17:45 13 Dezember 2017
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    israelischer Premier Benjamin Netanjahu (Archiv)

    Israel schickt „Raketenbotschaft“ an Putin

    © AP Photo/ Ronen Zvulun
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    Nesawissimaja Gaseta
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    Israel hat Ende der vergangenen Woche einen Raketenschlag gegen Stellungen iranischer Kräfte in einem Vorort von Damaskus versetzt. Damit wollte Tel Aviv ein Signal an die mit der Islamischen Republik verbundenen Kämpfer schicken, dass sie Syrien verlassen sollten, schreibt die Zeitung "Nesawissimaja Gaseta" am Montag.

    Laut der syrischen Nachrichtenagentur SANA konnte die nationale Luftabwehr zwei israelische Raketen abfangen, aber eine weitere Rakete hat ein Ziel getroffen. Welcher Schaden dadurch entstand, wurde nicht mitgeteilt.

    Die Zeitung „Times of Israel“ präzisierte, dass die Raketen gegen mehrere vor kurzem errichtete Militärobjekte abgefeuert worden seien, die angeblich für die ständige Stationierung iranischer Truppenteile bestimmt waren. Der Leiter des in Großbritannien ansässigen Syrischen Observatoriums für Menschenrechte, Rami Abdurrahman, bestätigte diese Version. Er präzisierte aber, dass ein Waffenlager beschossen worden sei. Allerdings ist dort nach seinen Angaben neben den iranischen Militärs und den Hisbollah-Kämpfern auch eine Division der syrischen Regierungsarmee stationiert.

    BBC hatte noch am 10. November unter Berufung auf Quellen in der Militäraufklärung eines der westlichen Länder berichtet, der Iran würde einen Stützpunkt in Syrien bauen. Als Beweis dafür wurden mehrere Satellitenfotos veröffentlicht, die in Al Kiswah, 13 Kilometer von Damaskus entfernt, im Januar, Mai und Oktober aufgenommen worden waren. Die „Times of Israel“ präzisierte ihrerseits, dass in diesem Gebiet Teile der iranischen Islamischen Revolutionsgarde gesehen worden wären. Angesichts dessen signalisierte Tel Aviv seine Besorgnisse der syrischen Regierung, beschloss aber offensichtlich, dass diplomatische Signale allein nicht genügen.

    „Die Luftschläge wurden zu einem Signal an Assad, Teheran und die Hisbollah, aber auch an Präsident Wladimir Putin, dass Israel nicht beiseite stehen würde, falls der Iran seine Positionen in Syrien weiter festigen sollte“, so die Zeitung. Von der Bedeutung dieses Angriffs zeugt auch die jüngste Erklärung des israelischen Premiers Benjamin Netanjahu. „Wir werden es dem Regime in Teheran, das den jüdischen Staat vernichten will, nicht gestatten, seine eigenen Atomwaffen zu entwickeln. Wir werden auch nicht zulassen, dass dieses Regime in Syrien ständig präsent bleibt, wo es unverhohlen Fuß fassen will, um unseren Staat zu vernichten“, betonte der Regierungschef. Laut israelischen Medienberichten wandte sich Netanjahu damit an die Teilnehmer eines Anfang Dezember in Washington geplanten Forums unter Beteiligung von US- und israelischen Politikern.

    Experten haben Verständnis für Tel Avivs Besorgnisse, verweisen aber auch darauf, dass der Iran seine eigenen Interessen im Nahen Osten hat. „Wir alle verstehen, dass Teheran seine durchaus legitimen Interessen hat“, sagte Irina Swjagelskaja vom russischen Institut für Orientalistik. „Das ist immerhin ein Nah- bzw. Mittelost-Staat und gehört dieser Region an. Noch mehr als das: Assad hatte die Iraner um Hilfe gebeten, und sie beteiligten sich an den Gefechten. Jedenfalls werden die Iraner versuchen, ihre Präsenz (in Syrien) aufrechtzuerhalten“, so die Expertin.

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    Tags:
    Botschaft, Raketenschlag, Benjamin Netanjahu, Russland, Syrien, Iran, Israel
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