05:03 25 September 2018
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    Bauplattform der Gaspipeline Nord Stream im russischen Ostsee-Gebiet (Archivbild)

    Nord Stream 2 schlängelt sich Naturschutzpfade entlang

    © Sputnik / Mikhail Fomitschew
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    Trotz der Einwände von Umweltexperten wird der russische Abschnitt der Pipeline Nord Stream 2 durch das Naturschutzgebiet „Kurgalski“ verlegt, schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Donnerstag.

    Das entsprechende Projekt hat der Föderale Dienst für Naturnutzungskontrolle (Rosprirodnadsor) gebilligt. Ausgerechnet auf dieser Route besteht die Nord Stream 2 AG.

    Umweltaktivisten konnten also die Behörde nicht überreden, den Weg der künftigen Pipeline ändern zu lassen, obwohl Experten zuvor auf die „Unzulässigkeit“ der Nord-Stream-2-Verlegung durch den Naturschutzraum verwiesen hatten.

    Zuvor war das Projekt aber teilweise korrigiert worden, wobei es um die Technologie zur Pipelineverlegung ging. Der Nord Stream 2 AG zufolge wird sich das Rohr auf dem Boden innerhalb von „Trench-Boxen“ befinden, die in einen Graben gelegt werden, der nicht extra getrocknet werden muss. Dank den „Trench-Boxen“ kann die Breite des auszuholzenden Waldabschnitts im „Kurgalski“-Naturschutzpark um 50 Prozent verringert werden. 

    Die Nord Stream 2 AG veröffentlichte bereits ihre Pläne, das Bauprojekt gemeinsam mit den Behörden des Gebiets Leningrad zu korrigieren, um die negativen Folgen für die Umwelt zu minimieren. Unter anderem geht es dabei um Aufforstung, Erforschung von Umweltsystemen und die Einrichtung von „speziellen Naturschutzzonen“ innerhalb des Naturschutzgebiets. Auch könnte der Zugang von Menschen zu einzelnen Teilen des Naturschutzgebiets beschränkt werden.

     

    Ein Sprecher der Nord Stream 2 AG erläuterte, dass diese Maßnahmen auf Kosten des Unternehmens durchgeführt werden. Zu diesem Zweck soll ein spezieller Fonds gegründet werden, damit die Ausgaben maximal transparent seien. Der Vizegouverneur des Gebiets Leningrad, Sergej Perminow, sagte seinerseits:

    „Die Vereinigung der Ressourcen des staatlichen und privaten Sektors ist ein effizientes Instrument zur Festigung und Entwicklung des regionalen Systems von besonders bewachten Naturgebieten und zur Lösung von Umweltproblemen.“

    Die Expertin des Botanischen Instituts bei der Russischen Akademie der Wissenschaften, Jelena Glaskowa, warnte allerdings, dass der Pipelinebau zum Verlust von einmaligen Umweltsystemen des „Kurgalski“-Naturschutzparks führen würde. Davor hatte auch „Greenpeace Russia“ gewarnt.

    Bei der Nord Stream 2 AG behauptet man jedoch, es würden „weniger als 0,06 Prozent aller kritischen Verbreitungsgebiete im Naturschutzpark verlorengehen“.

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    Warnung, Zerstörung, Ökologie, Bau, Gaspipeline, Umweltschutz, Nord Stream 2, Greenpeace, Nord Stream AG, Gebiet Leningrad, Russland