15:47 17 August 2018
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    Polizei während der Sonderoperation in Tiflis (Archiv)

    Durchbruchsversuch von IS-Kämpfern nach Tschetschenien über Georgien vereitelt

    © Sputnik / Lewan Awlabreli
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    Beim erbitterten Kampf in einem dicht besiedelten Stadtteil von Tiflis ist eine Gruppe von IS-Extremisten getötet worden. Die meisten Kämpfer sind Tschetschenen, die in Syrien und im Irak aktiv waren. Tiflis befürchtet nun Rache seitens der Radikalen, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Freitag.

    Über einige Details der Sonderoperation in Tiflis berichtete die Sprecherin des Dienstes für Staatssicherheit Georgiens, Nino Giorgobiani. „Drei der Beteiligung an der Terrororganisation Verdächtige wurden getötet, einer wurde festgenommen“, sagte Giorgobiani. Ihr zufolge kam ein Mitglied der Sicherheitseinheiten ums Leben, drei wurden verletzt. Diese Gruppierung sei von den Sicherheitsdiensten lange überwacht worden.

    Nach „Kommersant“-Angaben begann die Beschattung, als ein Bewohner des Wohnhauses das Innenministerium anrief und das verdächtige Verhalten ungeselliger Nachbarn meldete.

    Am 21. November – gleich nach der Festnahme eines Vermittlers der Gruppe, des Tschetschenen Riswan Gornikaschwili – wurde beschlossen, die Verdächtigen wegen Terrorismus festzunehmen. Am Dienstag wurde das Haus um ca. 22.30 Uhr Ortszeit eingekesselt, den Verdächtigen wurde angeboten, sich zu ergeben, sie weigerten sich aber, eröffneten Feuer und warfen Handgranaten aus dem Fenster.

    Die Terroristen hatten große Munitionsvorräte und leisteten den Spezialeinheiten, die das Haus evakuieren mussten, erbitterten Widerstand. Erst nach 20 Stunden wurden zwei der drei Extremisten von Kämpfern der Spezialeinheiten des Innenministeriums und des Sicherheitsdienstes mit dem Einsatz von Großkaliber-Granatwerfern getötet. Der Dritte lief mit dem Ruf „Allahu Akbar“ aus dem Haus und wurde vor Ort getötet.

    Wie bekannt wurde, war die Drei-Zimmer-Wohnung mit Hilfe des Tschetschenen Aslan Dschabrailow von den Terroristen gemietet worden. Er wurde ebenfalls festgenommen, doch Vorwürfe des Terrorismus wurden gegen ihn bislang nicht erhoben. Die Wohnung gehört einer Tschetschenin aus derselben Region; sie lebt in Österreich.

    Es kamen Vermutungen auf, dass die Terroristen ethnische Tschetschenen sind, die Verbindungen ihrer Landsleute aus Pankisi nutzten. Dies wurde am Mittwoch vom Anführer der tschetschenischen Gemeinde Georgiens, Umar Idigow, bestätigt. „Sie riefen mich an und schilderten die Situation, baten um Hilfe“, sagte Idigow. Er beklagte sich darüber, dass die georgische Polizei ihn nicht zu den Verhandlungen zugelassen habe.

    „Wir Tschetschenen hätten leicht gemeinsame Sprache gefunden“, sagte Idigow. Ihm zufolge hatten die Extremisten keine bösen Absichten gegenüber Georgien.

    „Nach der Zerschlagung des Islamischen Staates versuchten sie, via Georgien nach Tschetschenien durchzubrechen“, sagte die Terrorismus-Expertin Nino Burtschuladse. Ihr zufolge wurden sie von jemandem in Georgien mit einer großen Menge an Waffen und Munition versorgt.

    Burtschuladse äußerte Zweifel daran, dass einer der getöteten Terroristen der bekannte Extremist Achmed Tschatajew ist, der 2012 in Georgien festgenommen und anschließend amnestiert wurde, dann nach Syrien umzog und heute als einer der hasserfülltesten Vertreter der IS-Führung gilt. „Tschatajew fehlen ein Arm und ein Bein. Er hat zwar eine sehr gute Prothese, doch ein Mann mit solchen Merkmalen hätte kaum unbemerkt drei Grenzen passieren können“, so Burtschuladse.

    Inzwischen kam es nach der Veröffentlichung eines Fotos in den sozialen Netzwerken, auf dem ein Terrorist aus dem Haus läuft, zu Drohungen seitens der Radikalen gegen Facebook; sie „wollen Georgien wegen des Todes ihres Bruders mit Blut überschwemmen“.

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    Tags:
    Operation, Terroristen, Krieg, IS, Tschetschenien, Georgien, Russland
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