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12:54 18 August 2019
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    Anhänger der Hacker-Bewegung Anonymous bei einer Protestaktion in London

    Britannien will mit Cybermacht schocken

    © AP Photo / Matt Dunham
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    Der Aufklärungs- und Sicherheitsausschuss des britischen Parlaments hat einen Bericht veröffentlicht, der zeigt, wie ernsthaft die britischen Behörden über die Sicherheit im Cyberraum besorgt sind, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Montag.

    Wie es in dem Bericht heißt, haben die Sicherheitsdienste, deren Tätigkeit vom Ausschuss kontrolliert wird, fast doppelt so viel Geld wie gewöhnlich für die Cyber-Verteidigung bekommen und Methoden nicht nur zum Schutz, sondern auch zu Gegenangriffen ausgearbeitet. Bei Letzterem geht es um das Außerbetriebsetzen von Infrastrukturobjekten und Kommunikationsverbindungen des potentiellen Aggressors.

    In dem Bericht geht es um die Arbeit des Ausschusses 2016-2017. Darin heißt es, dass die Regierung 2011-2016 für das nationale Cybersicherheitsprogramm 860 Millionen Pfund bereitstellte, für 2016 bis 2021 sind es bereits 1,9 Milliarden Pfund.

    Die Cybersicherheit wird zur vorrangigen Aufgabe des Kommunikationszentrums Großbritanniens. Während früher der größte Teil des Haushalts an die Bekämpfung des Terrorismus ging, wurde 2016 die Cybersicherheit der größte Punkt der Ausgaben – für die Cybersicherheit fließen 24 Prozent der Haushaltsgelder.

    Das Wachstum der Ausgaben sei notwendig, um den Bedrohungen Widerstand zu leisten, die von kriminellen Gruppierungen, Terroristen und Ländern ausgehen, die sich aggressiv im Cyberraum verhalten. Zu letzteren gehören laut dem Bericht China, der Iran, Nordkorea und Russland, insbesondere nach „dessen Einmischung in die US-Präsidentschaftswahlen“, die von der US-Aufklärung „bewiesen“ wurde.

    In dem Report wird eine umfassende Liste von Mitteln für die Cyberverteidigung angegeben, die im Rahmen der neuen nationalen Cybersicherheitsstrategie erfolgen. Sie sehen nicht nur Schutz, Suche und Festnahme von Personen vor, die für Cyberangriffe auf Großbritannien verantwortlich sind, sondern auch Gegenangriffe seitens der britischen Sicherheitsdienste. In dem Bericht heißt es, dass Großbritannien Methoden zu Gegenangriffen im Cyberraum ausarbeitet, was das Ausschalten von Quellen des Angriffs und Gegenangriffe auf Infrastruktur- und Militärobjekte sowie Kommunikationsnetze des angreifenden Landes vorsieht.

    Das ist bereits ein ganz anderes Ausmaß, man verfüge über ein breites Spektrum an Möglichkeiten – von taktischen Cyberwaffen bis zu High-Tech-Mitteln im Bereich Gegenangriffe im Internetraum, heißt es in dem Bericht. Zu solchen Gegenmaßnahmen gehörten Mittel, die die Kommunikationssysteme des Gegners bzw. seine Waffensysteme schwächen können, darunter die Unterdrückung der Quelle eines Cyberangriffs.

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    Tags:
    Ausgaben, Wahleinmischung, Widerstand, Cybersicherheit, China, Iran, Nordkorea, Russland, Großbritannien