07:37 06 Dezember 2019
SNA Radio
    Ukrainische und russische Nationalflaggen sind auf den Tribünen während Olympiade in Sotschi zu sehen (Archivbild)

    Russen gegenüber Ukraine negativ eingestellt

    © Sputnik / Konstantin Tschalabow
    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    Von
    8719
    Abonnieren

    Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Lewada-Zentrum hat eine negative Einstellung der russischen Staatsbürger gegenüber der Ukraine festgestellt, schreibt die Zeitung „Iswestija“ am Montag.

    Die meisten Russen nehmen die USA (66 Prozent), die EU (54 Prozent) und die Ukraine (56 Prozent) negativ wahr, so die Umfrageergebnisse. Die Befragten sind zwar nicht wegen der Sanktionen und der internationalen Isolierung besorgt, die meisten Russen (75 Prozent) sind aber davon überzeugt, dass man die Beziehungen zum Westen normalisieren sollte. Experten zufolge haben die Russen von der Mobilisierung zu außenpolitischen Themen die Nase voll.

    Im Januar 2017 sprachen 49 Prozent der Russen von ihrem negativen Verhältnis zu den USA, bis Dezember stieg ihre Zahl auf 60 Prozent. Die EU löst bei den Russen ebenfalls keinen Optimismus aus. 54 Prozent sprachen von einer schlechten Einstellung zur EU. Positive Reaktionen wurden von 28 Prozent geäußert. Eine negative Einstellung ist auch gegenüber der Ukraine zu erkennen – 56 Prozent der Russen haben keine Sympathien für dieses Land, 27 Prozent stehen der Ukraine gut gegenüber.

    Dabei sind die Russen positiv gegenüber Japan (48 Prozent) gestimmt, trotz der Kurilen-Frage. Weitere 30 Prozent sind negativ eingestellt.

    Die mögliche internationale Isolierung beunruhige die meisten Russen nicht (66 Prozent). 29 Prozent der Befragten sind darüber besorgt. Ähnliche Stimmungen sind auch in Bezug auf die wirtschaftlichen und politischen Sanktionen des Westens zu erkennen. 68 Prozent machen sich darüber keine Sorgen, nur 28 Prozent sind besorgt.

    Dabei meinen die Russen, dass man trotz der Auseinandersetzungen die Beziehungen zu den USA und anderen westlichen Ländern normalisieren sollte (75 Prozent). Dagegen sind nur 16 Prozent.

    Laut Karina Pipija vom Lewada-Zentrum dominieren trotz unbedeutender Schwankungen antiamerikanische, antieuropäische und antiukrainische Stimmungen in der öffentlichen Meinung. Im Ganzen sei ein Rückgang des Interesses am Thema Beziehungen zwischen Russland und dem Westen zu erkennen. Laut den Auftritten der potentiellen Präsidentenkandidaten bildet antiwestliche Rhetorik nicht den Kern ihrer Wahlprogramme. Die Politiker verstehen wohl, dass die Bevölkerung die ständige Mobilisierung zu außenpolitischen Themen satt sei, so die Expertin.

    Die positiven Einschätzungen in Bezug auf Japan hingen damit zusammen, dass Japan nicht auf der russischen Tagesordnung stehe, meint der Präsident der Stiftung „Petersburger Politik“, Michail Winogradow. Föderale TV-Sender verhielten sich gegenüber Japan neutral. „Es wird versucht, Auseinandersetzungen zu vermeiden, es wird die Zweitrangigkeit der Position Tokios vor dem Hintergrund der primären Position der USA hervorgehoben. In Bezug auf Asien gibt es überhaupt weniger Schwerpunkte, außer China“, so der Politologe.

    „Japan verkündete mehrmals, dass Konflikte friedlich und nicht gewaltsam gelöst werden müssten. Die Sanktionen seitens Japans sind sehr symbolisch. Wir nehmen es als friedliches Land wahr und antworten mit Gegenseitigkeit – wir lieben die japanische Küche, Ikebana, Anime, Judo und Kurosawa. Die territoriale Frage ist keine Dominante für die Russen“, sagte der Politologe Konstantin Kalatschow.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Ukraine droht Russland mit „sehr strengen Sanktionen“
    „Russland zum Trotz“: Ukraine und Polen müssen Konflikte vermeiden – Poroschenko
    Russland lässt alle Züge unter Umgehung der Ukraine fahren
    Ukrainischer Minister will Verkehr nach Russland komplett stoppen
    Tags:
    Meinungsforschung, Einstellung, Hass, Liebe, Umfrage, Lewada-Zentrum, Russland, Ukraine