17:35 21 April 2018
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    Eine schwedische Armeangehörige während Militärübung (Archivbild)

    Schweden rüstet zum Krieg gegen Russland

    © AFP 2018 / Scanpix Sweden/ Jan Collsioo
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    Nesawissimaja Gaseta
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    Schweden will nicht nur die Partnerschaft mit der Nato erweitern, sondern sich de facto in die Allianz integrieren. Stockholm verzichtet auf die Politik der Neutralität, an die es sich während des Kalten Kriegs gehalten hatte, und baut seine Militärstärke aus, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Freitag.

    Wie die Nato-Führung berichtete, wird die schwedische Regierung das nationale System der Einberufung zum Wehrdienst in diesem Jahr wiederbeleben. Die Wehrpflicht für Männer und Frauen gilt ab dem 1. Januar 2018. In diesem Jahr rechnet man in Schweden mit 4000 neueinberufenen Soldaten. Der demilitarisierte Status der Insel Gotland ist aufgehoben worden, demnächst sollen dort Truppen stationiert werden. Die schwedische Kriegsmarine soll in Kürze zwei U-Boote der neuen Generation bekommen.

    Stockholm will den Küstenschutz stärken und den Schwerpunkt auf den Kampf gegen russische U-Boote legen, wozu zusätzliche Investitionen vorgesehen sind. Schweden entwickelt für seine Luftstreitkräfte Mehrzweckkampfjets Gripen der neuen Generation. Zum Ausbau der Flugabwehrstärke sollen US-Flugabwehrsysteme Patriot erworben werden. Der endgültige Beschluss dazu soll in diesem Jahr getroffen werden.

    Der Haushalt des schwedischen Verteidigungsministeriums soll bis 2020 um elf Prozent steigen. Stockholm wird weiter an den regionalen Nato-Übungen teilnehmen, darunter auch solche auf eigenem Territorium. Die Militäraktivitäten des Landes nehmen trotz der Tatsache zu, dass Schweden und Russland keine gemeinsamen Bodengrenzen haben. Die schwedischen Behörden erklären ihre Handlungen mit aggressiven Bestrebungen Moskaus. Sie weisen in erster Linie auf die „Annexion der Krim“ hin und werfen Moskau die Entfachung eines Krieges im Südosten der Ukraine vor.

    Finnland festigt ebenfalls die Partnerschaftsbeziehungen mit der Nato. Helsinki wird in diesem Jahr den Grenzschutz zur Überwachung der Ostgrenze personell ausbauen. Der finnische Nachrichtendienst Yle berichtete, dass die Zahl der Grenzsoldaten an der Grenze zu Russland in den vergangenen drei Jahren um 50 Prozent reduziert wurde. Nun sei die Periode des Abbaus vorbei. Die Erhöhung des Grenzsoldaten-Kontingents sei mit der schwieriger gewordenen internationalen Lage verbunden.

    Ob dieser Beschluss ein unfreundlicher Schritt gegenüber Moskau ist, ist bislang unklar. Finnland unterstützt eindeutig die EU-Politik gegenüber Russland. Wie Schweden nimmt es als Nicht-Mitglied der Allianz aktiv an regionalen Nato-Übungen teil und befasst sich planmäßig mit dem Aufbau des Militärs, wobei zugleich Freundschaftsbeziehungen zu Moskau aufrechterhalten werden. In der finnischen Gesellschaft verbreitet sich nach den Krim-Ereignissen zunehmend die Meinung, dass Helsinki früher oder später der Nato beitreten müsse – dieser Meinung sind nach Angaben westlicher Medien derzeit 52 bis 54 Prozent der Finnen.

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    Tags:
    Erhöhung, Beitritt, Militäretat, Militärausgaben, U-Boot, Wehrpflicht, NATO, Schweden, Finnland, Russland
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