21:35 23 November 2017
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    Kirche in Kairo (Archivbild)

    EU nimmt Christen in Schutz

    © AP Photo/ Nariman El-Mofty
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    Nesawissimaja Gaseta
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    Brüssel und Washington wollen die Verfolgung religiöser Minderheiten stoppen, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Dienstag.

    Laut dem Bericht der Organisation Aid to the Church in Need sind Christen 80 Prozent der Opfer aller religiös motivierten Angriffe. Der Berichtverfasser John Pontifex sprach von dringend notwendiger Hilfe für die Christen. Auch das EU-Parlament befasst sich mit dem Problem der Verfolgung von Christen. Eine dahingehende Frage wurde am Montag in Straßburg vom Vorsitzenden der Europäischen Volkspartei, Manfred Weber, gestellt.

    Weber rief zu einem ernsthafteren Herangehen an dieses Problem auf. Zu den größten Verletzern der Rechte dieser religiösen Gruppe gehören zwölf Staaten – Eritrea, China, Saudi-Arabien, Nordkorea, Indien, Irak, Ägypten, Nigeria, Pakistan, Syrien, Sudan und die Türkei.

    Die Lage der Christen wurde von der Europäischen Volkspartei bei der Plenarsitzung des EU-Parlaments in Straßburg besprochen. An der Diskussion am Montag nahm auch die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini teil.

    Im Jahr 2015 wurden Verletzungen der Rechte von Christen in 128 Ländern festgestellt – das sind 20 Länder mehr als im vergangenen Jahr, heißt es im Bericht von Pew Research. Im Nahen Osten, gefolgt von Europa, werden die Gläubigen seitens der Staaten am meisten unterdrückt bzw. eingeschränkt.

    Die Zahl der verfolgten Christen wird auf 200 bis 600 Millionen Menschen geschätzt. Genozide gegen Christen wurden in Syrien, im Irak sowie im nördlichen Teil Nigerias festgestellt. Die Gewalt gegen religiöse Minderheiten hat verschiedene Formen. In Nordkorea erfolgen die Repressalien gegen Christen seitens des Staats. In Bezug auf die Situation im Irak und Syrien werden Christen vorwiegend von bestimmten sozialen Gruppen angegriffen. In Pakistan werden Christen sowohl seitens des Staates als auch seitens der Gesellschaft verfolgt.

    Die christliche Bevölkerung in Syrien, im Irak und in Ägypten schwindet in rasendem Tempo. Falls die jetzige Dynamik beibehalten wird, könnte es im Irak bereits zum Jahr 2020 keine Christen mehr geben. Zugleich äußerte der Berichtverfasser die Hoffnung, dass die Situation immer noch geändert werden kann, doch seien dafür dringende Maßnahmen erforderlich.

    Vor einigen Tagen versprach US-Vizepräsident Mike Pence schnelle Maßnahmen zum Schutz der Christen. Ihm zufolge erwiesen sich die Anstrengungen der UNO zum Schutz religiöser Minderheiten als ineffektiv, weshalb die USA sich nun einseitig mit diesem Problem befassen werden. Das Geld zur Hilfe für illegal verfolgte religiöse Gruppen soll von der USAID bereitgestellt werden.

    „Wir können uns nicht allein auf die Vereinten Nationen verlassen, um Christen und andere Minderheiten vor dem Hintergrund des andauernden Genozids und der Gewalt seitens der Terrorgruppen zu schützen“, sagte Pence.

    Zudem drückte er die Bereitschaft aus, mit religiösen Gemeinschaften und privaten Organisationen zu kooperieren, um jene zu schützen, die für ihren Glauben bestraft werden.

    Sowohl die internationale Gemeinschaft im Ganzen als auch einzelne Länder können Schritte zur Unterstützung der Christen unternehmen, sagte der Berichtverfasser.

    „Erstens sollen die Staaten den Charakter ihrer Beziehungen mit den Ländern, die die Rechte der Christen verletzen, revidieren. Zur Liste solcher Länder gehört Saudi-Arabien, wo die Bibel und der Bau von Kirchen verboten ist und die Staatsbürger in der Öffentlichkeit keine Kreuze am Leib tragen dürfen“, sagte Pontifex.

    Zudem sollen die Staaten zusammenarbeiten, um Extremistengruppierungen zu stoppen. „Sowohl der Westen als auch andere Länder sollen alles mögliche unternehmen, um die Verbreitung von Propaganda durch solche Organisationen zu verhindern und den Zugang zu Waffen einzuschränken“, so Pontifex.

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    Tags:
    Verfolgung, Schutz, Christen, Religion, EU, Nordkorea, Türkei, Afrika, Nahost
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