02:49 17 Juni 2019
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    Donald Trump bei APEC-Gipfel

    Trump bei Gipfeln in Asien ohne Verbündete gegen China

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    US-Präsident Donald Trump hat es nicht geschafft, die US-Präsenz in Asien auszubauen, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Montag.

    US-Präsident Donald Trump ist auf den Philippinen eingetroffen – die letzte Station seiner Asien-Tour, die viele Treffen mit den führenden regionalen Staats- und Regierungschefs umfasst. Trotz seiner Versuche, die neue US-Politik in Asien vorzustellen, die die Eindämmung Chinas und die Schaffung einer Koalition gegen Nordkorea vorsieht, hat Trump während seiner Asien-Reise keines seiner anvisierten Hauptziele erreicht. Bei der Lösung des Korea-Problems kam er nicht voran. Sein Vorschlag, Peking mehr unter Druck zu setzen, das territoriale Streitigkeiten mit den Verbündeten der USA hat, fand keine Zustimmung. Trumps Asien-Tour zeigte, dass China der unbestrittene Anführer in der Region wird, während die USA ihre Einflusshebel bei der Festigung ihrer Herrschaft in der Region verlieren.

    Der zweitägige Besuch Donald Trumps auf den Philippinen, bei dem er zusammen mit anderen asiatischen und internationalen Staats- und Regierungschefs am 31. ASEAN-Gipfel und am Ostasiatischen Gipfel teilnimmt, wird seinen diplomatischen Marathon in der Asien-Pazifik-Region abschließen. Zuvor hatte er den APEC-Gipfel in Da Nang in Vietnam besucht, bei dem die Schlusserklärung über die Schaffung einer „integrierten Asien-Pazifik-Region ohne Trennlinien“ bis 2025 verabschiedet wurde. Auffallend ist, dass Trump während seiner Asien-Tour kein einziges Mal das Wort „Asien-Pazifik-Region“ erwähnte, stattdessen bevorzugte er die Bezeichnung „Indopazifik“, die in vielen asiatischen Ländern nicht genutzt wird. Der Kurswechsel bei den Schwerpunkten in der US-Politik, der sich auch während des jüngsten Indien-Besuchs des US-Außenministers Rex Tillerson zeigte, ist mit dem Streben Washingtons verbunden, die Festigung der Führungsrolle Chinas in Asien zu verhindern, indem man auf Indien und die pazifischen Verbündeten der USA setzt.

    Allerdings zeigte Trumps Peking-Besuch, dass die USA keine effektiven Druckinstrumente gegen China haben, die den USA ermöglichen würden, China eigene Regeln zu diktieren.

    In Manila spielte der Präsident der Philippinen, Rodrigo Duterte, unerwartet China in die Karten. Obwohl Manila und Washington schon seit langer Zeit Beziehungen als Verbündete pflegen, lehnte das philippinische Staatsoberhaupt die Idee ab, Peking, das mit einigen ASEAN-Staaten Territorialstreitigkeiten hat, verstärkt unter Druck zu setzen „Wir müssen Freunde bleiben. Einige Hitzköpfe wollen, dass wir mit China auf Konfrontationskurs gehen. Doch es ist besser, das Südchinesische Meer nicht anzutasten, niemand kann es sich leisten, einen Krieg zu beginnen“, warnte Duterte. Dieser Erklärung ging sein Treffen mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping voraus. Bei dem Treffen wurden die Besorgnisse Manilas beseitigt, dass Peking den Status quo in den Beziehungen zu Taiwan, Vietnam, Philippinen, Malaysia und Brunei verletzen könnte.

    „Er gab zu, dass niemand einen Krieg entfachen kann, weil er unser aller Vernichtung bedeuten würde. Er weiß, dass im Falle eines Kriegs alles explodieren kann“, so Duterte.

    Das Streben der Länder der Region, nach Lösungen ohne die Beteiligung Washingtons zu suchen, untergrub die Versuche des Präsidenten Trump, den US-Einfluss in Südostasien via Vermittlung zwischen den Konfliktseiten auszubauen.

    „Ich bin ein guter Vermittler und Schiedsrichter“, sagte Trump in Da Nang beim Treffen mit Vietnams Präsident Tran Dại Quang. Doch sein Angebot fand keinen Anklang – zum Vorteil Pekings, das gegen äußere Einmischung in den Streit zwischen asiatischen Nachbarn ist.

    Während seiner Asien-Tour konnte Trump ebenfalls keinen Schlüssel zum Korea-Problem finden – mal droht er Pjöngjang mit einem Gewaltszenario, mal ist seine Rhetorik mild gestimmt. Vor kurzem schrieb er auf Twitter: „Warum beleidigt mich Kim Jong-un, indem er mich alt nennt? Ich habe ihn nie klein und fett genannt. Ich versuche, sein Freund zu sein – vielleicht wird es irgendwann klappen!“. Zuvor hatte er den nordkoreanischen Staatschef „kleinen Raketenmann“ und Diktator genannt, gegen den die USA maximale Härte zeigen werden.

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    Tags:
    Internationale Beziehungen, Verlust, Einfluss, Macht, Scheitern, Erweiterung, APEC, ASEAN, Rodrigo Duterte, Donald Trump, Asien, Philippinen, Vietnam, Nordkorea, USA, China