19:25 21 November 2019
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    Mit Förderung angereichert – Nahost und OPEC-Disziplin bereiten Boden für Ölpreise

    © AFP 2019 / VIKTKOR VERES
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    Die am globalen Abkommen zur Kürzung der Ölförderung beteiligten Länder haben im Dezember 2017 die Vereinbarung um etwa ein Drittel übertroffen, schreibt die Zeitung „Rossijskaja Gaseta“ am Freitag.

    Laut dem jüngsten OPEC-Bericht ist die gesamte Ölförderung etwas gewachsen: genau gesagt um 50.000 Barrel gegenüber November, vor allem in Nigeria, Angola und Algerien. In diesen Ländern wurden nämlich 150.800 Barrel mehr gewonnen. Gleichzeitig ist aber die Ölförderung in Venezuela um 82.200 Barrel geschrumpft.

    Aber die Wirtschaftsprobleme in Venezuela sind langfristig und spielen für die momentane Marktsituation keine große Rolle. Dafür schätzen die Experten die Lage in Nigeria aber als riskant ein. Dort kündigte die Gruppierung „Movement for the Emancipation of the Niger Delta“ Angriffe auf Ölförderungsobjekte von internationalen Konzernen an.

    „Dieser Faktor könnte die Ölpreise auch künftig wesentlich unterstützen“, vermutete der Experte Michail Schejbe von Sberbank CIB. Im vorigen Jahr sei die Ölförderung deswegen von zwei Millionen auf 1,4 Millionen Barrel pro Tag geschrumpft, so dass man beschlossen habe, Nigeria nicht zur Einhaltung des „OPEC+“-Pakts zu verpflichten.

    Allerdings wird es in diesem Jahr das Abkommen einhalten müssen: Das Limit wurde auf 1,8 Millionen Barrel täglich festgelegt. Auch für Libyen wurde eine Quote bestimmt (eine Million Barrel pro Tag). Diese Entscheidung wurde bei einer Sitzung der zuständigen Minister am 30. November 2017 in Wien getroffen.

    Eine positive Rolle für die Ölpreise könnten auch Informationen zu den Ölvorräten in den USA spielen, die in wenigen Tagen veröffentlicht werden. Die Vorräte sinken schon seit acht Wochen. Nach Angaben des American Petroleum Institute sind sie am 12. Januar um fünf Millionen Barrel zurückgegangen. Auch diesmal erwarten die Experten einen weiteren Rückgang – allerdings „nur“ um 3,5 Millionen Barrel.

    Experten von BCS Express vermuten, dass die Öl-Futures, die aktuell 68,2 Dollar pro Barrel kosten, aus Sicht der technischen Analyse 71,9 bis 72,5 Dollar erreichen könnten. Sollte der Ölpreis aber unter 68,2 Dollar zurückgehen, könnte der Markt auf 64,7 Dollar oder noch weiter schrumpfen. Kurzfristig könnte der Preis sinken, falls die Angaben des US-Energieministeriums schlechter als erwartet ausfallen.

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    Experte, Preis, Rolle, Ölförderung, OPEC, Naher Osten, USA