SNA Radio
    Israelische Militärs an der Grenze zu Syrien (Archivbild)

    An israelischer Grenze entflammt neuer Kriegsherd im Syrien-Konflikt

    © AP Photo / Ariel Schalit
    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    Nesawissimaja Gaseta
    2011342

    Die syrische Regierungsarmee erweitert unter dem Vorwand des Kampfes gegen die Dschihadisten allmählich ihren Einflussbereich unweit von Israel und dem Libanon. Das könnte jedoch zu einer neuen Eskalation mit Israel führen, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Dienstag.

    Die Assad-Truppen befinden sich inzwischen unmittelbar vor der Enklave Beit-Dschinn, der einzigen Hochburg der Extremisten. Allerdings sind sich dort auch die Oppositionellen, die den von Russland, der Türkei und dem Iran initiierten Waffenstillstand akzeptiert haben.

    Israelische Medien behaupten, dass sich an der Offensive der Assad-Armee auch iranische Spezialkräfte sowie Hisbollah-Kämpfer beteiligen. Die Zeitung „Haaretz“ schrieb jüngst, dass in Tel Aviv nicht alle bereit seien, passiv zuzusehen, wie unmittelbar in der Nähe ein iranischer Brückenkopf entstehe:

    „Seit zwei Jahren versorgt Israel im Rahmen der Gutnachbarschaftspolitik die Einwohner der im Grenzraum liegenden Dörfer mit medizinischer Hilfe, Lebensmitteln und Kleidung. Die Beziehungen mit den dort lebenden Menschen sind enger geworden. Ihre Angst vor dem zionistischen Teufel, die das syrische Ausbildungssystem den Einwohnern jahrzehntelang einjagte, wurde von Respekt für die Bemühungen Israels abgelöst. Aber was tut Israel jetzt, wenn das Regime wieder auf die üblichen Methoden zurückgreift, um diese Territorien unter seine Kontrolle zu nehmen?“

    In letzter Zeit gab die israelische Führung zu verstehen, dass sie zu einem „gewaltsamen Szenario“ bereit wäre, um die Erweiterung des iranischen Einflusses in Syrien zu verhindern. Anfang Dezember beschossen die Israelis das Gebiet Kiswa, das nur 13 Kilometer von Damaskus und 50 Kilometer von der Grenze entfernt liegt. Das könnte unter anderem ein Signal an Russland sein, dass es seine Partner im Rahmen der Syrien-Kampagne mäßigen sollte.

    Experten warnen wegen des Vorgehens Damaskus‘ im Grenzraum vor einer neuen Eskalation.

    „Von Israel kann man alles erwarten“, meint der Politologe Grigori Lukjanow von der Moskauer Higher School of Economics: „Wenn es um die Staatssicherheit geht, reagiert Israel mit allen erdenklichen Mitteln. Besonders gilt das für die Situation in Syrien.“

    Russlands Position im Falle eines Konflikts zwischen Israel und Syrien sei ziemlich spezifisch, stellte der Experte fest. „Wir haben sehr gute Beziehungen mit Israel, und darauf legt die russische Seite natürlich viel Wert. Andererseits kann die russische Seite nicht immer die Entscheidungen der syrischen Armee beeinflussen. Also kann und will Russland nicht die Verantwortung für alles übernehmen, was diese Akteure tun.“

    Der Experte legte viel Wert auf die Position Tel Avivs, das die Grenzen des russischen Einflusses in Syrien einsehe, so dass sich die Seiten bislang trotz zahlreicher Zwischenfälle immer verständigen konnten. „Das gibt die Hoffnung, dass selbst unter den jetzigen Bedingungen eine Vereinbarung getroffen wird.“

    Zum Thema:

    Golanhöhen: Israelische Luftwaffe greift syrisches Militärobjekt an – Medien
    „Widerstandsachse“ Richtung Israel – Schiiten-Zentren tauschen Syrien gegen Palästina
    Syrien wehrt Raketenattacke Israels ab
    Israelischer Minister zu Spekulationen über Präsenz iranischer Soldaten in Syrien
    Israelischer Panzer gibt Warnschuss an Grenze zu Syrien ab
    Tags:
    Unterstützung, Eskalation, Warnung, Signal, Konflikt, Offensive, Dschihadisten, Hisbollah, Damaskus, Libanon, Russland, Iran, Syrien, Israel
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren