17:01 12 Dezember 2017
SNA Radio
    Milizen der Terrorgruppe Dschebhat an-Nusra im syrischen Dorf Aziza (Archiv)

    Syrien-Regelung: Nur einer stellt sich quer

    © AFP 2017/ Guillaume Briquet
    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    Iswestija
    2588

    Die al-Nusra-Front ist im Grunde die einzige noch bestehende Kraft in Syrien, die nach wie vor Verhandlungen über eine friedliche Konfliktregelung in dem Land verweigert und die Waffen nicht niederlegen will, schreibt die Zeitung "Iswestija" am Dienstag.

    Alle anderen mehr oder weniger bedeutenden Gruppierungen zeigten sich in letzter Zeit verhandlungsbereit, verrieten jüngst diplomatische Quellen in Russland.

    Quellen in der syrischen Armee informierten ihrerseits, dass viele Oppositionelle unterschiedliche Ansichten zur Zukunft des Landes haben. Deshalb komme es zwischen ihnen zu bewaffneten Auseinandersetzungen, vor allem zwischen der al-Nusra-Front und ihren früheren Verbündeten aus der Gruppierung Nureddin Sinki. 

    „Schon seit mehreren Tagen werden Gefechte in der Nähe der Stadt Darat Izza an der Grenze zur Provinz Idlib geführt. Auf beiden Seiten wurden Dutzende Kämpfer getötet. Der Konflikt hat offenbar die ‚heiße‘ Phase erreicht, als Nureddin Sinki im Juli den Austritt aus dem terroristischen Bündnis verkündete“, so ein Insider. 

    Das bestätigte man auch im syrischen Parlament. „Solche Auseinandersetzungen zwischen den Kämpfern sind im Laufe des Konflikts Alltag geworden. Offensichtlich geht es um die Verteilung der Güter, die sie gestohlen haben“, sagte ein Abgeordneter. „Außerdem zeugen die Auseinandersetzungen davon, dass es zwischen den Sponsoren der Terroristen Kontroversen gibt. Denn ohne entsprechende Signale seitens der ausländischen Sponsoren hätte es solche Gefechte nicht gegeben.“ 

    Der westliche Teil der Provinz Aleppo und die Provinz Idlib gehören einer der vier Deeskalationszonen an, die im Sinne der entsprechenden Vereinbarung zwischen Russland, der Türkei und dem Iran eingerichtet worden waren. Moskau erwartet von Ankara, dass sie in dieser Region Oppositionskämpfer von Terroristen trennen wird. Dabei ist Darat Izza einer der wichtigsten Stützpunkte der al-Nusra-Front. Dort weilt seit mehreren Wochen eine Gruppe von hochrangigen türkischen Militärs, die an Verhandlungen teilnehmen sollten. Wie diese Gespräche endeten, ist allerdings unbekannt.

    Auf Ankaras Einmischung in die Situation verwies auch der syrische Brigadegeneral a.D. Turki Hassan. „Die Einrichtung der Deeskalationszonen führte zu einer Umverteilung der Einflussgebiete, und jetzt versucht jede mehr oder weniger wichtige Gruppierung, strategisch wichtige Räume einzunehmen. Außerdem will Nureddin Sinki sich als Kämpfer gegen den Terrorismus, insbesondere gegen die al-Nusra-Front, zeigen, obwohl die beiden früher dem größeren Bündnis Hayat Tahrir asch-Scham angehörten. Natürlich hatte die Führung von Nureddin Sinki das Abkommen zur Einrichtung der Deeskalationszonen nicht unterzeichnet. Da aber ihr wichtigster Sponsor die Türkei ist, gibt es vermutlich gewisse positive Fortschritte“, vermutete der General a.D. 

     

    Tags:
    Konflikt, Opposition, Frieden, Al-Nusra-Front, Idlib, Türkei, Syrien, Russland
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren