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08:22 22 September 2019
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    Flagge der Ukraine während des Tages der Wiedervereinigung (Archiv)

    Ukrainer haben Nato liebgewonnen

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    In den vergangenen fünf Monaten hat sich das Verhältnis der Ukrainer zu Russland verschlechtert, während sich das Verhältnis der Russen zur Ukraine verbesserte, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Dienstag.

    Davon zeugen die Ergebnisse der jüngsten gemeinsamen Umfragen des Kiewer Internationalen Instituts für Soziologie und des russischen Lewada-Zentrums, so die Zeitung.

    Im Mai waren 26 Prozent der Russen positiv und 59 Prozent negativ gegenüber der Ukraine eingestellt. 15 Prozent hatten keine klare Antwort auf diese Frage. In der Ukraine ergab die Umfrage damals, dass 44 Prozent positiv und 37 Prozent negativ zu Russland eingestellt waren (19 Prozent konnten sich nicht entscheiden).

    Inzwischen stimmt die Situation im Allgemeinen mit der am Anfang des Jahres überein. „Im September 2017 verhielten sich 37 Prozent der Ukrainer gut bzw. sehr gut zu Russland; 46 Prozent dachten schlecht bzw. sehr schlecht über Russland; 17 Prozent konnten sich nicht entscheiden. In Russland verhielten sich gleichzeitig 32 Prozent der Menschen positiv bzw. sehr positiv und 53 Prozent negativ bzw. sehr negativ zur Ukraine; 15 Prozent konnten sich nicht entscheiden“, geht aus dem Bericht der Soziologen hervor.

    In der Ukraine unterschieden sich die außenpolitischen Vorstellungen der Einwohner je nach Region. In den westlichen Gebieten würden 76 Prozent für den EU-Beitritt ihres Landes stimmen. Dagegen wären lediglich fünf Prozent. Im Osten wären 39 Prozent der Menschen dafür und 33 Prozent dagegen. Im Süden und Osten der Ukraine gibt es besonders viele Anhänger des blockfreien Status des Landes: 27 Prozent im Süden und 32 Prozent im Osten. Gleichzeitig würden 16 Prozent im Süden und 27 Prozent im Osten den Beitritt zur Zollunion mit Russland und den GUS-Ländern begrüßen.

    Nicht zu übersehen ist auch, dass immer mehr Ukrainer den EU- und Nato-Beitritt ihres Landes befürworten. Im September waren 77 Prozent für die EU-Mitgliedschaft (23 Prozent dagegen) und 62 Prozent für die Nato-Mitgliedschaft (38 Prozent dagegen).

    Auffallend ist, dass der Aufschwung der Pro-EU- bzw. Pro-Nato-Stimmungen in der Ukraine zeitlich mit einer Verbesserung des Verhaltens zu Russland übereinstimmt. Früher führten die Experten das auf den Einfluss der Medien auf die öffentliche Meinung zurück. Zwar befürworten einfache Menschen nicht immer die Handlungen ihrer Machthaber, teilen aber im Allgemeinen ihre Position zu strategischen Fragen.

    So stimmten mehr als 50 Prozent der Ukrainer der These zu, Russland wäre für die Situation im Donezbecken verantwortlich. Gleichzeitig aber waren mehr als 50 Prozent der Menschen gegen die gegenseitige Einführung der Visapflicht mit Russland. Das ist auch nachvollziehbar, denn laut offiziellen Angaben haben seit Anfang dieses Jahres 5,7 Millionen Ukrainer Russland besucht (4,1 Millionen im ganzen Jahr 2016). Zum Vergleich: Etwa 1,4 Millionen Russen reisten in dieser Zeit in die Ukraine (gegenüber 1,5 Millionen im ganzen Jahr 2016).

    Andererseits beeinflusst auch die im Juni aufgehobene Visapflicht mit der EU die Position der Ukrainer. In den ersten drei Monaten haben 5,8 Millionen Ukrainer EU-Länder besucht. Die Empfindung, Europa wäre für sie etwas nähergekommen, beeinflusst die Pro-EU-Einstellung der Gesellschaft.

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    Tags:
    Stimmung, Umfrage, NATO, Russland, Ukraine