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    Schließungszeremonie der Olympischen Winterspielen in Sotschi (Archivbild)

    Russlands Olympia-Teilnahme 2018 in ernsthafter Gefahr

    © REUTERS / Jim Young
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    Von Iswestija
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    Die zuständige IOC-Kommission mit Denis Oswald an der Spitze hat die russischen Skilangläufer Alexander Legkow und Jewgeni Below wegen Dopings lebenslang für die Olympischen Spiele gesperrt. Darüber hinaus wurden ihre Ergebnisse bei den Spielen 2014 in Sotschi annulliert, schreibt die Zeitung „Iswestija“ am Freitag.

    Legkow hatte damals das 50-Kilometer-Rennen gewonnen. Darüber hinaus verfügte die IOC-Kommission, dem russischen Team die Silbermedaillen für das Staffelrennen 4x10 Kilometer wegzunehmen, an der Legkow ebenfalls beteiligt war. Damit hat Russland zwei Olympia-Medaillen verloren. Dennoch bleibt Russland das Marathon-Gold, denn die Plätze zwei und drei nahmen ebenfalls Russen ein – Maxim Wylegschanin und Ilja Tschenoussow.

    Die Olympiasiegerin von 1988, Swetlana Nagejkina, nannte die Überprüfung der Urinproben vier Jahre nach den Spielen und die Suche nach Schäden an den Behältern „etwas Neues für die olympische Bewegung“.

    „Es ist sehr traurig, dass nur Russen von dieser Geschichte betroffen sind und dass die Proben der Sportler aus anderen Ländern niemanden interessieren“, so die Ex-Sportlerin. „Obwohl es auch in Norwegen oder den USA ebenfalls viele aufsehenerregende Dopingskandale gibt. Die Jungs tun mir leid. Denn Legkow hat, soweit ich verstehe, seine Karriere beendet, aber Below ist ein junger Sportler, und er hätte seine Ergebnisse noch verbessern können. Das Wichtigste ist jetzt, dass nicht alle unsere Skilangläufer von den Olympischen Spielen suspendiert werden.“

    Nach Auffassung der Olympiasiegerin von Calgary 1988 müsste das Thema Verletzung der Anti-Doping-Gesetze in Russland dringend gelöst werden.

    „Dieses Problem besteht tatsächlich. Mehr als das: Davon ist inzwischen auch der Kindersport betroffen. Die Trainer befinden sich in einer schwierigen Situation, denn ihre Gehälter hängen von den Ergebnissen ihrer Schützlinge ab. Deshalb entscheiden sich viele von ihnen für Experimente mit pharmakologischen Mitteln und geben sie ihren jungen Sportlern. Das Entlohnungssystem für die Trainer muss geändert werden!“

    Die Anwälte der russischen Sportler haben bereits Einspruch beim Internationalen Sportgerichtshof (CAS) eingelegt. Im September hatte er Alexander Legkow erlaubt, ab 1. November wieder an Wettbewerben teilzunehmen. In dem entsprechenden Beschluss gab es jedoch die Anmerkung, dass der Sportler kein einziges Argument anführen konnte, um sich zu rechtfertigen.

    Weiter stand in dem Dokument geschrieben: „In den Berichten (Richard) McLarens gibt es genügend Beweise, dass es eine Bank mit sauberen Urinproben der russischen Olympioniken gegeben hatte, unter anderem mit der Urinprobe Legkows.“ Der Gerichtshof ignorierte auch die Beteuerungen seiner Anwälte, er hätte nicht zu den Sportlern gehört, die den Doping-Cocktail „Duchess“ genommen hatten. Nach Auffassung der Richter könnte Legkow es zwischen den negativen Dopingtests am 13. und 26. Februar in Sotschi oder unmittelbar vor dem Marathonlauf am 23. Februar 2014 genommen haben, wonach seine Probe ersetzt wurde.

    Aktuell befasst sich Oswalds Kommission mit der Überprüfung der Dopingtests von weiteren 26 russischen Teilnehmern von Sotschi 2014. Wenn man bedenkt, dass für den Beweis der Schuld der beiden Skiläufer die von WADA-Kommissionschef Richard McLaren und dem früheren Chef des Moskauer Anti-Doping-Labors, Grigori Rodtschenkow, bereitgestellten Informationen ausreichend waren, kann man nichts ausschließen, sogar die Disqualifikation des gesamten russischen Teams.

    „Gewisse Chancen auf den Erfolg der Einsprüche gegen die Sperre bestehen tatsächlich, aber Vieles hängt von der Position des Gerichts ab“, sagte der Vorsitzende des Interregionalen Schiedsgerichts Moskaus und des Gebiets Moskau, Oleg Suchow. „Die Argumente der Juristen der russischen Sportler (…) werden sich darauf stützen, dass der IOC-Beschluss den Rahmen des Berichts des Leiters der unabhängigen WADA-Kommission, Richard McLaren, verletzt und gegen den vorigen CAS-Beschluss verstößt. Außerdem verweisen die Verteidiger darauf, dass es keine ‚physischen‘ Beweise für die Verletzungen gibt. Und da hängt alles vom Richter ab – ob er dieser Deutung zustimmt oder nicht.“

    Die Internationale Anti-Doping-Agentur (WADA) will ihre Meinung bzw. ihre Empfehlung an das IOC schon am 16. November veröffentlichen. Die endgültige Entscheidung, wie auch vor den Sommerspielen 2016 in Rio de Janeiro, ist dem IOC vorbehalten.

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    Tags:
    Teilnahme, Verbot, Olympische Winterspiele 2018 in Pyeongchang, Olympische Winterspiele 2014 in Sotschi, Internationales Olympisches Komitee (IOC), Alexander Legkow, Russland