08:36 16 Dezember 2019
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    Iranischer Präsident Hassan Rohani (l.) und Wladimir Putin in Teheran

    Zwischen Moskau und Teheran schrumpft die Distanz

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    Trumps Anti-Iran-Kurs hat die Teheran-Reise des russischen Präsidenten Wladimir Putin zu einem symbolischen Ereignis gemacht, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Donnerstag.

    Der Iran-Besuch des russischen Präsidenten sei „ein Zeichen der guten Entwicklung“ der Beziehungen zwischen Russland und dem Iran, sagte der iranische Präsident Hassan Rouhani bei seinem Treffen mit Putin. Die Reise des russischen Präsidenten fand vor dem Hintergrund des wachsenden US-Drucks auf den Iran statt. Experten zufolge hat Trumps Iran-Strategie Moskau und Teheran nur nähergebracht. Eines der Merkmale dieser Annäherung war das jüngste Syrien-Treffen in Astana.

    „Es freut uns, dass unsere Länder neben der Entwicklung der bilateralen Beziehungen eine wichtige Rolle beim Erreichen von Frieden und Stabilität in der Region spielen“, sagte Rouhani. „Eine der Folgen der gegenseitigen Beziehungen wurde die Zerschlagung einer gefährlichen Terrorgruppierung. Die Entwicklung der dreiseitigen Kooperation im Format Russland-Iran-Türkei bedeutet, dass in Syrien der Prozess der Rückkehr zu Frieden und Stabilität läuft. Die Absicht der iranischen Regierung besteht darin, weiterhin Beziehungen zu unserem wichtigen Partner und Freund, Russland, zu entwickeln sowie das Zusammenwirken im Bereich Frieden und Stabilität fortzusetzen“, so Rouhani.

    Eines der Hauptziele des Besuchs des russischen Staatschefs war die Erörterung der Situation um den Iran, insbesondere der US-Maßnahmen gegen Teheran.

    Kurz vor der Iran-Reise des russischen Präsidenten sagte der stellvertretende Außenminister Russlands, Sergej Rjabkow, dass es zwischen Moskau und Teheran keine Auseinandersetzungen zum Syrien-Thema gibt. „Falls Fragen entstehen, lösen wir sie im Arbeitsformat, via Konsultationen, Dialog“, so Rjabkow.

    „Der Iran ist unser nächster Nachbar, Partner und ein befreundetes Land. Unter den jetzigen Bedingungen, da unsere Länder Objekte des andauernden Drucks seitens der Missgünstigen, darunter der USA, werden, wo dieser Einfluss auf die Ebene der Staatspolitik gebracht wurde, werden die Kontakte bei allen Fragen umso wichtiger“, so Rjabkow.

    Experten zufolge sind die aktuellen Positionen Russlands und Irans naheliegend, besonders bei der Syrien-Frage. „Das erfolgt vor dem Hintergrund der zunehmenden Spannungen in den russisch-amerikanischen und den iranisch-amerikanischen Beziehungen“, sagte der Leiter des Zentrums für islamische Studien, Kirill Semjonow.

    „Die Situation in Deir ez-Zor, wo die Demokratischen Kräfte Syriens syrische Ölfelder eroberten und versuchten, die Grenze zum Irak zu sperren, verschlechterte die Atmosphäre bei der russisch-amerikanischen Kooperation. Russland hat in diesem Fall begonnen, die Interessen von Baschar Assad und des Iran kontinuierlicher zu verteidigen. Hier spielt wohl auch der Russland versprochene Teil am syrischen Ölgeschäft eine Rolle, das sich nun de facto die Kurden angeeignet haben. Zudem erklärt die US-Administration, dass sie neue Sanktionen gegen den Iran verhängen und die Revision des Atom-Deals anstreben wird“, so der Experte.

    Das Treffen der Garant-Länder des syrischen Waffenstillstandes in Astana, das Putins Teheran-Besuch vorausging, zeigte die Bereitschaft Moskaus, die Interessen des Iran in Syrien zu unterstützen. Vor dem Hintergrund der Widersprüche mit den USA sei eine größere Annäherung der Positionen Russlands und Irans in Syrien möglich, obwohl das auch vorübergehend sein könnte, so der Experte.

    Laut westlichen Experten ist die Unterstützung der iranischen Führung das Hauptziel des Iran-Besuchs Putins. Der Kreml-Chef wolle damit zeigen, dass er den Iran der US-Politik zum Trotz unterstützt, meint Stefan Meister, Leiter des Robert-Bosch-Zentrums für Mittel- und Osteuropa, Russland und Zentralasien der DGAP. Er könnte sich als Person darstellen, die das Völkerrecht unterstützt und den USA Widerstand leistet, was dem russischen Staatschef die Unterstützung der EU-Anführer bringen könnte, so der Experte.

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    Entwicklung, Zusammenarbeit, Treffen, Hassan Rohani, Wladimir Putin, Teheran, Syrien, Russland, Iran