10:03 13 Dezember 2017
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    Pentagon muss auf „Sternen-Landetruppen“ verzichten

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    Nesawissimaja Gaseta
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    Nach heftigen Debatten hat der US-Kongress Präsident Donald Trump den Militäretat für 2018 vorgelegt, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Freitag.

    Laut dem Dokument darf das US-Verteidigungsministerium im kommenden Jahr mit 634 Milliarden Dollar rechnen. Weitere 66 Milliarden Dollar sind für die Militäreinsätze in Afghanistan, Syrien, im Irak und anderen Regionen der Welt vorgesehen, wo Gefahren für Washingtons nationale Interessen entstehen könnten. Zuvor hatte Präsident Trump „nur“ 603 Milliarden Dollar für das Pentagon und zusätzlich 65 Milliarden Dollar für ausländische Kriegseinsätze beantragt.

    Noch wichtiger ist aber die Entscheidung der Gesetzgeber, auf die Idee der Bildung des so genannten „Space Corps“ auf Basis der US-Luftstreitkräfte zu verzichten, das ab 2019 in eine separate Waffengattung ausgesondert werden könnte bzw. sollte. Jetzt wurde jedoch beschlossen, „nur“ die Ressourcen innerhalb des Luftwaffenamtes umzuverteilen.

    Die Idee zur Bildung des „Space Corps“ hatten mehrere Mitglieder des Repräsentantenhauses. „Wenn ich das Vorgehen Russlands und Chinas beobachte, verstehe ich, dass wir keine Zeit haben, um tatenlos dazusitzen und zu hoffen, dass wir in die richtige Richtung driften“, sagte der Vorsitzende des Streitkräfteausschusses, Mac Thornberry: „Wir hängen mehr als jemand sonst vom Weltraum ab.“

    „Unsere Freunde von der U.S. Air Force schenken dem Weltraum zu wenig Aufmerksamkeit. Sie machen viele Dinge hervorragend, aber es ist inzwischen eine neue Ära gekommen, und es sind neue Aufgaben entstanden, und dieses Korps wird uns gestatten, sie effizienter zu lösen“, betonte das Mitglied eines Unterausschusses im Streitkräfteausschuss, Jim Cooper. „Denn eines Tages könnten wir aufwachen und feststellen, dass wir wegen der Handlungen unserer Gegner blind und taub geworden sind. Im Weltraum haben wir immerhin sehr viele wertvolle Anlagen.“

    Aber nicht alle Mitglieder des Repräsentantenhauses stimmten diesem Plan zu, und der Senat stimmte überhaupt dagegen und schlug lediglich vor, ein neues Amt einzuführen, und zwar das des Chefexperten für Informationskrieg, der für die Cybersicherheit zuständig wäre und dem Verteidigungsminister höchstpersönlich Rede und Antwort stehen würde.

    „Wir verstehen aktuell nicht einmal, was uns das alles kosten würde, und wissen nicht, wie das ‚Space Corps‘ sein sollte, wie es zu organisieren wäre, wer sich an ihm beteiligen sollte, usw.“, warnte seinerseits der Vorsitzende des Unterausschusses für Luftstreitkräfte und Heer im Repräsentantenhaus, Mike Turner. „Die Hauptsache ist aber, dass wir nicht wissen, wie das ‚Space Corps‘ die bestehenden Probleme lösen könnte. Denn wenn Sie dieselben Spezialisten nehmen und sie mit derselben Arbeit beauftragen, wobei sie nur neue Ämter bekleiden, heißt das nicht, dass Sie die Effizienz des ganzen Systems steigern können.“

    Besonders negativ äußerten sich gegen die Gründung des „Space Corps“ die Militärs selbst. „Es ist nicht gerade der beste Zeitpunkt dafür, von der Bildung eines selbstständigen Weltraumkorps bzw. von Weltraumtruppen zu sprechen“, erklärte der stellvertretende US-Generalstabschef Paul Selva im Senat. Die Aussonderung einer neuen Waffengattung könnte nach seiner Auffassung eher neue Probleme schaffen als die bestehenden lösen.

    Negativ äußerte sich auch Pentagon-Chef James Mattis, obwohl diese Idee zum ersten Mal in einem Bericht der Kommission für die Einschätzung der Verwaltungs- und Organisationsaspekte der US-Aktivitäten im Weltraum zum Ausdruck gebracht worden war, an deren Spitze Ex-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld stand.

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    Tags:
    Truppen, Budget, Pentagon, Donald Trump, Weltraum, USA
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