14:34 17 Juni 2019
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    T-90 der indischen Streitkräfte (Archivbild)

    T-90 und Abrams begegnen sich auf den Feldern Indiens

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    Nesawissimaja Gaseta
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    Die indische Armee will in absehbarer Zeit auf veraltete Panzer T-72 verzichten, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Freitag.

    Angesichts dessen bereitet Neu-Delhi eine Ausschreibung vor, denn die indische Rüstungsindustrie konnte keinen eigenen Panzer entwickeln, der den modernen Anforderungen entsprechen würde und zuverlässig wäre.

    Laut der indischen Zeitung „Hindu“ sieht die Ausschreibung den Kauf von 2600 neuen Panzern vor.

    Die Kooperation zwischen Moskau und Neu-Delhi im Panzerbau begann noch zu Sowjetzeiten. Indien bekam zwischen 1978 und 2007 sowjetische T-72-Panzer. Aktuell verfügt es über 2414 Panzer dieses Modells. 1108 von ihnen wurden in der Sowjetunion bzw. Russland und 1306 unmittelbar in Indien gebaut.

    Gleichzeitig beschäftigte sich die indische Defense Research and Development Organization (DRDO) mit der Entwicklung des eigenen Panzermodells Arjun. Aber am Ende verzichteten die indischen Streitkräfte wegen zahlreicher Mängel darauf.

    Deshalb wird es jetzt eine Ausschreibung geben. Eine der Bedingungen der Inder ist, dass die Panzer künftig auf ihrem Territorium gebaut werden sollen. Parallel wird DRDO weiterhin ein neues eigenes Modell entwickeln.

    Es ist unwahrscheinlich, dass an der Ausschreibung China teilnehmen wird, denn es ist ein Verbündeter Pakistans und gilt als potenzieller Militärgegner. Das israelische Modell Merkava ist in vielerlei Hinsicht sehr spezifisch, und die Inder werden es wohl nicht berücksichtigen. Auch der deutsche Leopard hat eher geringe Chancen, denn in Deutschland gibt es aktuell keine Kapazitäten für die Serienproduktion dieses Modells, und der Bau von neuen Produktionsstätten in Indien wäre unrentabel.

    Darüber hinaus ist unwahrscheinlich, dass Berlin bereit wäre, den Indern eigene Technologien zu überlassen. Und schließlich wurden die Mängel des Leopard-Modells während des jüngsten türkischen Einsatzes „Euphrat-Schutzschild“ in Syrien offensichtlich.

    Interessant für Neu-Delhi könnte der französische Panzer AMX-56 Leclerc sein. 388 solche Maschinen hat die Armee der Vereinigten Arabischen Emirate, und Abu Dhabi ist mit ihnen zufrieden. Zu einem Hindernis könnte Paris‘ Weigerung werden, Leclerc-Maschinen in Indien zu bauen.

    Das bedeutet, dass vor allem der russische T-90-Panzer und der amerikanische Abrams um die Gunst der Inder kämpfen werden. Zu den Vorteilen des „Russen“ gehört der Umstand, dass Indien bereits über etwa 1000 Maschinen dieses Typs verfügt; darüber hinaus zeigte der T-90 beim jüngsten Vergleichstest im Rahmen einer Waffenmesse in Saudi-Arabien bessere Ergebnisse als der Abrams.

    Bei dem „Amerikaner“ fiel damals nach einer Geländefahrt die Kanone aus, so dass er keinen einzigen Schuss abgeben konnte. Darüber hinaus funktionieren die russischen Produktionsstätten vollwertig, während die Amerikaner ihre Panzerbetriebe konserviert haben und sich aktuell nur mit der Modernisierung der älteren Modelle beschäftigen, ohne neue Panzer serienmäßig zu bauen.

    Also ist der T-90 in verschiedener Hinsicht besser als der Abrams. Allerdings könnte Moskau nichts dagegen tun, wenn sich Neu-Delhi aus politischen Gründen für das Zusammenwirken mit den USA entscheiden sollte. In letzter Zeit bemüht sich Washington bekanntlich um die Festigung seiner Kontakte mit Neu-Delhi, vor allem im Militärbereich. Anfang Juni erklärte US-Verteidigungsminister James Mattis sogar, Indien sei der Schlüsselpartner der USA in der Rüstungsbranche.

    Washington und Neu-Delhi sind inzwischen durch ein Abkommen zum Bau von Mehrzweck-Kampfjets F-16 in Indien und zur Lieferung von 22 Marine-Drohnen MQ-98 Guardian gebunden. Zuvor hatte Indien bei den USA den Hubschrauberträger „Jalashwa“ (früher LPD-14 „Trenton“) und ein Frachtflugzeug C-17 gekauft.

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    Kampf, Markt, Waffenlieferungen, Waffenhandel, M1-Abrams, Kampfpanzer T-90, USA, Russland, Indien