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    Papst Franziskus II. in Peru

    Papst Franziskus tappt in die „Kinderschänder-Falle“

    © REUTERS / Alessandro Bianchi
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    Nesawissimaja Gaseta
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    Die Atmosphäre um die aktuelle Reise von Papst Franziskus II. nach Chile und Peru ist alles andere als positiv, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Montag.

    Zwar ist Lateinamerika eine der Stützen der Römisch-Katholischen Kirche, und der Papst selbst ist Argentinier, aber er wird mit Protesten empfangen. Darüber hinaus wurden in beiden Ländern mehrere Kirchen in Brand gesetzt.

    In Peru ist die katholische Gesellschaft Solidatium Christianae Vitae (SCV) in den Mittelpunkt eines Skandals geraten, deren Gründer Luis Fernando Figari sexueller Gewalt beschuldigt wird. Und in Chile protestieren viele Menschen gegen den Bischof der Stadt Osorno, Juan Barros, der seit 2015 seinen Posten bekleidet.

    Er wird nämlich verdächtigt, seinen Mentor Fernando Caradima gedeckt zu haben, der 2011 wegen sexueller Belästigungen verurteilt worden war. 2015 sagte eines seiner Opfer namens Juan Carlos Cruz, Barros hätte verschiedene „schmutzige Arbeit“ für den Kinderschänder erledigt, indem er Briefe von seinen Opfern vernichtet hätte. Insgesamt 30 Priester des Bistums Osorno unterzeichneten 2015 eine Petition an den Papst, Barros zu entlassen. Doch Franziskus sagte damals, „die Menschen in Osorno leiden wegen ihrer eigenen Dummheit“.

    Seitdem hat der Papst seine Position nicht geändert.

    „Ich werde mich dazu äußern, wenn ich Beweise gegen Bischof Barros sehe. Solange es keine Beweise gibt, ist das nichts als Verleumdung“, sagte er jüngst.

    „Ich konnte doch kein Selfie machen, als Caradima mich belästigte und Barros daneben stand“, schrieb der über die Worte des Papstes empörte Cruz auf Twitter. Der Sprecher der gegen Barros eingestellten Katholiken, Juan Carlos Claret, räumte ein, dass er fürchte, die Antwort des Papstes würde andere Opfer zwingen zu schweigen.

    „Es ist doch egal, was der Papst über Armut und Umwelt sagt, wenn er die Antwort auf die einzige Frage, die für die chilenische Gemeinde wichtig ist, verweigert“, wurde Claret von der Nachrichtenagentur Reuters zitiert.

    Allerdings wurden die Kirchen in Chile und Peru wohl nicht wegen des „Kinderschänder-Skandals“ angezündet. Solche Zwischenfälle wurden nicht nur in der chilenischen Hauptstadt Santiago, sondern auch im Gebiet Bío-Bío gemeldet, wo hauptsächlich die Ureinwohner dieser Region, die Mapuche-Indianer, leben.

    Vom Pontifex hatte man im Vorfeld des Besuches erwartet, er würde zu verstehen geben, dass die Römisch-Katholische Kirche in dem Territorialkonflikt zwischen den Mapuche und den Behörden die Vermittlerrolle übernehmen würde. Die Brände dürften aber davon zeugen, dass man Franziskus nicht als „Friedensstifter“ betrachtet. Laut einer von BBC veröffentlichten Umfrage ist Franziskus der in dieser Region am wenigsten beliebte Pontifex; seine Popularitätswerte liegen bei nur 36 Prozent (Tiefpunkt in ganz Lateinamerika).

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    Tags:
    bedecken, Bischof, sexuelle Belästigung, Pädophilie, Kindermisshandlung, Priester, Pädophile, Skandal, Proteste, Katholische Kirche, Papst Franziskus, Peru, Argentinien, Chile, Vatikan, Lateinamerika