22:58 24 November 2017
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    Nord Stream AG Stand bei Hannover Industriemesse (Archivbild)

    Trotz Widerstand: Nord Stream 2 kommt – Europa in Vorbereitung

    © AP Photo/ Jens Meyer
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    Trotz der Versuche der EU-Kommission, den Bau der Pipeline Nord Stream 2 zu behindern, bemühen sich europäische Energiekonzerne um den Ausbau ihrer Kapazitäten. Durch das kontinentale Europa wird russisches Gas durch die Leitung Eugal befördert, schreibt die Zeitung "Iswestija" am Dienstag.

    Wie Vertreter der Firma Gascade, die diese Pipeline betreiben wird, sagten, beginnt der Eugal-Bau voraussichtlich im Sommer 2018 und soll bis Ende 2019 dauern. Für diesen Zeitpunkt ist auch die Inbetriebnahme von Nord Stream 2 geplant. Aktuell warte Gascade, das ein Tochterunternehmen von Gazprom und Wintershall ist, auf eine entsprechende Genehmigung der deutschen Behörden.

    Der Bau der beiden Leitungen sei vollständig synchronisiert, sagte der Nord-Stream-2-Sprecher Jens Müller gegenüber "Iswestija". Dass die Pipelines aneinander angeschlossen werden, bestätigte er jedoch vorerst nicht.

    Die Leitung Eugal mit einer Kapazität von 48 Milliarden Kubikmeter Gas jährlich wird die bereits funktionierende Opal (36 Milliarden Kubikmeter) dublieren, durch die der russische Brennstoff nach Mittel- und Westeuropa transportiert wird.

    Weder Gazprom noch die europäischen Konzerne berichteten bislang, dass sie Vereinbarungen zur weiteren Gasförderung aus Nordeuropa in Richtung Süden getroffen hätten. Laut einem Gascade-Sprecher stützt sich dieses Projekt „voll und ganz auf die Wünsche der künftigen potenziellen Marktteilnehmer, und zwar Polens, Russlands, Tschechiens und der Niederlande“. Gazprom habe bisher keine verpflichtenden Abkommen mit Gascade getroffen, bestätigte eine Quelle aus dem Umfeld des Energieriesen.

    Bau der Nord Stream 2 Pipeline (Archivbild)
    © Foto: Nord Stream 2/ Axel Schmidt

    Aber nicht nur die Russen zeigen Interesse an Eugal. Am vergangenen Mittwoch unterzeichneten gleich mehrere europäische Unternehmen, und zwar Fluxys, Gasunie und ONTRAS, ein Abkommen zur Beteiligung an diesem Projekt, laut dem ihre Anteile je 16,5 Prozent betragen werden. Allein diese Tatsache zeuge davon, dass die europäischen Geschäftskreise an die guten Perspektiven der Leitung Nord Stream 2 glauben, sagte der Experte des Fonds für nationale Energiesicherheit, Stanislaw Mitrachowitsch. „Sie sehen ja, dass die Chancen auf das Verbot des Projekts durch die EU-Kommission immer geringer werden, die (…) keine neuen Vollmachten ohne Zustimmung des EU-Rats bekommen kann, der übrigens bereits festgestellt hat, dass dieses Projekt kaum zu verhindern ist.“

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    Tags:
    Chance, Verbot, Hemmnisse, Bau, Gaspipeline, Nord Stream 2, Opal, EU-Kommission, Deutschland