19:21 05 Dezember 2019
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    Das zerstörte Krankenhaus in Deir ez-Zor (Archivbild)

    China will Syrien kampflos einnehmen

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    Erneut wird derzeit darüber spekuliert, dass China Bodentruppen nach Syrien schicken könnte, um die Position des Präsidenten Baschar Assad zu stärken, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Donnerstag.

    Wie die arabische Zeitung „New Khaleej“ berichtete, erwägt Peking die Entsendung von Sicherheitseinheiten zur Unterstützung von Assad. Experten zufolge tauchen diese Berichte nicht zum ersten Mal auf. China könnte das Nachkriegs-Syrien ins Visier nehmen. Allerdings handelt es sich nicht um wirtschaftliche, sondern um militärische Kontrolle.

    Nach Informationen von „New Khaleej“ will Peking zur Unterstützung der Assad-Truppen Sicherheitseinheiten entsenden – sie heißen „Sibirische Tiger“ und „Nachttiger“. In Bezug auf die Motive dieses Beschlusses schreibt die Zeitung, dass dies mit der aktiven Beteiligung der terroristischen „Islamischen Turkestan-Partei“ (eine uigurische Gruppierung, die China direkt bedroht) an den Kämpfen in Syrien zusammenhängt.

    Der Bericht geht einher mit sich häufenden Ankündigungen chinesischer Regierungsvertretern hinsichtlich der Bereitschaft, Syrien beim Wiederaufbau in der Nachkriegsperiode zu helfen. Der chinesische Außenminister Wang Yi traf sich in der vergangenen Woche in Peking mit Assads Beraterin Bouthaina Shaaban. Bei den Verhandlungen nannte der chinesische Außenamtschef drei Prinzipien, auf denen die Normalisierung der Situation in Syrien basieren müsse.

    So soll der Schwerpunkt auf den Kampf gegen Terroristen, politischen Dialog und Wiederaufbau der Wirtschaft Syriens gelegt werden. „Die Situation in Syrien kennzeichnet sich bereits durch den Beginn einer neuen Etappe, für die politische Maßnahmen zur Regelung typisch sind“, sagte der chinesische Chefdiplomat. Jetzt seien die drei grundlegenden Punkte der Kampf gegen den Terrorismus, Dialog und Arbeit zum Wiederaufbau, so Wang Yi.

    Laut türkischen Experten war die internationale Messe in Damaskus vom 17. bis 26. August, an der die chinesische Seite auf der Ebene der Botschaft teilnahm, ein Beweis für das aktive Interesse Chinas am Wiederaufbau von Nachkriegs-Syrien. Ein weiterer Beleg war das Forum „Tag Syriens“ am 9. Juli in Peking, an dem rund 1000 Vertreter chinesischer Firmen teilnahmen, die in den Bereichen Bau und Investitionen tätig sind.

    „Bereits 2016 gab es ständig Gerüchte und Leaks, dass China demnächst Truppen nach Syrien schickt – Sanitärbataillone, Wachtruppen u.a.“, sagt der Orientalist Alexej Maslow. „In der Tat hat China seit 2016 niemanden geschickt. Dafür aber tauchten Berichte auf, dass China bereit ist, am Wiederaufbau teilzunehmen und sogar humanitäre Hilfe zu leisten. Peking sei also bereit, in die Wiederherstellung der Wirtschaft und die Kontrolle über einige Territorien zu investieren und damit den Sieg für sich zu nutzen, den russische und amerikanische Truppen errungen haben. China hatte bereits vor dem Krieg mehrere Milliarden in Syrien investiert, die danach fast verloren waren. Jetzt will es seinen wirtschaftlichen Einfluss wiederaufbauen und die Früchte des fremden Sieges nutzen“, so der Experte.

    Laut Maslow wird Peking wohl in den Wiederaufbau der Infrastruktur investieren. „Dabei handelt es sich um Straßen, Eisenbahnstrecken, Lager – was also den Handel beeinflusst“, so der Experte. Peking nehme selten an rein humanitären Aktionen wie die Verteilung von Lebensmitteln, jedoch aktiv an der Entwicklung der Wirtschaft teil. Der Wiederaufbau Syriens werde Hunderte Milliarden US-Dollar kosten, was Zeit und Kräfte erfordere, doch nur China verfüge heute über solche Mittel, um in dieses Land freies Geld zu investieren, so der Experte.

    Dabei versucht China zu vermeiden, dass Diskussionen über das Thema der Hilfe für das syrische Regime entstehen. „China spricht sehr vorsichtig darüber“, so Maslow. Es sagt immer – heute unterstützen wir das offizielle Regime. Falls Assad aber zurücktrete, wird China mit jedem anderen Regime kooperieren.

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    Tags:
    Infrastruktur, Terrorbekämpfung, Wiederaufbau, Terrormiliz Daesh, Syrien, China