10:55 13 August 2020
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    Der russische Präsident Wladimir Putin begrüßt die Idee zur Einrichtung einer Freihandelszone im Asien-Pazifik-Raum, schreibt die Zeitung "Rossijskaja Gaseta" am Donnerstag.

    Im Vorfeld des für Ende dieser Woche im vietnamesischen Danang angesetzten APEC-Gipfels wurde auf der Website des Kremls ein entsprechender Artikel des  Staatsoberhauptes veröffentlicht.

    „Wir legen viel Wert darauf, dass das APEC-Forum allen Teilnehmern umfassende Möglichkeiten für interessierte Kontakte bzw. für die Vereinbarung ihrer Positionen zu ganz verschiedenen Fragen bietet: zu wirtschaftlichen, sozialen, ökologischen und humanitären“, so der Kremlchef. Die APEC-Länder wollen zusammenwirken, und zwar respektvoll, kompromissbereit, nach dem Konsensprinzip und unabhängig von der politischen Konjunktur. Darin bestehe „der einzigartige partnerschaftliche Geist der APEC“, betonte Putin.

    „Als größte eurasische Großmacht mit riesigen Territorien im Fernen Osten (…) ist Russland an einer erfolgreichen Zukunft des Asien-Pazifik-Raums interessiert“, fuhr der Kremlchef fort. Und das Schlüsselelement der Lösung dieser Aufgabe ist nach seinen Worten eine effiziente wirtschaftliche Integration auf Basis der Prinzipien der Offenheit und des gegenseitigen Nutzens sowie der universalen WTO-Regeln.

    „Wir befürworten die Idee zur Bildung einer Freihandelszone im Asien-Pazifik-Raum“, versicherte der Staatschef und führte an, dass der Anteil der APEC-Länder am russischen Außenhandel in den jüngsten fünf Jahren von 23 auf 31 Prozent gewachsen sei und im Export von 17 auf 24 Prozent. „Und wir geben uns damit nicht zufrieden“, ergänzte er.

    Mitarbeiter des Bureau of Printing and Engraving prüft Dollar-Banknoten (Archivbild)
    © AP Photo / Hillery Smith Garrison
    Bei der Gestaltung des Asien-Pazifik-Freihandelsraums sollte man Rücksicht auf die Erfahrungen der Eurasischen Wirtschaftsunion nehmen, zeigte sich Putin überzeugt. Zugleich erinnerte er daran, dass Vietnam der erste Staat gewesen sei, der mit der EAWU ein Freihandelsabkommen unterzeichnete, und der gegenseitige Handelsumsatz sei seit diesem Zeitpunkt gewachsen. Vor kurzem seien die entsprechenden Verhandlungen auch mit China zu Ende gegangen. Mit Singapur haben die Gespräche erst begonnen. Möglich wäre auch ein Freihandelsabkommen mit der ASEAN, ergänzte Putin.

    Ferner erinnerte er an die Idee zur Bildung einer Großen eurasischen Partnerschaft auf Basis der EAWU und der chinesischen Initiative „Ein Gürtel – ein Weg“. Dieses Projekt ist nach seinen Worten auch für andere Länder offen.

    „Die Grundlage der effizienten Integration sollte die komplexe Entwicklung der Infrastruktur, insbesondere auf Gebieten wie Verkehrswesen, Telekom und Energiewirtschaft“, findet der Kremlchef. „Wir sind an der Umsetzung von bi- und multilateralen Infrastrukturprojekten interessiert, die unsere Wirtschaften und Märkte verbinden werden.“ Damit meint er nach seinen Worten unter anderem auch den „energetischen Superring“, der Russland, China, Japan und Südkorea vereinigen würde.

    Sehr viel Wert legt man in Moskau Putin zufolge auf die Integration Sibiriens und des russischen Fernen Osten in das Wirtschaftssystem des Asien-Pazifik-Raums. „Bei dieser Arbeit geht es um einen ganzen Komplex von Maßnahmen zur Förderung der Investitionsattraktivität unserer Regionen, zur Integration russischer Betriebe in internationale Produktionsketten.“

    „Ich bin mir sicher, dass wir gemeinsam die Aufgaben zur Förderung eines nachhaltigen, ausbalancierten und harmonischen Wachstums unserer gemeinsamen Region lösen und ihr Gedeihen voranbringen werden. Russland ist zu dieser Zusammenarbeit bereit“, versicherte Putin zum Abschluss.

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    Tags:
    Pläne, Bildung, Freihandelszone, Gipfel, APEC, ASEAN, Wladimir Putin, Russland