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01:05 20 Oktober 2019
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    Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (Archiv)

    Rating als Weihnachtsgeschenk für Frankreichs Präsidenten

    © AFP 2019 / ludovic MARIN
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    Der französische Präsident Emmanuel Macron kann mit seinem ersten Jahr an der Machtspitze in Paris zufrieden sein: Laut einer Studie der soziologischen Firma Odoxa begrüßen 54 Prozent der Bürger des Landes seine Aktivitäten, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Donnerstag.

    Die Popularitätswerte des Staatschefs liegen damit um neun Prozent höher als im November. Den ganzen Sommer gingen sie nach unten und erreichten im September einen Tiefpunkt von 40 Prozent, um dann wieder zu steigen. Einen solchen Aufschwung hatte jedoch niemand erwartet.

    Macron genießt die Unterstützung von 70 Prozent der Rechten und sogar 25 Prozent der Ultrarechten (überwiegend der Anhänger der „Front National“). Unter den Linken sind seine Popularitätswerte logischerweise geringer, liegen aber immerhin bei 45 Prozent. Macon ist es also gelungen, die nahezu einmalige Lage des „rechts-linken“ Präsidenten einzunehmen.

    Unter den Gründen für seine enorme Beliebtheit erwähnen französische Experten seine Entschlossenheit zur Umsetzung seines Wahlprogramms, darunter die Bereitschaft zu harten Entscheidungen (beispielsweise beim Voranbringen des umstrittenen Arbeitsgesetzbuchs und zur Verschärfung der polizeilichen Kontrolle über die Migration). Hinzu kommt, dass Macron aktuell keine starken Gegner hat.

    Den Franzosen imponiert auch die Persönlichkeit ihres Präsidenten an sich, der sich bei seinen PR-Aktionen eher an Amerika wendet, aber auch die Traditionen des „alten“ Europas nicht vernachlässigt. So feierte er sein 40-jähriges Jubiläum im alten Königsschloss Chambord (und wurde dafür von seinen Opponenten kritisiert), dann aber lud er durchaus demokratisch 557 Kinder zum Weihnachtsfest in den Élysée-Palast ein (wo sie übrigens „Unisex“-Geschenke bekamen, bei denen also kein Unterschied zwischen Jungen und Mädchen gemacht wurde).

    Und schließlich könnten auch Macrons öffentliche Auftritte in letzter Zeit eine positive Rolle gespielt haben. Anfang Dezember nahm er am Abschied der Rockmusiker vom Sänger Johnny Hallyday teil. Und zuvor hatte er sich am Staatsbegräbnis des Schriftstellers und Akademiemitglieds Jean d’Ormesson beteiligt. Damit bewies er sein Können im Umgang mit unterschiedlichem Publikum und wurde dafür mit hohen Popularitätswerten vor Weihnachten belohnt.

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    Sympathie, Weihnachten, Rating, Emmanuel Macron, Frankreich