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    Anti-Regierungskräfte in der syrischen Provinz Aleppo

    Syrien: IS-Schläferzellen wachen auf

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    Von Nesawissimaja Gaseta
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    Die Befreiung der letzten Hochburg des „Islamischen Staates“ (IS), Abu Kamal, bedeutet nicht das Ende der Gefechte in Syrien, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Freitag.

    In ganz Syrien halten die Zusammenstöße zwischen den Regierungskräften und Extremisten des Islamischen Staates und der bewaffneten Opposition an. Der Bürgerkrieg scheint noch nicht vorbei zu sein, unter bestimmten Bedingungen kann er mit neuer Kraft aufflammen.

    Erstens hat in Syrien der politische Friedensprozess noch nicht begonnen. Das russische Verteidigungsministerium hat nicht bestätigt, dass ein massiver Abzug der russischen Gruppierung aus Syrien vorbereitet wird. Die internationale Gemeinschaft hat keine einheitlichen Herangehensweisen, wie der Friedensprozess schnell und unblutig organisiert werden soll.

    Die unter Vermittlung Russlands, Irans, der Türkei und anderer Länder geschaffenen Deeskalationszonen funktionieren auf einem sehr begrenzten Territorium und sind nicht immer effektiv. Die Opposition, die in diesen Zonen vorgeht, ist sehr gespalten. Viele Kräfte, die sie unterstützen (besonders seitens der USA, der Türkei, Jordaniens u.a.) haben eigene geopolitische Ziele im Lande, die der Position von Damaskus und Moskau entgegengesetzt sind.

    Darüber hinaus wird der von Moskau initiierte Kongress des nationalen Dialogs, der Damaskus und die Opposition einander näher bringen sollte, vom 18. November auf später verschoben. Es wird der Genfer Prozess gebremst, im Rahmen der UNO bringen die westlichen Länder erneut die Frage nach dem angeblichen Einsatz von C-Waffen durch Assads Truppen zur Sprache. Sollten sie den Einsatz von Giftgas beweisen können, wird das Assad-Regime für illegitim erklärt, was die Kontroversen im Lande natürlich zuspitzen wird.

    Zudem ist es verfrüht, vom Sieg über die IS-Extremisten zu sprechen. Das versteht wohl auch die Nato.

    „Wir müssen bereit sein, dass der Kampf gegen den IS bzw. jegliche Anhänger des IS fortgesetzt wird und dass dies eine Bedrohung für die Nato-Mitglieder und die Menschen in anderen Ländern sein wird“, sagte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg beim Nato-Gipfel in Brüssel.

    Nach Informationen aus Syrien und dem Irak beginnen „Schläferzellen“ der Terroristen in diesen Ländern einen Partisanenkrieg.

    Angesichts dieser Faktoren wird Russland dem jetzigen Syrien-Regime natürlich Hilfe leisten, um für die Ordnung im Lande zu sorgen. Anscheinend wird darüber auch während des möglichen Treffens des Präsidenten Russlands mit dem US-Staatschefs Donald Trump am Rande des APEC-Gipfels in Vietnam gesprochen werden. Am 13. November wird sich der russische Staatschef in Sotschi mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan treffen. Wie der Präsidentenberater Juri Uschakow mitteilte, soll unter anderem die Vorbereitung auf den Kongress des nationalen Dialogs Syriens besprochen werden. Ankara ist gegen die Teilnahme der Kurden am Kongress. Die Nicht-Teilnahme am Kongress war zuvor von Feldkommandeuren der protürkischen Oppositionseinheiten angekündigt worden. Putin wird versuchen, Erdogan davon zu überzeugen, die Tätigkeit des bevorstehenden Kongresses zu unterstützen und weiterhin an der Organisation des Friedensprozesses im Lande teilzunehmen.

    Inzwischen ist nicht ganz klar, welche Position im innersyrischen Dialog die kurdischen Selbstverteidigungseinheiten einnehmen, die von der US-geführten Koalition unterstützt werden. Laut dem Politologen Omar Bessam basiert die ganze Stärke der Kurden de facto auf US-Gewehren. Vor dem Krieg machten sie neun Prozent der Bevölkerung aus. Jetzt befinden sich auf den von Kurden kontrollierten Gebieten rund 70 Militärobjekte der USA, darunter Flugplätze, Lager, Militärstützpunkte u.a. Die Gesamtzahl der Soldaten und Offiziere des Pentagons in diesen Gebieten beläuft sich auf bis zu 4000 Militärs.

    Dem Experten zufolge sind die Araber, die die Mehrheit im Norden Syriens bilden, äußerst unzufrieden mit der starken Position der Kurden. Sie besetzen in diesen Gebieten alle führenden Posten, verfügen über eine reale militärische und politische Macht. Die Situation wird zudem dadurch erschwert, dass die von den USA unterstützten Kurden das Eigentum der arabischen Bevölkerung beschlagnahmen, Araber aus ihren Häusern vertreiben u.a. Laut Bessam kann das alles in der Zukunft zu einem neuen Bürgerkrieg führen – zwischen Kurden und Arabern im Norden Syriens.

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    Tags:
    Schläferzelle, Terrorgefahr, Verteidigungsministerium Russlands, NATO, Terrormiliz Daesh, Syrien