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05:23 18 August 2019
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    Schiffahrt nahe Krim (Archivbild)

    Krim öffnet Bodenvorkommen für alle

    © Sputnik / Konstantin Tschalabow
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    Kommersant
    1952

    Der russische Premier Dmitri Medwedew hat der Staatsduma (Parlamentsunterhaus) einen Entwurf über die Versteigerung von Vorkommen im Krim-Schelf vorgelegt, zu denen auch private Akteure zugelassen werden, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Dienstag.

    Es handelt sich um Abschnitte, die von den ukrainischen Behörden vor dem Krim-Beitritt Russland zugesprochen worden waren und später in einen nicht verteilten Fonds Russlands eingingen. Jetzt sollen die Lizenzen für die Vorkommen von der Regierung bei Versteigerungen verteilt werden.

    Wie es im Naturschutzministerium hieß, werden die Lizenzen ähnlich wie bei Vorkommen föderaler Bedeutung versteigert. Das bedeutet, dass an den Versteigerungen theoretisch auch private Unternehmen teilnehmen können, denen untersagt wurde, auf dem russischen Schelf tätig zu werden. Allerdings kann die Regierung individuelle Zugangsregeln für Versteigerungen auf jedem einzelnen Abschnitt festlegen.

    Produktion einer Gasturbine bei der Siemens-Fabrik in Berlin (Archivbild)
    © AFP 2019 / Johannes Eisele

    Die US- und EU-Sanktionen verbieten de facto jede Geschäftstätigkeit auf der Krim und sind härter als die sektoralen Sanktionen, die die Tätigkeit auf dem Schelf in ganz Russland verbieten. Nach dem Beitritt der Krim zu Russland konnten die Inhaber der Lizenzen, die von der ukrainischen Regierung ausgestellt worden waren, bis zum 1. Oktober 2015 in einem vereinfachten Verfahren ihre Lizenzen gemäß der russischen Gesetzgebung umgestalten. Allerdings nutzte keine einzige westliche Firma dieses Recht, darunter Eni und EdF.

    Die Bodenschätze des Schwarzmeer-Schelfs der Krim machen 435 Millionen Tonnen Öl und fast zwei Billionen Kubikmeter Gas aus, hieß es 2014 in einem Bericht des Instituts für Energie und Finanzen unter Berufung auf Angaben der Krim-Firma Tschernomorneftegas. Dabei werden die Bodenvorkommen der Krim geringer, weshalb die Fördermengen von Tschernomorneftegas 2016 um 10,8 Prozent auf 1,64 Milliarden Kubikmeter sanken. Laut der Prognose des Energieministeriums der Krim soll die Produktion auf der Halbinsel wegen der Erschöpfung der Vorräte bereits 2019 um 25 Prozent auf 1,25 Milliarden Kubikmeter zurückgehen.

    Kein einziges russisches Öl- und Gasunternehmen zeigte offenes Interesse an der Region. Laut einem Branchenexperten werden die Schelfvorkommen wegen der geringen Vorräte für große russische Akteure nicht vorrangig sein.

    Es geht vor allem um eine mögliche Übergabe der Abschnitte an die Firma Tschernomorneftegas, die zu ihrer Erschließung Kredite in russischen Banken heranziehen kann, die bereits von Sanktionen betroffen sind, meint der Experte Michail Burmistrow von Infoline-Analitika. Ihm zufolge ist die Erschließung der Vorkommen des Krim-Schelfs sowohl aus Sicht der Energiesicherheit der Halbinsel als auch zur Nutzung des Potentials ihrer Schiffsbaubranche aussichtsreich.

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    Tags:
    Lizenzvereinbarungen, Zugang, Versteigerung, Ölförderung, Gasförderung, Schelf, Sanktionen, Tschernomorneftegaz, Staatsduma, EU, Dmitri Medwedew, Schwarzes Meer, Krim, USA, Russland, Ukraine