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    Uniform für Olympische Sportler aus Russland

    Welches Olympia-Gold hat Russland in Pyeongchang schon verloren?

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    Das IOC hat 111 weitere russische Sportler von der Teilnahme an den Olympischen Winterspielen ausgeschlossen – darunter zahlreiche Topstars des russischen Sports. Deren Sperre schmälert Russlands Chancen auf Medaillen erheblich. Die Zeitung „Iswestija“ zeigt, wer von den Russen in Pyeongchang fehlen wird.

    Warum weiteren Russen die Teilnahme an Olympia verwehrt wird, sei unklar, sagte Valérie Fourneyron, Vorsitzende jenes IOC-Gremiums, das die russischen Sportler für die Teilnahme an den Olympischen Spielen auswählt. Die erneute Sperre müsse jedenfalls nicht unbedingt mit dem Dopingverdacht zusammenhängen, so die Vorsitzende laut dem Blatt.

    Von dieser Entscheidung betroffen sind auch mehrere russische Topstars. Hier sind sie.

    Sergej Plotnikow, Weltmeister im Eishockey

    Sergej Plotnikow
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    Sergej Plotnikow

    Er ist einer der besten Mittelstürmer des russischen Eishockeys, schreibt die Zeitung. Plotnikows Stärke: hervorragendes Defensivspiel in Kombination mit bester Torausbeute. Sein Verlust wiege schwer, doch die russische Mannschaft habe einen angemessenen Ersatz. „Man würde zu gerne glauben, dass seine Sperre sich nicht auf Russlands Chance bei Olympia auswirken wird“, so die Zeitung.

    Alexander Legkow, Olympiasieger im Skilanglauf (Titel entzogen)

    Alexander Legkow
    © Sputnik / Konstantin Tschalabow
    Alexander Legkow

    Vor vier Jahren in Sotchi war das gesamte Siegerpodest im Skilanglauf über 50 Kilometer von Russen besetzt. Legkow gewann den letzten Wettkampf der Spiele: Die Siegerehrung fand bei der Abschlussfeier statt. Von einem Moment auf den anderen verwandelte sich Legkow vom größten Loser des russischen Skisports in den größten Helden – „einen, der alle Rückschläge aushalten, überwinden und Vorbild für andere Athleten werden konnte“, so die Zeitung.

    Im November 2017, vier Jahre nach diesem sensationellen Erfolg, hatte das IOC dem Skilangläufer die Gold- und Silber-Medaille im Staffellauf aberkannt. Das Olympische Komitee habe Legkow anhand der Aussagen des damaligen Chefs des Moskauer Anti-Doping-Labors, Grigori Rodtschenkow, des Dopings überführt.

    Hätte Legkow seine Karriere fortsetzen dürfen, wäre ihm in Pyeongchang eine Medaille in der Einzelwertung höchstwahrscheinlich sicher, schreibt die Zeitung. Und für die russische Mannschaft wäre er eine wertvolle Verstärkung.

    Sergej Ustjugow, zweifacher Weltmeister im Skilanglauf

    Sergej Ustjugow
    © Sputnik / Alexey Fillipow
    Sergej Ustjugow

    Russland muss in Pyeongchang auf den Star seiner Ski-Mannschaft und einen der besten Athleten in der Geschichte des Skilanglaufs verzichten. Beim Weltcup vor einem Jahr holte Ustjugow zwei Gold- und drei Silbermedaillen. Damit wiederholte er den Rekord der Norweger Bjorn Daehlie und Petter Northug.

    Mit dem Fehlen Ustjugows verliert Russland mehrere Medaillen, darunter auch Gold.

    Wiktor An, sechsfacher Olympia-Sieger im Shorttrack

    Wiktor An
    © Sputnik / Wladimir Pesnya/ Wladimir Trefilow
    Wiktor An

    Drei Mal holte der 32-Jährige Olympia-Gold – noch als südkoreanischer Staatsbürger. Und weitere drei Mal unter russischer Flagge. In Pyeongchang stand ihm etwas Neues bevor, schreibt die Zeitung: Ein Russland-Koreaner hätte in der koreanischen Nationalsportart auf koreanischem Boden einen Titel geholt. Es geschah aber Unvorstellbares: Dass er von Olympia ausgeschlossen wird, habe An erfahren, als er gerade seine Ausrüstung abholte, schreibt das Blatt.

    Anton Schipulin, Olympiasieger im Biathlon

    Anton Schipulin
    © Sputnik / Alexander Wilf
    Anton Schipulin

    In der aktuellen Saison ist die russische Biathlon-Mannschaft ziemlich erfolglos. Auf den letzten Etappen des Weltcups sah es laut dem Blatt jedoch so aus, als sei Schipulin wieder in Form.

    In Vancouver jedenfalls hatte er den dritten Platz in der Einzelwertung belegt, in Sotschi holte er Mannschafts-Gold. Wenn ein Russe in Pyeongchang eine Medaille gewinnen könnte, dann wäre es Schipulin gewesen. Momentan aber ist es aus. Und ob Schipulin für eine weitere Saison bleiben werde, stehe in den Sternen.

    Xenia Stolbowa, Eiskunstläuferin

    Xenia Stolbowa
    © Sputnik / Alexander Wilf
    Xenia Stolbowa

    In Sotschi wurde sie im Paar mit Fjodor Klimow Olympiasiegerin und gewann Silber in der Einzelwertung. Wenige Stunden nach ihrer Disqualifizierung schrieb Xenia: „Wir werden weiterkämpfen bis zum Schluss.“

    Pawel Kulischnikow, Champion und Rekordhalter im Eisschnelllauf

    Pawel Kulischnikow
    © Sputnik / Grigorij Sysoew
    Pawel Kulischnikow

    Als größte Hoffnung des russischen Teams und mehrfacher Welt- und Europameister hatte Kulischnikow in seiner Vergangenheit Probleme mit dem Doping und verbüßte eine Disqualifikation. In Sotschi war er übrigens nicht dabei, schreibt die Zeitung. Diesmal sei der 23-Jähriger möglicherweise wegen seiner Doping-Vergangenheit gesperrt worden.

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    Tags:
    Shorttracker, Eiskunstlauf, Eishockey, Skilaufen, Biathlon, Teilnahme, Verbot, Olympia, Sportler, Doping, Sperre, Olympische Winterspiele 2018 in Pyeongchang, IOC, Viktor Ahn, Alexander Legkow, Anton Schipulin, Sergej Ustjugow, Südkorea, Pyeongchang, Sotschi, Russland