21:11 23 April 2018
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    Ukrainische Kriegsschiffe in Sewastopol

    Sollen die Schiffe an die Ukraine zurückgegeben werden?

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    Nesawissimaja Gaseta
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    In den Medien wird derzeit heiß darüber debattiert, ob die auf der Halbinsel Krim zurückgelassenen ukrainischen Waffen an Kiew zurückgegeben werden sollen, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Mittwoch.

    Im April 2014 war mit der Rückgabe der auf der Krim zurückgebliebenen Militärtechnik an die Ukraine begonnen worden. Am 16. Juni 2014 wurde der Prozess bis zur „Normalisierung der Situation im Donezbecken“ gestoppt.

    Insgesamt wurden von der Krim mehr als 2000 Waffen und Militärfahrzeuge, darunter 32 Schiffe, im Gesamtwert von mehr als einer Milliarde US-Dollar ausgeführt. Die Ukraine verfügt über zahlreiche Werften in Nikolajew, Cherson und Kiew, die in kurzer Zeit die von der Krim zu erwartenden 17 Schiffe reparieren könnten – zumal das Schiffsbauwerk „Leninskaja Kusniza“ Präsident Poroschenko gehört. So könnte er bei der Übergabe der Schiffe noch Gewinne erzielen.

    Auffallend ist, dass unter den zu übergebenden Schiffen das Steuerschiff „Slawutitsch“ ist, das sich derzeit in Sewastopol befindet. Dabei handelt es sich um ein Aufklärungsschiff des Projekts 12884 mit einer Wasserverdrängung von mehr als 5000 Tonnen; es war im Juli 1988 in Nikolajew auf Kiel gelegt und im August 1992 in Betrieb genommen worden. In der ukrainischen Kriegsflotte wurde „Slawutitsch“ für den Einsatz von Diversanten-Kampfschwimmern verwendet.

    Dieses Schiff ist für die Ukraine und die USA wertvoller als alle restlichen 16 Schiffe in Sewastopol. In Nikolajew könnte es innerhalb von drei bis vier Monaten repariert und mit neusten amerikanischen funkelektronischen und hydroakustischen Anlagen ausgestattet werden. Dort würden rund 50 US-Spezialisten hingeschickt, „Slawutitsch“ würde dann elf Monate im Jahr vor der Küste der Krim Dienst tun und notwendige Informationen sammeln. Die Amerikaner können sich das nicht leisten, weil die Aufenthaltsdauer ihrer Schiffe im Schwarzen Meer gemäß dem Vertrag von Montreux von 1936 nur 21 Tage ausmacht.

    Angenommen, Kiew würde die zurückerhaltenen Schiffe außer „Slawutitsch“ aus wirtschaftlichen Gründen nicht reparieren. Dann würden als diese Schiffe als Ersatzteillager für die ukrainische Marine ausgeschlachtet. Zudem könnten sie als schwimmende Kasernen und Lager genutzt werden. Darüber hinaus könnten sie als gute Zielschiffe dienen, weil es Schiffe ähnlichen Typs in der russischen Flotte gibt und die Amerikaner die ukrainischen Schiffe als Zielscheiben nutzen und damit reale Angaben über die Standfestigkeit der russischen Schiffe bekommen können.

    Munition und Bestandteile könnten der Ukraine von unseren ehemaligen Partnern des Warschauer Paktes und den heutigen Nato-Mitgliedern Bulgarien, Polen und Deutschland geliefert werden. Sie hatten viele Schiffe dieses Typs, die dann konserviert wurden.

    Der Vorschlag, die Schiffe der Ukraine zurückzugeben, könnte auch ein taktischer Zug sein. Eine solche Menge an Militärtechnik kann nur nach einem Regierungsabkommen übergeben werden. In diesem Abkommen muss die Krim erwähnt werden. Falls Kiew ein Abkommen unterzeichnet, in dem die Krim als russisches Territorium erwähnt wird, könnte man darauf eingehen. Doch wenn die Krim im Dokument als „besetztes“ bzw. undefinierbares Territorium bezeichnet wird, würde ein solches Abkommen kaum den russischen Interessen entsprechen.

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    Vorschlag, Rückgabe, Kriegsschiffe, Wladimir Putin, USA, Schwarzes Meer, Krim, Russland, Ukraine
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