08:47 25 November 2017
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    US-Staatssekretär Rex Tillerson bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit seiner indischen Kollegin Sushma Swaraj

    USA ändern Asien-Strategie: Indien wird Teil des amerikanischen Dreiecks

    © AP Photo/ Manish Swarup
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    Kommersant
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    US-Außenminister Rex Tillerson hat Indien besucht - das war die letzte Station auf seiner Nahost- und Asien-Reise.

    Die Verhandlungen mit Neu-Delhi waren der Ausgangspunkt für eine radikale Revision der US-Politik in dieser strategisch wichtigen Region. Der Titel des Hauptverbündeten Washingtons wechselt von Pakistan zu Indien, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Donnerstag.

    Die Festigung der zentralen Rolle der USA in Südasien soll durch die Bildung eines neuen Dreiecks gefördert werden, und zwar zwischen Washington, Neu-Delhi und Kabul. Die US-Strategen präsentieren es als Gegengewicht zu dem Dreieck Moskau-Peking-Islamabad. Vor Tillersons Besuch hatte der afghanische Präsident, Aschraf Ghani, Neu-Delhi besucht, der Russland vorwarf, verdeckt die Taliban zu unterstützen.

    Vor dem Hintergrund der Leaks über die Auseinandersetzungen zwischen Tillerson und Trump, die zur Ablösung des US-Außenministers bis zum Jahresende führen könnten, führte Tillerson eine der ergebnisreichsten Auslandsreisen durch, die Washingtons Streben nach der Führungsrolle in der strategisch wichtigen Region kennzeichnete.

    Der zweitägige Besuch des US-Außenministers in Neu-Delhi, dessen Hauptpunkte seine Treffen und Verhandlungen mit der Außenministerin Indiens, Sushma Swaraj, und dem Premier Narendra Modi waren, bestätigte die entstehende neue Realität Südasiens. Die Rolle des Hauptverbündeten Washingtons geht an Indien über, das zu den BRICS-Staaten gehört und Mitglied der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) ist, sowie den Status eines privilegierten strategischen Partners Russlands hat.

    Die Indien-Reise stand im starken Kontrast zum zuvor stattgefundenen Besuch Tillersons im benachbarten Pakistan, wo der US-Außenamtschef betont kühl empfangen wurde. Der Grund einer weiteren Zuspitzung der Beziehungen zwischen Washington und Islamabad waren präzedenzlos harte Äußerungen Tillersons gegenüber Pakistan, das formell zur Liste der 16 Staaten gehört, die für die USA den Status von Hauptverbündeten außerhalb der Nato haben. Tillerson warf Islamabad die Unterstützung der Taliban vor. Inzwischen hob er in Neu-Delhi eine besonders positive Position zu Indien hervor.

    Durch die Ernennung Indiens als Hauptstütze in Südasien will Trumps Team die zentrale Rolle der USA in Südasien durch die Bildung des oben genannten neuen Dreiecks festigen, das US-Strategen als ein Gegengewicht zum Dreieck  Moskau-Peking-Islamabad sehen. Ein entscheidender Schritt zur Schaffung eines solchen Dreiecks, das laut US-Seite den Verlauf der Regelung in Afghanistan bestimmen soll, wurde bei den letzten Verhandlungen von Tillerson mit der Führung Afghanistans und Indiens gemacht.

    Am Dienstag, wenige Stunden vor der Anreise Tillersons in Indien, weilte der afghanische Präsident Aschraf Ghani zu einem eintägigen Besuch in Neu-Delhi. Am Montag hatte er Kontakt zu Tillerson in Afghanistan aufgenommen. Bei den Verhandlungen mit dem indischen Premier Narendra Modi bestätigte der afghanische Staatschef die Bereitschaft, das Zusammenwirken von Neu-Delhi und Kabul für eine Lösung des Konfliktes in Afghanistan zu festigen. Das Hindernis dabei ist Indien und Afghanistan zufolge Pakistan, das die Taliban unterstützt.

    Vor dem Hintergrund des sich bildenden Dreiecks Washington-Neu-Delhi-Kabul übte Ghani unerwartet Kritik an Russland, das ebenfalls Anstrengungen für eine Regelung des Afghanistan-Konflikts unternimmt. Während der jüngsten Reise in die Provinz Paktija sagte er, dass Moskau angeblich die Taliban unterstütze, die gegen die Regierung in Kabul kämpft. Darauf folgte prompt eine Reaktion aus Moskau. „Wir erinnern daran, dass afghanische offizielle Beamte mehrmals auf verschiedenen Ebenen die Haltlosigkeit dieser Vorwürfe gegen Moskau bestätigten“, hieß es im Außenministerium Russlands. Die afghanische Führung wurde dazu aufgerufen, der antirussischen Hysterie nicht zu folgen, die von einzelnen westlichen Medien verbreitet werde.

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    Tags:
    Außenminister, Einfluss, Besuch, US-State Department, BRICS, Rex Tillerson, Indien, USA
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