22:26 10 Dezember 2019
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    US-Verteidigungsminister James Mattis in Vietnam (Archiv)

    USA suchen nach Verbündeten unter Chinas Nachbarn

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    US-Verteidigungsminister James Mattis weilt aktuell zu Gesprächen in Indonesien und wird anschließend nach Vietnam reisen. In Washington macht man keinen Hehl daraus, dass man die Länder Südostasiens unterstützen will, die mit der Expansion Chinas unzufrieden sind, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Dienstag.

    Der Pentagon-Chef will im Rahmen seiner Asien-Reise schwierige Aufgaben lösen, vor allem zeigen, dass die US-Politik sich von der Politik Chinas und Russlands grundsätzlich unterscheidet. Denn China baue ständig neue Objekte auf umstrittenen Inseln im Südchinesischen Meer, und Russland habe „Teile Georgiens und der Ukraine annektiert“.

    Vor diesem Hintergrund mischen sich die USA in die Gebietskonflikte im Südchinesischen Meer gar nicht ein und sorgen sich lediglich um die freie Schifffahrt in diesem Raum. Ausgerechnet aus diesem Grund tauchte der amerikanische Zerstörer „Hopper“ in der vorigen Woche nur zwölf Meilen vor dem Scarborough-Riff, das China für sein Territorium hält, auf.

    Aber die „Fairness“ der Absichten Washingtons zu erläutern, ist nur ein Teil der Mission Mattis‘. Genauso wichtig ist für ihn, mit Jakarta und Hanoi über eine engere militärische Kooperation zu verhandeln.

    In Indonesien stehen ihm Treffen mit dem Präsidenten Joko Widodo und seinem Amtskollegen Ryamizard Ryacudu bevor, in deren Mittelpunkt das Zusammenwirken der Seestreitkräfte stehen wird.

    In Vietnam wird der Pentagon-Chef die Situation im Südchinesischen Meer besprechen. Laut der Nachrichtenagentur AP hält Donald Trumps Administration Hanoi für einen wichtigen Partner beim Widerstand gegen territoriale Ansprüche der Volksrepublik China.

    In Peking wurde Mattis‘ Südostasien-Reise bislang nicht kommentiert. Aber das Erscheinen des US-Kriegsschiffs vor dem Scarborough-Riff blieb nicht unbemerkt: „Renmin Ribao“, die Zeitung der Kommunistischen Partei Chinas, schrieb, dass die angespannte Situation im Südchinesischen Meer vornehmlich auf das Vorgehen Washingtons zurückzuführen sei. Angesichts dessen müsse Peking seine Präsenz in diesem Raum weiter ausbauen.

    Der Vizeleiter des russischen Instituts für Fernost-Studien, Wladimir Portjakow, sagte dazu: „Der Streit mit den Philippinen wegen des Scarborough-Riffs dauert schon seit langem. China zeigte sich zunächst hart, erlaubte aber später den Philippinen, dort Fischfang zu betreiben. Dahinter stehen jedoch Kontroversen zwischen China und den USA.“

    Dabei verwies der Experte darauf, dass China eine zurückhaltende Position an den Tag lege, „während die Amerikaner jetzt auf allen Ebenen zeigen, dass sie immer die Stärksten sein werden. Das ist die Taktik des ständigen Drucks. Kaum hat sich die Situation um die Halbinsel Korea beruhigt, leisten sie sich andere Sticheleien.“ Portjakow vermutete, dass die USA auch weiterhin so handeln werden. „Dabei wissen wir nicht, wer in den USA das tut. Wenn nicht der Präsident dahinter steht, dann sind das Beamte. Und das bedeutet, dass es in Washington keine einheitliche Politik gibt.“

    Kurzfristig erwartet der Orientalist, dass die Situation stabil bleiben wird. Die Amerikaner werden ihre aktuelle Politik weiter ausüben, und die Chinesen werden Streitigkeiten mit den Amerikanern vermeiden. „Aber irgendwann könnte sich  eine kritische Masse anhäufen. Und dann könnte es zu einer heftigen Reaktion kommen.“

    Was die Mattis-Reise angeht, sagte Portjakow: „Eine offene Konfrontation mit China werden weder Indonesien noch Vietnam wagen. Aber inoffizielle Vereinbarungen mit den USA sind möglich.“

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    Militär, Kooperation, Besuch, Verbündete, Unterstützung, Expansion, Pentagon, James Mattis, Vietnam, Indonesien, China, USA