03:12 21 Oktober 2018
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    US-Atom-U-Boot „Michigan” (Archivbild)

    Pentagon erwägt Plan für Atomkriegsfall mit Nordkorea

    © REUTERS / Courtesy William Carlisle/U.S. Navy
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    Ein Atomkrieg könnte jeden Moment ausbrechen, warnen nordkoreanische Diplomaten. US-Außenminister Rex Tillerson will allerdings die diplomatischen Bemühungen „bis zu den ersten Bomben“ fortsetzen, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Mittwoch.

    Das Pentagon sei besorgt über das Schicksal der US-Staatsbürger in Südkorea. Wie Fox berichtete, werden US-Militärs ein Szenario durcharbeiten, das die Evakuierung der US-Staatsbürger aus Südkorea im Falle einer außerordentlichen Situation auf der Halbinsel vorsieht.

    Es geht aber nicht nur um Evakuierung. Laut dem Atomwaffenexperten Gordon Chan suchen die USA nach einem Hospitalschiff für Amerikaner. „Das bedeutet, dass das US-Verteidigungsministerium in den Krieg eintreten will und überlegt, was getan werden müsse, um die Amerikaner zu schützen“, so der Experte.

    Die Zeitung „The Telegraph“ und andere westliche Medien berichteten zuvor, dass sich auf dem amerikanischen Atom-U-Boot „Michigan”, das an den amerikanisch-südkoreanischen Marine-Manövern teilnimmt, eine Navy SEALs-Spezialeinheit befindet. Ihre Aufgabe soll es sein, unbemerkt in Nordkorea einzudringen und den nordkoreanischen Staatschef nach Möglichkeit zu beseitigen.

    Chan zufolge praktizieren verschiedene Länder solche Maßnahmen. Ungewöhnlich sei jedoch, dass die Amerikaner dies offen sagen. In der Praxis ist eine solche Operation sehr schwer umzusetzen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass Washington Kim Jong-un mit den Navy SEALs einschüchtern will.

    Das aber wurde nicht erreicht. Der stellvertretende nordkoreanische UN-Botschafter, Kim In Ryong, warnte erneut, dass sich das gesamte Festland der USA in Reichweite der Feuerstärke der nordkoreanischen Armee befinde. Ein Atomkrieg könne jeden Augenblick ausbrechen.

    Der UN-Sicherheitsrat hatte nach weiteren Atomtests Sanktionen gegen Pjöngjang verhängt. Am 16. Oktober schloss sich ihnen auch Russland an. Die Sanktionen sehen die Schließung von Filialen der russischen Banken in Nordkorea und mehrere andere Restriktionen vor. Sie betreffen aber nicht solche Bereiche wie Medizin, Atomwissenschaft und Technik, Maschinenbau für die Luft- und Raumfahrt bzw. fortgeschrittene industrielle Technologien, insofern diese nicht der Förderung des nordkoreanischen Atomprogrammes und des Programmes zur Entwicklung ballistischer Raketen dienen.

    Die weiteren Pläne der Führung Nordkorea sind weiterhin ein Rätsel. Der Exekutivsekretär der Organisation für das umfassende Verbot von Nuklearversuchen, Lassina Zerbo, sagte, dass Sensoren vier kleine Erdbeben auf einem Berg fixiert hätten, unter dem Atomtests erfolgt seien. Wegen der durch die Explosion entstandenen Risse kann der Berg nach Angaben von Associated Press nicht mehr für Atomtests genutzt werden. Deswegen würde die Besorgnis wachsen, dass der nächste Schritt Kim Jong-uns der Test eines nuklearen Sprengkopfs über dem Pazifischen Ozean sein könnte.

    Laut dem MGIMO-Experten Georgi Toloraj droht der Nervenkrieg dadurch zu eskalieren. Eine Explosion in der Luft wäre ein Beweis dafür, dass Nordkorea über Raketen und Atomwaffen verfüge, die gestartet werden können. Diesen Weg sei China 1967 gegangen. Um Zweifel an der Existenz seiner Atomwaffen zu beseitigen, testete China Atomwaffen in der Atmosphäre.

    Die Nordkoreaner deuteten ebenfalls an, dass sie dazu greifen könnten, würden es aber kaum machen. Der erwähnte Berg habe damit wohl nichts zu tun, denn sie hätten auch anderes Gelände. Gegenwärtig hätten sie keinen Bedarf, wieder etwas zu testen. Das Programm laufe normal, so der Experte.

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    Tags:
    Vorbereitung, Evakuierung, Krieg, Rex Tillerson, Südkorea, Nordkorea, USA