02:10 03 Dezember 2020
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    Die Zahl der Schutzsuchenden in Deutschland ist Ende 2016 im Vergleich zum Jahr 2014 fast um das Doppelte auf 1,6 Million Menschen gestiegen. Die deutschen Medien kritisieren die Behörden, weil sie nicht wissen, wo sich 30.000 abgelehnte Asylbewerber aufhalten, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Freitag.

    Die italienischen Behörden berichteten inzwischen von einem 70-prozentigen Rückgang der Flüchtlingsankünfte aus Libyen, was sie mit Erfolgen bei Verhandlungen erklären.

    Laut den Angaben, die am Donnerstag vom Statistischen Bundesamt veröffentlicht wurden, ist die Zahl der Schutzsuchenden in Deutschland Ende 2016 auf 1,6 Millionen Menschen gestiegen – das sind 16 Prozent der ausländischen Bevölkerung. Das ist fast doppelt so viel wie Ende 2014, als die Zahl der Schutzsuchenden bei 850.000 lag. Dabei werden sowohl Personen, die bereits Asyl bekamen, als auch Asylbewerber und jene, deren Anträge abgelehnt wurden, berücksichtigt.

    In einigen deutschen Regionen ist ihre Zahl noch mehr gestiegen. In Berlin stieg sie um das 2,5-Fache. Fast ein Drittel der Ausländer kommt aus Syrien (455.000), gefolgt von Afghanistan (191.000) und dem Irak (156.000).

    Die deutschen Medien kritisieren die Behörden, weil sie nicht imstande sind, die Situation zu kontrollieren. Nach einigen Angaben weiß Deutschland nicht, wo sich 30.000 abgelehnte Asylbewerber aufhalten. Wie die „Bild“-Zeitung unter Berufung auf eine Quelle aus dem Bundesinnenministerium berichtete, könnten sie das Land verlassen haben oder untergetaucht sein.

    Italiens Innenministerium berichtete seinerseits von einem bedeutenden Rückgang der Zahl der Migranten, die über das Mittelmeer aus Libyen kommen. Seit 31. Juli kamen über das Mittelmeer 28.000 Menschen nach Italien, was 70 Prozent weniger als im ähnlichen Zeitraum des vergangenen Jahres sind.

    Laut den italienischen Behörden führten zum Rückgang der Flüchtlingszahlen diplomatische Erfolge bei den Verhandlungen mit den Behörden Libyens sowie die Entsendung von italienischen Rettungskräften an die Küste des Landes, die dem libyschen Küstenschutz halfen, Boote mit Migranten abzufangen. Kritiker werfen den italienischen Behörden allerdings vor, Geld an die libyschen Feldkommandeure zu zahlen, die das Schleppergeschäft über das Mittelmeer kontrollieren.

    Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) stieg die Zahl der Migranten, die über das Mittelmeer aus Marokko nach Spanien gelangen. Während im vergangenen Jahr von mehr als 5500 Flüchtlingen berichtet wurde, ist die Zahl in diesem Jahr um das 2,5-Fache auf 14.000 Menschen gestiegen. Zudem wuchs die Zahl der Migranten, die aus Tunesien nach Italien kommen – allein im September waren es 1400 Menschen.

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    Tags:
    Verschwinden, Asylbewerber, Migrationskrise, Statistisches Bundesamt, Italien, Deutschland