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11:25 17 Juli 2019
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    Siemens-Zentrale in Moskau

    Deutsche Firmen nehmen neuen Anlauf gegen antirussische Sanktionen

    © Sputnik / Wladimir Sergeew
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    Nesawissimaja Gaseta
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    Die antirussischen Sanktionen der EU haben einen der führenden Konzerne in Deutschland stark getroffen. Nach neuen Wegen zur Überwindung der Einschränkungen suchen jetzt auch weitere deutsche Firmen, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Montag.

    Während im Moskauer Schiedsgerichtshof gleich drei Klagen mit Beteiligung von vier juristischen Personen in Bezug auf zwei Verträge über die Lieferung von Siemens-Gasturbinen auf die Krim behandelt werden, musste die Führung des Konzerns bei der vor wenigen Tagen in München stattgefundenen Jahres-Pressekonferenz die fehlende Rentabilität der Sparte Power & Gas einräumen, die sich gerade mit der Produktion von den in Russland benötigten Turbinen für die Energiebranche befasst. Die führenden Vertreter der Geschäftskreise Deutschlands starteten neue Initiativen zum Ausbau des Handels mit Russland.

    Beim 52. Symposium Einkauf und Logistik in Berlin unterzeichneten der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft (OA), der Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) und die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer (AHK) eine Absichtserklärung zur Durchführung einer „Einkaufsinitiative Russland“ für die deutsche Wirtschaft. Das gemeinsame Ziel der drei Verbände ist es, deutsche Unternehmen, einschließlich ihrer Beschaffungsinteressen, mit ausgesuchten und qualifizierten russischen Lieferanten zusammenzubringen. Russland sei und bleibe ein wichtiger Markt für die deutsche Wirtschaft, hieß es im Ost-Ausschuss.

    „Russland hat sich als Produktionsstandort in internationalen Rankings zuletzt kontinuierlich verbessert, auch deutsche Investoren haben daran einen wichtigen Anteil. Die Partnerschaft mit dem BME wird den deutsch-russischen Handel weiter beleben“, hieß es im Ost-Ausschuss.

    Wie Silvius Grobosch, Mitglied des geschäftsführenden BME-Bundesvorstandes, betonte, bietet Russland deutschen Einkäufern große Möglichkeiten. Matthias Schepp, Vorstandsvorsitzender der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer, sagte:

    „Wir freuen uns, russischen Firmen bei der Integration in die globalen Wertschöpfungsketten und beim Export unterstützen zu können und somit die wirtschaftlichen Verflechtungen unserer beiden Länder auch jenseits des Rohstoffhandels weiter zu vertiefen.“

    In diesem Zusammenhang könnte man vermuten, dass gerade die Sanktionspolitik der EU der Grund für die jetzigen Schwierigkeiten nicht nur bei Siemens, sondern auch anderen deutschen Firmen ist, die auf dem russischen Markt tätig sind. Allein die Verluste bei Siemens können zum Abbau von Tausenden Stellen führen, wie das „Handelsblatt“ berichtet. Eine Abwanderung des deutschen Konzerns aus Russland ist zwar kaum zu erwarten. Allerdings könnte man von einer bedeutenden Einschränkung der Möglichkeiten des Konzerns auf dem russischen Markt sprechen. Zudem sind in Russland auch Firmen aus anderen Ländern mit einem ähnlichen Programm, die den deutschen Konzern in bestimmten Bereichen ersetzen können, tätig.

    Nach Angaben der Vertreter einiger deutscher Parteien verlor deutsche Wirtschaft wegen der antirussischen Sanktionen bereits rund eine halbe Million Arbeitsplätze. Vor diesem Hintergrund ist klar, warum Unternehmensverbände nach neuen Wegen zur Beibehaltung des jetzigen Handelsumfanges suchen. Die antirussische Sanktionspolitik soll in erster Linie aus der Sicht der Errichtung von Außenhandelsbarrieren betrachtet werden, die nicht nur für Russland, sondern auch für die Initiatoren dieser Maßnahmen Verluste bringen.

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    Tags:
    Geschäft, Unternehmen, Handel, Sanktionen, Deutsch-Russische Auslandshandelskammer (AHK), Siemens, Deutschland, Russland