16:56 19 Februar 2018
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    Ankunft von Donald Trump nach China (Archivbild)

    Trump fordert von Peking Zugeständnisse

    © AP Photo/ Andrew Harnik
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    Nesawissimaja Gaseta
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    Peking könnte als Antwort auf die Erhöhung der Zölle durch die USA US-Anleihen auf den Märkt bringen, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Donnerstag.

    US-Präsident Donald Trump äußerte in einem Telefonat mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping seine Enttäuschung wegen der Tatsache, dass das Handelsdefizit mit China wächst. Ihm zufolge kann das so nicht weiter gehen. In diesem Zusammenhang sprechen Medien von einem möglichen Handelskrieg. Washington begann bereits eine Untersuchung des Dumpings mit chinesischem Stahl und Aluminium und warf Peking den Diebstahl geistigen Eigentums vor. Allerdings meinen Experten, dass sich das Weiße Haus nicht zu scharfen Maßnahmen entschließen wird, weil das die Preiserhöhung für chinesische Waren und Unzufriedenheit der US-Wähler auslösen würde.

    Trump sagte während seines Wahlkampfes, dass China und andere Länder die USA berauben. Auch vor kurzem sprach er darüber. „Wir haben ein Handelsdefizit mit allen (…). Buchstäblich mit jedem Land. Dass muss sich schnell ändern“, sagte Trump.

    Wie die Zeitschrift „Market Realist“ erinnert, sprach Trump von der Erhöhung der Zölle für chinesische Importwaren um 45 Prozent. Zudem wollte er China zum Währungsmanipulator erklären. Nach den Wahlen milderte er zwar die Rhetorik, doch die jüngsten Ereignisse brachten erneut einen möglichen Handelskrieg auf die Tagesordnung.

    Der Firma Ant Financial, die unter Kontrolle des bekannten chinesischen Milliardärs Jack Ma steht, wurde im Januar nicht erlaubt, die US-Firma Money Gram zu übernehmen. Trumps Administration führt eine Antidumping-Untersuchung zum Import von chinesischem Aluminium und Stahl durch. China wurde außerdem Diebstahl von geistigem Eigentum vorgeworfen.

    Peking reagierte darauf. Wie es im chinesischen Ministerium für Kommerz hieß, werden in den USA die Stimmen der Protektionisten immer lauter. Die Agentur Bloomberg berichtete, dass China den Ankauf von Staatsanleihen der USA bremsen möchte. Zumal ist China der größte Besitzer von US-Staatsanleihen (1,2 Billionen Dollar).

    US-Präsident Donald Trump (L) und Bundeskanzlerin Angela Merkel (Archiv)
    © AP Photo/ Pablo Martinez Monsivais
    Laut dem Fernostexperten Andrej Ostrowski wird Trump kaum hohe Barrieren für chinesische Waren aufstellen. Denn ein solcher Schritt würde die Einschränkung der Interessen eines Teils der Bevölkerung bedeuten. Der US-Markt hänge stark vom chinesischen Import ab. Chinesische Waren seien deutlich billiger als US-Waren. Die Preiserhöhung würde einen Schlag gegen Trump und die Republikanische Partei bedeuten. Das könnten die Demokraten bei den Kongresswahlen 2018 nutzen, so der Experte.

    „Man sollte auf die Äußerungen von chinesischen Beamten zu US-Anleihen aufmerksam machen. Falls die USA China tatsächlich stark irritieren, kann es ein großes Paket dieser Wertpapiere auf den Markt bringen. Dann wird ihr Preis fallen“, sagte der Experte.

    Laut Patrick Armstrong von Plurimi Investment Managers erschwert die Protektionshaltung Trumps die Lage auf den Märkten. Eines der größten Risiken, mit denen man 2018 konfrontiert werde, sei, dass die Administration Trumps von Rhetorik zu realer Protektionspolitik übergehen könnte.

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    Tags:
    Handelsdefizit, Handelskrieg, Erhöhung, Zollgebühren, Streit, Anleihen, Wirtschaftsbeziehungen, Alibaba, Donald Trump, Jack Ma, Xi Jinping, USA, China
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