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17:46 23 Juli 2019
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    saudi-arabischer Energieminister Halid al Falih während OPEC-Gipfel (Archiv)

    Auch Russland zur Zurückhaltung bereit: OPEC+ verlängert den Deal bis Ende 2018

    © REUTERS / Heinz-Peter Bader
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    Die 24 Länder, die am so genannten „OPEC+“-Deal beteiligt sind, haben sich bei einem Treffen in Wien darauf geeinigt, bis Ende 2018 auf einen Ausbau der Ölförderung zu verzichten, schreibt die „Rossijskaja Gaseta“ am Freitag.

    Experten vermuten, dass der Ölpreis dadurch im kommenden Jahr etwa 70 Dollar pro Barrel erreichen könnte.

    Besonders wichtig ist, dass sich Libyen und Nigeria dem Abkommen angeschlossen haben; die hatten sich bis zuletzt wegen der schwierigen Wirtschaftssituation in den eigenen Ländern nicht am „OPEC+“-Deal beteiligt hatten.

    Nach Einschätzung des russischen Energieministers Alexander Nowak befinden sich die „OPEC-+“-Mitglieder erst auf dem Weg zu ihrem Ziel, nämlich der Kürzung der Ölvorräte in den OECD-Ländern auf das fünfjährige Durchschnittsniveau. Im Juni 2018 werde ein weiteres Ministertreffen stattfinden, wobei die vorläufigen Ergebnisse des Deals zusammengefasst und eventuell weitere Maßnahmen diskutiert werden.

    Nowaks saudi-arabischer Amtskollege Halid al Falih sagte vor der Sitzung in Wien gegenüber Journalisten, es sei noch verfrüht, darüber zu sprechen, wie man nach dem Deal handeln sollte. „Möglicherweise werden wir im dritten Vierteljahr unseren Kurs abermals besprechen. Aber (…) wir werden das Schritt für Schritt tun, um den Markt nicht zu schocken“, betonte er.

    Wie der iranische Ölminister Bijan Namdar Zangane am Rande des Wiener Treffens sagte, hatten die meisten Mitglieder des Kartells für die Verlängerung des aktuellen Abkommens um sechs oder neun Monate plädiert. Dadurch werden die Ölpreise auf dem aktuellen Niveau zwischen 62 und 65 Dollar pro Barrel stabil bleiben, was für die Länder akzeptabel sei.

    „Die Verlängerung des ‚OPEC+‘-Deals bis Ende 2018 war auch zu erwarten: Der mit Öl überfüllte Markt könnte nicht ohne Erschütterungen zusätzlich 1,8 Millionen Barrel pro Tag ‚schlucken‘, falls das Abkommen nicht verlängert worden wäre“, meint die Expertin des Energetischen Zentrums bei der Business School Skolkovo, Jekaterina Gruschewenko. Die Ölpreise werden nach ihren Worten von verschiedenen Faktoren beeinflusst, vor allem aber davon, wie strikt das Abkommen erfüllt wird, und vom Wachstumstempo der Nachfrage. „Wenn der Trend der letzten Monate konstant bleibt (die Nachfrage wird wachsen und die ‚OPEC+-Mitglieder werden das Abkommen auch einhalten), könnten die Preise nächstes Jahr auf 70 Dollar pro Barrel steigen“, so die Expertin.

    „Für die OPEC stand sehr viel auf dem Spiel“, erklärt Ann Louise Hittle von der Beratungsfirma Wood Mackenzie. „Trotz der erfolgreichen Kürzung der Ölproduktion und des weiteren Preisanstiegs würden die Öllieferungen im Falle des Auslaufs des ‚OPEC+‘-Abkommens Ende März 2018 laut unserer Prognose sehr intensiv (um 2,4 Millionen Barrel pro Tag) zulegen. Das würde (…) zu einem nachhaltigen Überangebot führen.“

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    Tags:
    Deal, Preis, Öl, OPEC, Saudi-Arabien, Russland