Widgets Magazine
14:36 16 Juli 2019
SNA Radio
    Russlands Kosmonaut im Weltraum (Archiv(

    Roskosmos entwickelt Weltraum-AKW

    © Sputnik / Roskosmos
    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    Iswestija
    1517

    Die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos hat die Entwicklung eines „orbitalen Kernkraftwerkes“ in Auftrag gegeben, das im Weltraum Energie mithilfe eines Laserstrahls an andere Satelliten weiterleiten könnte, schreibt die Zeitung „Iswestija“ am Montag.

    Den Auftrag für die entsprechenden Forschungen hat das Konstruktionsbüro „Arsenal“ aus St. Petersburg übernommen, das spätestens im November 2018 mögliche Varianten der Anwendung des neuen Raumapparats für die „gezielte Energieverteilung durch Laserstrahlung“ zu präsentieren hat. An Bord soll ein Gerät, das bereits seit 2010 entwickelt wird, Energie produzieren.

    In der Sowjetunion wurde ein ähnliches Experiment durchgeführt, das allerdings scheiterte. 1978 stürzte der sowjetische Satellit „Kosmos-954“ mit einem Atomtriebwerk an Bord im Nordwesten Kanadas ab.

    Moskau musste damals eine Entschädigung von mehr als zehn Millionen Dollar zahlen. Insgesamt wurden in der Sowjetunion mehr als 30 Raumapparate mit Atomtriebwerken gebaut. Mit ihrer Entwicklung beschäftigte sich eben das Konstruktionsbüro „Arsenal“, das inzwischen das einzige Unternehmen in Russland mit solchen Erfahrungen ist.

    Zuvor hatte dieses Konstruktionsbüro dem russischen Verteidigungsministerium die Entwicklung einer orbitalen Gruppierung von Weltraumapparaten mit radioelektronischen Kampfmitteln an Bord angeboten.

    Der wissenschaftliche Leiter des Instituts für Weltraumpolitik, Iwan Moissejew, hält die Entwicklung eines „orbitalen AKW“ für aussichtslos, denn die technische Umsetzung dieses Projekts wäre enorm schwierig, während die möglichen Anwendungsbereiche solcher Geräte unklar seien. „Das ist eine alte Idee. Ich sehe keine Möglichkeiten für ihre praktische Umsetzung – vielleicht nur testweise.

    Denn was ist leichter: einen Satelliten mit traditionellen Solarbatterien zu versorgen oder ein Schema für das gegenseitige Manövrieren von zwei Weltraumapparaten zu entwickeln, damit sie einen Laserstrahl festhalten?“ Der Energieverlust bei deren Umwandlung in einen Lichtstrahl und zurück wären dermaßen groß, dass diese Technologie unrentabel wäre, betonte der Experte.

    Andrej Ionin von der Russischen Akademie der Kosmonautik findet solche Forschungen im Weltall dagegen aussichtsreich. Er konnte aber ebenfalls nicht sagen, in welchen Bereichen „orbitale Kernkraftwerke“ eingesetzt werden könnten. „Das ist ein ziemlich interessantes Projekt. Bisher wurde kaum etwas Ähnliches initiiert, aber ich denke, dass diese zwei Themen – Atomenergetik und Lasertechnologien – voneinander getrennt werden sollten.“

    Nach seinen Worten könnten Lasertechnologien im Weltraum bei der Sendung von Mikrosatelliten außerhalb des Sonnensystems angewandt werden. Ein ähnliches Projekt hatten beispielsweise der russische Internet-Investor Juri Milner und der britische Forscher Stephen Hawking im vorigen Jahr präsentiert. Mit einem starken Laser könnte nach ihrer Auffassung ein kleiner Satellit auf die Geschwindigkeit von 160 Millionen km/h beschleunigt werden, so dass er in 20 Jahren den Alpha Centauri erreichen könnte.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    „Die Aliens überweisen mir gutes Geld“ – Alienforscher klärt Mysterium auf (Satire)
    Von Däniken: „Die Aliens kommen wieder und helfen uns auf den Sprung“ – EXKLUSIV
    Untergetaucht: Zwischen Aliens und Menschen liegen Wasserwelten
    Tags:
    Satellit, AKW, Bau, Roskosmos, Weltraum, Russland