08:46 25 November 2017
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    Verhandlungen zwischen US-amerikanischen und chinesichen Außenministern in Peking

    US-Außenministerium ernennt China zu Amerikas Feind

    © REUTERS/ Pool/ Lintao Zhang
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    Nesawissimaja Gaseta
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    US-Außenminister Rex Tillerson hat im Vorfeld seiner großen Asien-Reise offen gesagt, wer der größte Feind seines Landes ist, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Freitag.

    In dieser Rolle tritt nach seinen Worten das Reich der Mitte auf, und ihm sollten die USA, Indien, Japan und auch Australien widerstehen.

    Diese Auffassung brachte der Spitzendiplomat im National Space Council und auch im Center for Strategic and International Studies zum Ausdruck. Reuters hob zwei Momente hervor: Erstens verhandeln die USA inzwischen mit ihren Partnern über Alternativen für Chinas Finanzierung der Infrastruktur-Entwicklung in Asien. Und zweitens will Washington andere Länder, darunter Australien, zur militärischen Kooperation der USA, Indiens und Japans einladen, um gemeinsam China zu widerstehen. In Peking betrachtet man das nicht mehr und nicht weniger als ein Komplott.

    „Die USA sind an konstruktiven Beziehungen zu China interessiert. Aber wir werden nicht Chinas Herausforderungen an die Ordnung ignorieren, die sich auf gewisse Regeln stützt. China zerstört zudem die Souveränität seiner Nachbarländer und belastet dadurch die USA und unsere Freunde“, behauptete Tillerson. Nach seinen Worten sollte in diesem Kontext Indien eine wichtige Rolle spielen.

    „Indien und die USA sollten andere Länder mit Mitteln zur Verteidigung ihrer Souveränität versorgen und ihnen helfen, engere Kontakte miteinander zu pflegen und ihre Interessen in der Region laut zu verkünden“, so der US-Außenamtschef. Besonders wichtig sei das angesichts der Ereignisse im Südchinesischen Meer, wo Pekings „provokantes Vorgehen zur Verletzung der Völkerrechtsnormen führt, die die USA und Indien unterstützen.“

    Auch Pakistan bekam sein Fett ab: Tillerson drohte nämlich Islamabad mit einer weiteren Kürzung der Finanzhilfen, falls es keine entschlossenen Maßnahmen gegen die terroristischen Gruppierungen, vor allem gegen die Taliban, ergreifen sollte.

    Pekings Antwort ließ nicht lange auf sich warten: Die chinesische Botschaft in Washington wies Tillersons Anschuldigungen zurück und unterstrich, dass die Volksrepublik alles Mögliche für die Festigung der Weltordnung tue.

    Professor Sergej Lunjow von der Moskauer Staatlichen Hochschule für internationale Beziehungen (MGIMO) sagte dazu: „Die USA hatten auch früher erklärt, sie würden auf Indien setzen. Dabei räumte das US-Außenministerium nicht ein, dass ihre Beziehungen zu Indien gegen China gerichtet sind. Aber im jüngsten Vierteljahresbericht des Pentagons hieß es, dass Indien die Schlüsselrolle bei der ‚Einkesselung‘ Chinas spielen würde.“

    Allerdings ständen Washington und Neu-Delhi auf entgegengesetzten Positionen zu vielen globalen Problemen, ergänzte der Experte. Indien lehne beispielsweise die von den USA vorangebrachte unipolare Weltordnung  vehement ab. Deshalb beteilige es sich eben an der BRICS-Gruppe. Darüber hinaus werde Neu-Delhi nie eine Nebenrolle in der Weltpolitik akzeptieren. Dabei halten die USA kein einziges Land der Welt für einen gleichberechtigten Partner. „Dennoch werden sich die militärpolitischen Kontakte Washingtons und Neu-Delhis weiter entwickeln. Aber ein militärisches Bündnis wäre in absehbarer Zeit ausgeschlossen“, so der Politologe.

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    Tags:
    Außenminister, Besuch, Kampf, Führungsrolle, Militärhilfe, Internationale Beziehungen, US-State Department, US-Außenministerium, Rex Tillerson, Asien, Pakistan, Indien, China, USA
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