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    russische Soldaten bei dem Raketenkomplex Iskander während Übungen (Archiv)

    Russland setzt auf Hochpräzises und Hocheffizientes

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    Von Iswestija
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    Russlands Präsident Wladimir Putin und Verteidigungsminister Sergej Schoigu haben bei einem Kollegium des Verteidigungsministeriums die Finanzierung neuer Waffentypen unterstützt, schreibt die Zeitung „Iswestija“ am Montag.

    Die Entwicklung von Hochpräzisionswaffen hat oberste Priorität bei der Umsetzung des staatlichen Rüstungsprogramms, sagte Putin am 22. Dezember beim Kollegium des Verteidigungsministeriums. Der Kreml-Chef hob hervor, dass Russland schon heute einen globalen nichtnuklearen Angriff abwehren könnte. Das Verteidigungsministerium gab erstmals den Einsatz von Iskander-Raketen in Syrien zu und kündigte die Bildung eines einheitlichen Weltraumsystems an.

    Der Schwerpunkt im staatlichen Rüstungsprogramm wird nicht auf den Bau neuer Schiffe und Flugzeuge, sondern auf universelle, effektive und Hochpräzisionswaffen gelegt. Laut dem Militärexperten Wladislaw Schurygin beendete Putin damit zahlreiche Diskussionen über das neue Rüstungsprogramm.

    Einige waren für eine maximale Finanzierung neuer Plattformen wie Panzer, Flugzeuge und Hubschrauber eingetreten. Ihre Opponenten forderten die Kürzung der Ausgaben für diese Plattformen und die Finanzierung von Hochpräzisionswaffen wie lenkbare Geschosse, Marschflugkörper und Hyperschallraketen. Es wurde argumentiert, dass selbst ein altes Flugzeug mit neuen Hochpräzisionswaffen bessere Möglichkeiten bekommt. Putin unterstützte die Befürworter der Hochpräzisionswaffen.

    Auch Verteidigungsminister Schoigu unterstützte diese Position. Gegen die wichtigsten Objekte der Extremisten seien Angriffe mit Hochpräzisionsraketen versetzt worden – Kalibr, Ch-101, Iskander, Ch-55, so Schoigu. Auffallend ist, dass Schoigu erstmals die Tatsache des Einsatzes von Iskander-Raketen in Syrien öffentlich erwähnte.

    „Die Erfahrung in Syrien zeigt, dass für die Anwendung von Kalibr-Raketen keine speziellen Plattformen erforderlich sind – Atom-Zerstörer und Flugzeugträger. Die meisten Starts wurden von einfachen Diesel-U-Booten und kleinen Raketenschiffen versetzt“, sagte der Militärhistoriker Dmitri Boltenkow. „Die Ch-101-Raketen wurden von modernisierten Bombern Tu-95MSM gestartet“.

    In den USA werden seit langem Prompt-Global-Strike-Systeme entwickelt. Das sind Hyperschall-Systeme, die in wenigen Minuten Ziele an jedem Ort der Welt mit hoher Präzision treffen können. Die russische militärpolitische Führung äußerte immer ihre Besorgnis wegen des Ausbaus solcher Systeme und meinte, dass ihr Hauptziel ein Enthauptungsschlag gegen die russischen strategischen Kräfte ist.

    „Wozu gibt es diese Waffe? Ich denke, sie dient nur einem Ziel – zur Erpressung, weil die Illusion eines möglichen unbestraften Schlages entsteht“, sagte Wladimir Putin.

    Schoigu hob in seinem Auftritt die Schaffung eines einheitlichen Radarfeldes um Russland und die Inbetriebnahme eines Einheitlichen Weltraumsystems hervor, die das Weltraumsegment des russischen Warnsystems vor Raketenangriffen gewährleisten soll. Das System funktioniert in Verbindung mit Radaranlagen in Russland, Weißrussland und Kasachstan.

    „Wladimir Putin und Sergej Schoigu sendeten eine eindeutige Botschaft an die USA“, sagte der Chefredakteur des Internetportals „Militaryrussia”, Dmitri Kornew. „Prompt Global Strike bedroht Russland nicht mehr, wie es noch vor kurzem der Fall war. Das russische Raketenwarnsystem verfügt über einmalige Möglichkeiten zur Abwehr solcher Bedrohungen. Das einheitliche Weltraumsystem wird den Start einer Rakete mit Hyperschall-Geschossen orten, und die Radaranlage sie in den oberen Atmosphärenschichten ins Visier nehmen und ihre Ziele bestimmen“, so der Experte.

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    Tags:
    Programm, Entwicklung, Erfahrung, Rüstung, Ch-101, Iskander, Wladimir Putin, Sergej Schoigu, Syrien, Russland