12:10 24 November 2017
SNA Radio
    Donald Trump Jr. bei Fasanen-Jagd

    Trump Jr. veröffentlichte E-Mail-Wechsel mit WikiLeaks

    © REUTERS/ Lucas Jackson
    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    Rossijskaja Gaseta
    1688140

    Der Sohn des US-Präsidenten, Donald Trump Jr., hat seinen E-Mail-Wechsel mit WikiLeaks veröffentlicht. Das war seine Reaktion auf die jüngsten Behauptungen einiger Medien, der Wahlstab seines Vaters hätte in Verbindung mit der Enthüllungs-Website von Julian Assange gestanden, schreibt die "Rossijskaja Gaseta" am Mittwoch.

    Nach dem Amtsantritt Präsident Trumps hatten liberale Medien, die ihn während des Wahlkampfes scharf kritisiert und unverhohlen seine demokratische Gegnerin Hillary Clinton unterstützt hatten, eine umfassende „Informationsoffensive“ gegen ihn gestartet. Es wurden zahlreiche Informationen veröffentlicht, die Trump diskreditierten, oft aber nichts als Fälschungen waren. Eines dieser Medien war die liberale Zeitschrift „The Atlantic“, deren Chefredakteur Jeffrey Goldberg dem nächsten Umfeld Barack Obamas angehörte und die außenpolitischen Ansichten Hillary Clintons befürwortete. Während des Präsidentschaftswahlkampfes trat die „Atlantic“-Redaktion gegen Trump auf, obwohl sie zuvor jahrzehntelang neutral geblieben war und keinen konkreten Präsidentschaftskandidaten unterstützt hatte.

    Die „Atlantic“-Veröffentlichungen sind durchaus kennzeichnend für die Konfrontation zwischen Präsident Trump und den liberalen US-Medien. Die Anwälte von Trump Jr. hatten unlängst dem Sonderausschuss des Kongresses, der sich mit den Verbindungen des Trump-Teams zu Russland und WikiLeaks beschäftigt, vertraulich den E-Mail-Wechsel ihres Mandanten mit WikiLeaks zur Verfügung gestellt. Aber eine anonyme Quelle im Ausschuss überließ diese Dokumente Journalisten. Dabei wurden sie von der „Atlantic“-Redaktion selektiv und aus dem Kontext gerissen veröffentlicht, so dass die Leser den Eindruck bekommen könnten, dass es tatsächlich eine Kampagne zur Diskreditierung Hillary Clintons gegeben haben könnte.

    Angesichts dessen beschloss der Sohn des Präsidenten, sich nicht zu rechtfertigen und einfach seinen ganzen E-Mail-Wechsel mit WikiLeaks auf Twitter zu veröffentlichen.

    Dieser E-Mail-Wechsel begann im September 2016 und war eher einseitig: Auf ein paar Dutzend WikiLeaks-Mitteilungen antwortete Trump Jr. nur drei Mal.

    Am 20. September fragte WikiLeaks nach seinem Kommentar zur Gründung eines politischen Ausschusses zwecks Diskreditierung von Trump Sr. Sein Sohn erwiderte, er habe keine entsprechenden Informationen, würde sich aber darüber erkundigen. Ein paar Wochen später riet die Enthüllungsplattform dem Trump-Team, auf Medienberichte zu achten, Hillary Clinton wolle den WikiLeaks-Gründer Julian Assange mithilfe von Drohnen beseitigen. „Wir haben das heute schon getan“, so die Antwort von Trump Jr. „Es ist unfassbar, wie ihr solche Dinge straflos ausgehen.“ Später fragte er, woher WikiLeaks diese Informationen erhalten hatte, bekam aber keine Antwort. Das war seine letzte Mail an die Enthüllungsplattform.

    Später bekam Trump Jr. von WikiLeaks mehrere Angebote bzw. Bitten, beispielsweise auf manche Medienberichte zu achten, im Falle der Wahlniederlage seines Vaters das US-Establishment öffentlich der Bestechlichkeit zu überführen und im Falle seines Wahlsiegs Julian Assange zum US-Botschafter in Australien zu ernennen. WikiLeaks war mit Clintons Versuchen, der Website Verbindungen mit Russland sowie Sympathie für Trump vorzuwerfen, unzufrieden. Um das zu dementieren, rief die Enthüllungsplattform Trumps Sohn auf, die Steuererklärung seines Vaters zu veröffentlichen. Auf keine von diesen Mitteilungen gab Donald Trump Jr. eine Antwort.

    Im Allgemeinen kann man feststellen, dass die Behauptungen der „Atlantic“-Redaktion lediglich bestätigt haben, dass Trumps Wahlstab Kontakte mit WikiLeaks hatte, die jedoch sehr oberflächlich waren. Auffallend ist, dass dabei so gut wie nichts über Russland geschrieben wurde. Außerdem zeigte Trump Jr. weder Interesse für die Kontakte zu WikiLeaks noch jegliche Initiative dabei. Davon zeugt vor allem die Tatsache, dass er nur drei Mitteilungen an WikiLeaks geschrieben hat.

    Man muss sehr viel Fantasie haben, um diesen E-Mail-Wechsel für einen Beweis für eine Anti-Clinton-Verschwörung zu halten, von der die liberalen US-Medien ständig reden. Allerdings war das nie ein Hindernis für Trumps Gegner, die jede Gelegenheit nutzten, um ihn negativ darzustellen.

    Zum Thema:

    WikiLeaks-Gründer Assange bezeichnet Hillary Clinton als „Schlächterin von Libyen“
    WikiLeaks: Clinton wusste von Vorgehen von Al-Qaida in Syrien
    WikiLeaks: Clinton-Mails nicht durch Russen gehackt, sondern…
    Exklusivinterview: WikiLeaks-Enthüllungen zu Clinton aus Washington lanciert
    Tags:
    E-Mails, Präsidentenwahl, WikiLeaks, Hillary Clinton, Donald Trump Jr, USA
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren