22:34 18 Juli 2018
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    Soldaten der US-Armee im Einsatz (Archivbild)

    Ex-IS-Kämpfer und arabische Stämme: Pentagon stellt neue syrische Armee auf

    © Foto: U.S. Air Force/ Airman 1st Class Nicholas Byers
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    Nesawissimaja Gaseta
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    Moskau, Damaskus und ihre Verbündeten bekommen wohl einen neuen Feind – die so genannte Neue syrische Armee, die mit Unterstützung der US-Sicherheitsdienste aus einzelnen Extremistengruppen gebildet wird, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Montag.

    Nach Medienangaben befinden sich die größten Einheiten der Neuen syrischen Armee, die aus rund 1700 Extremisten der gemäßigten Opposition besteht, nahe des US-Stützpunktes al-Tanf im Süden der Provinz Homs nahe der Grenze zu Jordanien. Dort werden sie von 600 US-Ausbildern auf die Kämpfe vorbereitet.

    Die seit Mai 2015 gebildeten Einheiten der Neuen syrischen Armee haben keine einzige große Operation gegen den IS durchgeführt, halfen der US-geführten Koalition jedoch aktiv bei der Besetzung neuer Gebiete im Euphrat-Tal und von Verkehrsverbindungen, die bei Abu-Kemal vom Irak nach Syrien führen.

    Doch mit Unterstützung der USA bekommt die Neue syrische Armee neue Ziele und Aufgaben. Das russische Zentrum für Versöhnung der sich gegenseitig bekämpfenden Seiten berichtete am Samstag unter Berufung auf Flüchtlinge, dass die Vorbereitung der Neuen syrischen Armee jetzt auch in der Provinz al-Hasaka in einem speziellen Trainingszentrum unter Leitung von US-Ausbildern organisiert wird.

    Dieses Pentagon-Objekt befindet sich nahe des 20 Kilometer nordöstlich der Stadt Schaddadi gelegenen Flüchtlingslagers. Dort befinden sich rund 750 Terroristen, von denen 400 Kämpfer des „Islamischen Staates“ waren. Syrische Medien hatten bereits zuvor berichtet, dass IS-Extremisten vor einigen Monaten aus dem eingekesselten Rakka geheim ins Trainingslager in al-Hasaka gebracht worden waren. Dazu kamen Extremisten aus arabischen Stämmen, die bei Abu Kamal, Medijana, Deir ez-Zor und in den östlichen Euphrat-Gebieten leben. Damit zählt die Neue syrische Armee bereits mehr als 2000 Extremisten.

    Nach den Handlungen der USA in Syrien wird klar, dass ihr Hauptziel Eroberung und Festigung der neuen syrischen Behörden in Form der Neuen syrischen Armee auf den Gebieten sein wird, die jetzt von den Assad-Truppen und kurdischen Einheiten kontrolliert werden. Ein Teil dieser Einheiten wechselte unter das Kommando Russlands und erklärte seine Loyalität gegenüber Damaskus. Pentagon-Chef James Mattis sagte daraufhin, dass Washington die Kurden nicht mehr mit Waffen beliefern wird. Anscheinend sorgt sich die US-Führung jetzt darum, die Kurden aus den von ihnen ergriffenen Gebieten zu verdrängen, die reich an Vorkommen sind. Das neue US-Trainingslager in al-Hasaka entspricht wohl diesen Zielen.

    Über die wahren Ziele der USA in Syrien berichtete vor einem Monat Jordaniens König Abdullah II. gegenüber der US-Zeitung „Washington Post“. Ihm zufolge versuchen die US-Verbündeten jetzt neben dem Kampf gegen den IS, eine geografische Verbindung zwischen Iran, Irak, Syrien und dem Libanon (Hisbollah) zu verhindern, um dieses Gebiet unter Kontrolle zu bekommen. Also könnten sich die südlichen und südöstlichen Gebiete Syriens in Zukunft in einen Einflussbereich der USA verwandeln, was die Positionen von Baschar Assad deutlich schwächen würde.

    Der russische Militärverband in Syrien nimmt derweil weiterhin an aktiven Kampfhandlungen teil. Ihre Intensität wird nicht vom Abbau der Truppen beeinflusst, der auf Befehl von Präsident Wladimir Putin begonnen hatte.

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    Tags:
    gemäßigte Opposition, Plan, Machtumsturz, Extremisten, Bildung, Streitkräfte, Neue Syrische Armee, Terrormiliz Daesh, At Tanf, Syrien, USA
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