Verbündeten zusammenwirken werden, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Montag.

    Experten zufolge besteht die Gefahr solcher Übungen darin, dass Pjöngjang sie als Vorbereitung eines Krieges betrachten könnte. US-Satelliten fixierten die Bewegung von Technik nahe der Raketenstützpunkte Nordkoreas.

    Selbst die südkoreanische Presse befürchtet, dass die Konzentration des US-Militärs vor der koreanischen Halbinsel die Spannung weiterhin erhöhen könnte. Die Zeitung „Korea Times“ berichtet, dass eine Angriffsgruppe, die den nukleargetriebenen Flugzeugträger „Ronald Reagan“ begleitet, in südkoreanisches Gewässer einfahren wird. Er wird 70 Flugzeuge tragen, u. a. F/A-18 Super Hornet, EA/18G Growler und E-2 Hawkeye.

    Östlich der Halbinsel werden sich der US-Gruppe 70 südkoreanische Schiffe anschließen. Westlich von der Halbinsel sollen US-Spezialeinheiten auf einem U-Boot landen, das zur Gruppe des Flugzeugträgers „Ronald Reagan“ gehört, und an einem Übungsangriff auf Nordkorea teilnehmen.

    Ein Teil der US-Kräfte traf in Südkorea vor Beginn der Übungen ein. Das ist unter anderem das Atom-U-Boot „Michigan“. Von diesem U-Boot können Tomahawk-Raketen gestartet werden, die Angriffe gegen Militärobjekte Nordkoreas versetzen würden.

    Während die USA und ihre Verbündeten die Kräfte nahe Nordkorea verstärken, schaute Nordkorea ebenfalls nicht tatenlos zu. Laut US-Satelliten verließen mehrere LKW Hangars, wo sich Startanlagen befinden könnten. Es werden Vermutungen geäußert, dass Nordkorea seine Drohungen wahrmachen und eine Rakete auf die Guam-Insel abfeuern könnte.

    Wie jedoch ein US-Offizier sagte, gab es solche Bewegungen nordkoreanischer Objekte auch Ende September: „Wir betrachten sie nicht als Beweis für den unvermeidlichen Start einer Interkontinentalrakete.“

    Die Zentrale Koreanische Nachrichtenagentur bezeichnete die beginnenden Manöver als „verantwortungslosen Akt von militärischen Wahnsinnigen“. Laut Shin Beomchul, Professor der Koreanischen Nationalen Diplomatischen Akademie in Seoul, versuchte Nordkorea früher die Situation nicht zu verschlechtern und vermied während Militärmanövern direkte Provokationen. Es gebe eine Variante, bei der Pjöngjang Tests von Kurzstreckenraketen durchführen wird, die nicht von den UN-Sanktionen betroffen sind.

    Experten zufolge würden die zehntägigen Manöver nicht zu einem direkten Konflikt beider Seiten führen. Allerdings könnte die Reise von US-Präsident Donald Trump im November in den Fernen Osten ein nächster Test für das Nervensystem der Politiker werden.

    Laut südkoreanischen Politologen wird Trump zur Politik seiner Vorgänger zurückkehren, die sich verpflichteten, die US-Verbündeten Südkorea und Japan unter den US-Atomschild zu nehmen. Also wird Trump versprechen, dass Atomwaffen ihre Sicherheit garantieren.

    Unklar bleibt die Frage, wie lange Nordkorea unter den Bedingungen der verschärften UN-Sanktionen und einseitiger US-Sanktionen weiter Raketen- und Atomwaffen ausbauen kann. Laut dem Orientalisten Alexander Woronzow kann Nordkorea länger durchhalten, als angenommen wird. „Nordkorea ist ein einmaliger Staat nicht nur aus Sicht seiner Ideologie, sondern auch aus Sicht der Wirtschaftsstruktur. Es strebte immer eine bestimmte Selbstständigkeit an. Es schuf einen vollen Industriezyklus, hat reiche Bodenschätze, außer fossilen Brennstoffen. Die Mobilmachung der Gesellschaft in Krisensituationen ermöglicht die Überwindung von Schwierigkeiten, die für die meisten Staaten einfach unüberwindbar wären.“ Das Land habe gelernt, unter den Bedingungen endloser Sanktionen zu leben, so der Experte.

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    Tags:
    Konflikt, Risiko, Provokation, Eskalation, Manöver, F/A-18E Super Hornet, USS Ronald Reagan, U.S. Navy, USA, Südkorea, Nordkorea