03:09 20 November 2019
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    Kämpfer der Demokratischen Kräfte Syriens (Archiv)

    USA wollen Syrien offenbar wirklich spalten

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    Russland und die Türkei kritisieren Washingtons Vorhaben zur Bildung von Grenzschutztruppen in Syrien, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Dienstag.

    Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan versprach angesichts dessen, dass sein Land einen Einsatz im Norden Syriens plane und jegliche Versuche der USA zur Umsetzung ihrer Idee unterbinden würde. In Moskau warnt man, dass der Plan der US-Amerikaner zur Spaltung Syriens führen könnte.

    Außenminister Sergej Lawrow sagte auf einer Pressekonferenz in Moskau, die US-Initiative zur Bildung von Kampfabteilungen, die vor allem aus Kämpfern der sogenannten Demokratischen Kräfte Syriens (DKS) bestünden, würde die Abspaltung von großen Gebieten der Arabischen Republik bedeuten.

    „Im Grunde bedeutet das die Aussonderung eines riesigen Raums an den Grenzen zur Türkei und zum Irak, östlich des Euphrats“, so der russische Außenamtschef. „Aktuell werden diese Territorien von den DKS kontrolliert, aber dort sind die Beziehungen zwischen den Kurden und Arabern äußerst schwierig. Die Verkündung, dieser Raum sollte von verschiedenen Gruppierungen unter Anführung der USA kontrolliert werden, deren Stärke 30.000 Mann erreichen könnte, ist eine sehr ernsthafte Frage, die fürchten lässt, dass Syrien gespalten werden könnte.“ 

    Der Vizevorsitzende des Verteidigungsausschusses in der Staatsduma (russisches Parlamentsunterhaus), Juri Schwytkin, sagte seinerseits, der Plan der US-Amerikaner widerspreche den Vorstellungen Moskaus vom Staatsaufbau Syriens in der Nachkriegszeit. „Das widerspricht nicht nur den Interessen Russlands, sondern auch den Interessen der Kräfte, die an einer politischen Regelung interessiert sind. Dass Russland den Kongress des syrischen nationalen Dialogs in Sotschi initiierte, zeugt von seinen friedlichen Absichten bezüglich des Syrien-Problems. Der Plan der USA ist jedoch destruktiv.“ Aber sie wollen auf diesem Territorium verbleiben und ihre Politik ausüben.

    Der von den US-Amerikanern annoncierte Plan rief heftige Reaktionen sowohl in Ankara als auch in Damaskus hervor. „Diese Formation aus 30.000 Mann, die Washington bilden will, sollte ‚Armee hinterlistiger Verräter‘ heißen“, sagte Erdogan. „Im Falle einer Gefahr werden sie zweifellos ihre Waffen gegen die US-Soldaten richten.“ Nach seinen Worten ist Ankaras Ziel, „solche Versuche im Keim zu ersticken“.

    Die syrische Nachrichtenagentur SANA meldete ihrerseits unter Berufung auf diplomatische Quellen in Damaskus, dass die syrische Führung die Absichten der USA verurteile und für einen Versuch zur Spaltung des Landes halte.

    Experten finden allerdings, dass die Idee der US-Amerikaner im Grunde nur die Feststellung der auf den von den DKS kontrollierten Territorien objektiv entstandenen Situation sei. „Im Rahmen der DKS kann man umstrukturieren, was immer man will, aber dadurch wird sich die Situation nicht im Geringsten verändern“, sagte der Experte des Russischen Rats für internationale Beziehungen, Kyrill Semjonow. „Die Amerikaner hatten schon früher erklärt, sie wollen Nordsyrien nicht verlassen und würden das DKS-Projekt unterstützen. Natürlich möchte Russland, dass nicht nur Nordsyrien, sondern auch alle vier Deeskalationszonen von Präsident Baschar al-Assad vollständig kontrolliert werden. Aber die Kräfte, die diesen Raum kontrollieren, haben andere Ansichten.“

    Der Experte glaubt nicht, dass die von den US-Amerikanern geplanten Grenzsicherheitskräfte nur aus Kurden bestehen würden. „Das werden gemischte Kräfte sein. Die Amerikaner versuchen bei der Bildung von neuen Strukturen in Nordsyrien, ihre multinationale Komponenten zu entwickeln, damit es eine gewisse Balance zwischen arabischen, turkmenischen, assyrischen und anderen Abteilungen gibt.“ 

    Der Politologe Leonid Issajew von der Moskauer Higher School of Economics zeigte sich überzeugt, dass die US-Amerikaner mit ihren Handlungen die Situation noch mehr anspannen werden. „Aber wenn man das aus der Sicht der Kurden betrachtet, dann sieht man, dass dies kein Spannungs-, sondern ein Stabilitätsfaktor ist, der ihre Sicherheit garantiert. Es hängt vom Standpunkt ab.“ Zugleich sagte Issajew, dass er an einen richtigen Bruch zwischen Washington und Ankara nicht glaube. „Ihre Verbindungen sind viel zu eng, auch wenn ein Kompromiss in dieser Frage kaum erreichbar ist: Die Amerikaner, die Türken und die Kurden stehen nun einmal auf kompromisslosen Positionen.“

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    Tags:
    Sicherheit, Gefahr, Spaltung, Grenzen, Plan, Bildung, Freie Syrische Armee (FSA), Recep Tayyip Erdogan, Sergej Lawrow, USA, Syrien