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12:54 21 Oktober 2019
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    Kurdische Kämpfer aus der von USA unterstützten SDF-Armee schauen in Richtung Rakka

    Kurdische Kämpfer erwägen Anschluss an syrische Armee

    © AP Photo / Syrian Democratic Forces
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    Die sogenannten „Demokratischen Kräfte Syriens“ (DKS), die hauptsächlich aus kurdischen Formationen bestehen, sind bereit, nach der politischen Regelung der Krise Teil der syrischen nationalen Armee zu werden, schreibt die Zeitung „Iswestija“ am Donnerstag.

    Das teilte der Vertreter der kurdischen Partei „Demokratische Union“ (PYD) in Russland, Abd Salam Ali, mit.

    „Wenn eine für alle Seiten akzeptable Lösung gefunden wird, wäre der Beitritt der DKS zur syrischen Armee eine logische Entwicklung der Situation. Wir warfen nie die Frage einer Abspaltung auf. Im Gegenteil: Die Kurden kämpfen für die Festigung ihrer Rechte und der Rechte anderer Völkerschaften im Rahmen des einheitlichen Syriens“, betonte er.

    Der syrische Abgeordnete von der regierenden Partei Baath, Alan Bakr, sagte seinerseits: „Wir machen keinen Unterschied zwischen Völkerschaften, Religionen und Konfessionen. Sie gehören alle dem syrischen Volk und der syrischen Gesellschaft an. Wenn ein Bürger des Landes seine Verfassung respektiert, seine Souveränität und territoriale Einheit unterstützt, dann gibt es keine Probleme. Probleme entstehen, wenn einzelne Gruppen beginnen, innerhalb des Landes ausländische Pläne umzusetzen“, so der Parlamentarier.

    Die DKS wurden im Oktober 2015 gegründet. Ihnen gehören das kurdische Volksheer sowie einzelne arabische und sonstige Formationen an. Sie vereinigten sich zum Kampf gegen den sogenannten „Islamischen Staat“ und andere terroristische Gruppierungen. Aktuell kontrollieren die DKS große Gebiete im Norden und Osten Syriens. Ausgerechnet diese Kräfte haben im Oktober Rakka befreit, das als inoffizielle IS-Hauptstadt gegolten hatte.

    Die DKS genossen die finanzielle und militärische Unterstützung Washingtons. Außerdem halfen US-amerikanische Militärberater den Kurden bei der Planung von Offensivaktionen. Vor einigen Tagen erklärte US-Präsident Donald Trump allerdings, diese Unterstützung werde es nicht mehr geben.

    Was die Beziehungen zwischen der syrischen Regierungsarmee und den DKS angeht, gab es in letzter Zeit keine großen Zwischenfälle zwischen ihnen. Im April 2016 jedoch war es zu großen Auseinandersetzungen im Nordosten des Landes gekommen. Damals kamen auf beiden Seiten mehrere Dutzend Soldaten bzw. Kämpfer ums Leben.

    Der russische Orientalist Grigori Kossatsch findet, dass der Beitritt der DKS zu den syrischen Streitkräften jegliche Voraussetzungen für einen Zerfall des Landes beseitigen würde. „Das würde viele Fragen vom Tisch räumen. Aber gleichzeitig würden auch neue Fragen entstehen: Wie würden die kurdischen Formationen als Teil der syrischen Armee handeln? Würden sie sich ihr vollständig anschließen, oder wäre das eine autonome Struktur innerhalb der Regierungstruppen? Vieles hängt davon ab, wie dieser Plan umgesetzt wird“, so der Professor.

    Jedenfalls werden die Kurden und Damaskus nach Berührungspunkten suchen müssen. Das Bestehen von alternativen bewaffneten Formationen parallel zu den Regierungstruppen – selbst wenn sie früher gemeinsam gegen den IS kämpften – wäre gefährlich für die Souveränität Syriens. Deshalb sollte eine gewisse Vereinigungsformel gefunden werden. Die Hauptsache ist, dass sowohl Damaskus als auch die DKS das einsehen.

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    Tags:
    Syrien-Regelung, Kurden, Krieg, Demokratische Kräfte Syriens (SDF), Syrien