22:28 18 Juli 2018
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    Bewohner von Pjöngjang bei einem feierlichen Zug (Archivbild)

    Nordkoreas Geduld bestand den Härtetest

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    Südkorea ist zur Wiederaufnahme eines direkten Dialogs mit Nordkorea bereit, wenn es sich der Raketen- und Atomtests weiterhin enthalten wird. Dies sagte der Sondergesandte des Präsidenten Südkoreas, Song Young-gil, am Montag in Seoul, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Dienstag.

    Pjöngjang absolviert seit zweieinhalb Monaten keine Raketen- und Atomtests. Washington hatte ebenfalls die Bereitschaft erklärt, einen direkten Dialog mit Nordkorea aufzunehmen, falls Pjöngjang seine Raketen- und Atomtests mindestens für zwei Monate einfrieren lässt. Allerdings sei die Bereitschaft zu entsprechenden Gesprächen noch nicht offiziell verkündet worden.

    Der stellvertretende russische Außenminister Igor Morgulow unterstützte am Montag die Idee der direkten Verhandlungen, sagte aber, dass das Hauptproblem nun nicht die Tests Pjöngjangs, sondern gemeinsame amerikanisch-südkoreanische Übungen sind.

    „Falls die von Pjöngjang in den letzten zwei Monaten demonstrierte Zurückhaltung – seit dem 15. September führt es keine Teststarts durch – auf entsprechende Gegenschritte seitens der USA und ihrer Verbündeten trifft, dann könnte man zur Umsetzung der zweiten Etappe unserer Roadmap übergehen und mit direkten amerikanisch-nordkoreanischen Verhandlungen beginnen“, sagte Morgulow.

    Damit bestätigte Morgulow die Anfang Oktober aufgetauchten Informationen, wonach die USA zur Aufnahme direkter Verhandlungen mit Nordkorea bereit sind, falls sich Pjöngjang im Laufe von zwei Monaten jeglicher Provokationen enthalten wird.

    Südkoreas Sondergesandter Song Young-gil sagte am Montag, dass seines Erachtens zumindest ein Teil der US-Führung zu Verhandlungen bereit ist. „Mir scheint, dass US-Außenminister Rex Tillerson und der Botschafter Joseph Yun optimistisch gestimmt sind und direkte Verhandlungen wollen. Dennoch kennen wir nicht die wahre Absichten Herrn Trumps, seine Politik ist unberechenbar, deswegen weiß ich es nicht genau“, sagte er.

    Igor Morgulow sagte zudem, dass das Hauptproblem nicht in Nordkorea, sondern in der amerikanisch-südkoreanischen Allianz bestehe, deren Truppen trotz Zurückhaltung Nordkoreas Übungen in nächster Nähe durchführen. Die letzten Übungen fanden am 16. Oktober und 6. November statt, die nächsten sind für den 4. Dezember geplant. 12.000 US-Soldaten und 230 Flugzeuge sollen daran teilnehmen.

    „Leider ist das die Antwort, die Nordkorea von den USA für sein zweimonatiges Schweigen erhält“, sagte Morgulow.

    Allerdings meinen einige Experten, dass das Demonstrieren der US-Stärke die nordkoreanische „Zurückhaltung“ nicht verhindert, sondern fördert. „Anscheinend wurde zwischen der Verabschiedung der UN-Resolution 2375 und dem Treffen in Peking am 8. November zwischen Donald Trump und Xi Jinping den Chinesen der Gedanke mitgeteilt, dass der militärische Weg der Problemlösung zum ersten Mal seit den letzten Jahrzehnten ziemlich ernsthaft betrachtet wird“, sagte Andrej Lanjkow, Professor an der Universität Kunming.

    „Falls die Chinesen Nordkorea nicht zum Stopp der Tests bewegen können, werden sie die Probleme selbst lösen.“

    Laut dem Experten nahm Peking die Bedrohung ernsthaft wahr und verstärkte in den letzten Wochen ernsthaft den Druck auf Nordkorea, um die US-Einmischung nicht zuzulassen. Der monatliche Handelsumsatz Chinas mit Nordkorea stürzte im September 2017 um 20 Prozent auf 339 Millionen US-Dollar im Vergleich zu 525 Millionen US-Dollar ein Jahr zuvor. Zahlreiche chinesisch-nordkoreanische Gemeinschaftsunternehmen sollen bis zum Jahresende geschlossen werden.

    Experten zufolge haben die USA es geschafft, dass die Bedrohung durch Nordkorea als real wahrgenommen wird, was zum Stopp der Tests führte. Die Unberechenbarkeit Trumps sei in diesem Fall ein Vorteil für die USA. Die Regierung in Pjöngjang verstehe, dass sie sich dazu entschließen kann, wozu sich ihre Vorgänger nicht entschließen konnten.

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    Tags:
    Atomtest, Konfliktlösung, Dialog, Rex Tillerson, Südkorea, Nordkorea
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