23:01 24 November 2017
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    „Vogel“ im Käfig: Warum die US-Behörden Angst vor Sputnik und RT haben

    © Sputnik/ Wladimir Astapkowitsch
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    Rossijskaja Gaseta
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    Twitter hat die Werbung auf den Seiten des russischen englischsprachigen TV-Senders Russia Today und der Nachrichtenagentur Sputnik blockiert. Dabei hat das soziale Netzwerk Washington aber de facto einen Bärendienst geleistet, indem es ihm gefallen wollte, schreibt die Zeitung „Rossijskaja Gaseta“ am Montag.

    Denn dadurch räumte Twitter ein, von den US-Geheimdiensten kontrolliert zu werden.

    Es bestehen keine Zweifel, dass Washington Angst vor dem Einfluss von RT und Sputnik auf dem US-Medienmarkt hat. Eben darauf lässt sich der regelrechte Krieg gegen die beiden Medien zurückführen, für die in Übersee wirklich unerträgliche Bedingungen geschaffen werden.

    Der immer größere Einfluss von RT und Sputnik auf dem US-Markt resultiert aber aus einem fairen Konkurrenzkampf, wobei dem Publikum alternative Standpunkte zu den Ereignissen auf der Welt präsentiert werden. Doch in Washington zieht man es vor, den russischen Journalisten die Hände zu binden. Sie werden nämlich mit allen möglichen Mitteln unter Druck gesetzt.

    Und das Werbeverbot auf Twitter gehört auch dazu. Dabei hatte das soziale Netzwerk zuvor – während des US-Präsidentschaftswahlkampfes – den Russen selbst ein Werbeangebot gemacht. Es ging um einen Vertrag über 1,5 bis drei Millionen Dollar. Aber diese „Lappalie“ wird inzwischen verschwiegen.

    Im Kreml bedauert man, dass Twitter im Zuge dieser „Hexenjagd“ das Opfer wurde. „Wir finden das vor allem deswegen bedauernswert, weil dieses Unternehmen den Vorurteilen über unsere Medien zum Opfer gefallen ist“, sagte der Sprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow. Dadurch habe Twitter de facto einen Präzedenzfall für die unfaire Behandlung seiner Kunden geschaffen, „was jetzt Besorgnisse bei anderen Nutzern dieses sozialen Netzwerkes hervorrufen könnte“.

    Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, erklärte ihrerseits, dass Moskau die Behinderung der Arbeit von RT und Sputnik in Amerika nicht ohne Antwort lassen werde. „Wir betrachten das als einen neuen aggressiven Schritt, der (…) aus dem Druck eines Teils des amerikanischen Establishments und der US-Geheimdienste resultiert. Es werden natürlich Gegenmaßnahmen folgen“, kündigte die Diplomatin an.

    Aber selbst in Übersee sprechen viele Experten schon seit langem über grobe Verletzungen von Gesetzen und Regeln im Bereich Menschenrechte.

    Im Oktober 2016 hatte der Psychologe Robert Epstein vom American Institute for Behavioral Research and Technology in einem Interview mit RT erklärt, dass Google die Wahlergebnisse in etwa 25 Prozent aller Länder der Welt beeinflusst hätte.

    Nach vierjährigen Studien konnte er seinen Worten zufolge herausfinden, dass die Darstellung von Informationen zugunsten eines gewissen Kandidaten die Meinung der Wähler stark beeinflussen kann, so dass der jeweilige Kandidat mindestens zwölf Prozent zusätzliche Stimmen bekommen könnte. Unter anderem habe sich Google stark für die damalige US-Präsidentschaftskandidatin der Demokratischen Partei, Hillary Clinton, eingesetzt.

    Die Organisation Campaign for Accountability veröffentlichte einen Bericht über enge Kontakte zwischen IT-Korporationen und der US-Regierung. Die Experten wollten nämlich herausgefunden haben, dass Lobbyisten von Google in der Amtszeit Barack Obamas mindestens 427 Mal das Weiße Haus besucht hatten.

    Die Amerikanische Bürgerrechtsunion veröffentlichte – ebenfalls im Oktober 2016 – einen Bericht, dem zufolge die größten sozialen Netzwerke (Facebook, Twitter, Instagram) im Laufe von mehreren Jahren den US-Behörden persönliche Informationen ihrer Nutzer zur Verfügung gestellt hatten.

    US-Geheimdienstler hatten noch 2013 eingeräumt, ausländische Nutzer von sozialen Netzwerken zu überwachen. Das passierte, nachdem die Zeitungen „Washington Post“ und „Guardian“ Dokumente veröffentlicht hatten, laut denen die NSA ausländische Staatsbürger beobachtet hatte, darunter ihren E-Mail-Wechsel, ihre Accounts auf Skype usw. Dem „Wall Street Journal“ zufolge haben die Geheimdienstler auch Zugang zu Informationen über Bankkarten.

    Auch CIA-„Whistleblower“ Edward Snowden verriet, dass die NSA Zugang zu den Computern praktisch aller Nutzer der Welt gehabt hätte, wie auch zu den Servern von Computer- und Internet-Riesen wie Microsoft, Yahoo, Google, Skype, YouTube und Apple.

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    Medien, Druck, Geheimdienste, Werbeverbot, Twitter, RT, Sputnik, Maria Sacharowa, USA, Russland