22:55 22 November 2017
SNA Radio
    Hauptquartier der US-Zeitung The New York Times

    US-Presse bringt Social Media-Accounts der Mitarbeiter unter Kontrolle

    CC BY 2.0 / Den DeLuca / New-York-Times-Building
    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    Nesawissimaja Gaseta
    0 479122

    Die politische Situation in den USA diktiert der schreibenden Zunft strikte Verhaltensregeln, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Dienstag.

    Eine der führenden US-Zeitungen, die „New York Times“, verschärft die Verhaltensregeln ihrer Mitarbeiter in den sozialen Netzwerken.

    „Neue Empfehlungen heben hervor, dass unsere Redaktion die wichtige Rolle, die soziale Netzwerke heute im Journalismus spielen, hoch einschätzt, doch auch die Journalisten dazu aufruft, sehr aufmerksam zu sein und die Äußerung von tendenziösen Meinungen zu vermeiden bzw. Fragen zu kommentieren, die NYT beleuchtet“, heißt es in der Zeitung.

    In den Anweisungen für die Mitarbeiter der „New York Times“ wird über die enorme Bedeutung der Arbeit der Journalisten in den sozialen Netzwerken geschrieben. „Unsere Reporter und Redakteure können ihre Arbeit fördern, Updates im Live-Format machen, Informationen sammeln und auswählen, mit Lesern zusammenwirken und mit neuen Formen experimentieren“, heißt es in der Redaktion der Zeitung. „Doch soziale Netzwerke tragen auch potentielle Risiken für NYT. Wenn bei unseren Journalisten eine Voreingenommenheit erkannt wird, bzw. wenn sie sich mit der Meinungsäußerung online befassen, kann das das Vertrauen zur ganzen Redaktion untergraben.“ Laut NYT werden den Journalisten stets solche Empfehlungen gegeben.

    „In Artikeln, die in sozialen Netzwerken veröffentlicht wurden, sollen unsere Journalisten nicht tendenziöse Meinungen äußern, politische Ideen fördern, Kandidaten unterstützen, beleidigende Kommentare schreiben bzw. etwas machen, was den Ruf der Journalisten untergräbt“, so die „NYT“. Die Zeitung warnt vor Stellungnahmen bei Fragen, die maximal objektiv beleuchtet werden sollen. „Diese Prinzipien dehnen sich auf alle in der Redaktion aus, darunter auf jene Personen, die nicht an der Beleuchtung der politischen Ereignisse teilnehmen“.

    An der Erstellung der Redaktionsrichtlinien beteiligten sich auch einfache Mitarbeiter der Zeitung. Der NYT-Chefreporter im Weißen Haus, Peter Baker, sagte: „Man sollte sich daran erinnern, dass die Tweets unserer Reporter bzw. Redakteure über Präsident Trump als Erklärungen von NYT als Organisation gedeutet werden, auch wenn das von jenen gepostet wird, die sich nicht mit der Berichterstattung über seine Arbeit befassen.“ Laut Nick Confessore von NYT wird seine Twitter-Seite von allen als Blog der Zeitung wahrgenommen. „NYT kontrolliert das nicht, doch gerade sie trägt Verantwortung dafür, was dort auftaucht“, so der Journalist.

    Zudem ruft die Führung der US-Zeitung ihre Journalisten dazu auf, sich nicht geschlossenen Communitys anzuschließen, die eine bestimmte politische Ausrichtung haben könnten. „Sie sollen sich ebenfalls der Registrierung für ideologische Veranstaltungen in sozialen Netzwerken enthalten“, heißt es in den Empfehlungen.

    „Wir glauben an den Wert der Nutzung von sozialen Netzwerken für eine direkte Berichterstattung und Updates im Live-Format. Doch es kann auch Momente geben, wo wir es vorziehen würden, dass unsere Journalisten ihre Aufmerksamkeit vor allem auf unsere eigenen digitalen Plattformen konzentrieren“, hieß es.

    Zum Thema:

    Experte spricht von Komplott zwischen führenden US-Medien und sozialen Netzwerken
    Russische Antwort auf "Verrat" Trumps: Lest lieber keine US-Presse
    Trump: WikiLeaks enthüllt Clintons Lügen, aber US-Presse schweigt
    Trump beschwert sich über „sehr unehrliche“ US-Medien
    Tags:
    Mitarbeiter, Sozialnetzwerke, Kontrolle, The New York Times, USA
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren