05:57 26 November 2020
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    CIA-Chef Mike Pompeo hat beim Sender CBS auf die Frage eines Journalisten, wann Nordkorea bereit sein wird, einen Atomangriff gegen das Festland der USA zu versetzen, gesagt, dass dies innerhalb einiger Monate geschehen kann. Dies schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Donnerstag.

    Als der TV-Moderator Pompeo daran erinnerte, dass er dasselbe vor wenigen Monaten gesagt hatte, entgegnete Pompeo: „Richtig. Ich hoffe, dass ich dasselbe auch in einem Jahr sagen kann. Die US-Regierung arbeitet kontinuierlich daran, diese Fristen zu verschieben.“ Damit sagte Pompeo de facto, dass die US-Aufklärung über umfassende Informationen über den Verlauf der Entwicklung des Raketen- und Atomprogramms Nordkorea verfügt und an seiner Sabotage arbeitet.

    Die Krise um das nordkoreanische Raketen- und Atom-Programm erschütterte 2017 nicht nur die Pazifische Region, sondern die ganze Welt. Der Höhepunkt der Krise entfiel auf Dezember, nach dem Start einer neuen Modifikation der Hwasong-Rakete. AFP berichtete damals, dass Hwasong 15 wohl eine Entfernung von 13.000 Kilometern zurücklegen kann. Der russische Militärexperte Wladimir Dworkin äußerte allerdings Zweifel daran, dass diese Rakete das Festland der USA erreichen könnte. Nordkorea habe kein Testprogramm, bei dem eine Rakete in einen kampffähigen Zustand versetzt werden kann.

    Für die Schaffung einer ballistischen Interkontinentalrakete sei eine kompliziertere Struktur von Kooperation, als zur Produktion von Klein- bzw. Mittelstreckenraketen erforderlich. Nordkorea habe keine entwickelte Industrie und könne keine solche Struktur schaffen. Ohne Industriekapazitäten ginge das nicht. Für die Entwicklung von Trägerraketen, die mehr als 10.000 Kilometer weit fliegen können, seien feste, leichte hochtechnologische Stoffe und die Großproduktion von Kraftstoff vonnöten. Zudem sei es in der modernen Welt schwer, Informationen zu verheimlichen, besonders von Satellitenaufnahmen. Es gebe im freien Zugang keine Satellitenaufnahmen der nordkoreanischen Fabriken, in denen Raketentechnik produziert wird.

    Zudem bestünden Zweifel, dass nordkoreanische Raketen Gefechtsköpfe zu einem genau angegebenen Ziel bringen könnten. Es gebe auch keine glaubwürdigen Informationen über das Vorhandensein kleiner nuklearer Gefechtsköpfe, die sich für Trägerraketen eignen würden. Die Tatsache, dass Nordkorea Satelliten gestartet hat, bedeute nur, dass es über Gefechtsköpfe verfügt. Das Vorhandensein von Satelliten heiße, dass Nordkorea Technologien besitzt, mit denen ein Manövrier-System geschaffen werden kann. Doch im Unterschied zu Satelliten muss ein Gefechtskopf eine angegebene Stelle auf der Erdoberfläche erreichen und damit dichte Atmosphärenschichten überwinden. Es stellt sich auch die Frage, ob Nordkorea über Technologien zum Schutz der Gefechtsköpfe vor dem Einfluss sehr hoher Temperaturen verfügt.

    Dworkin zufolge verbleibt das gesamte Raketenprogramm Nordkoreas auf Experimentier-Ebene, die Zuverlässigkeit sei niedrig. Kim Jong-un könne natürlich den Knopf drücken, doch man sei nicht sicher, ob die Rakete überhaupt irgendwo landen wird. Inzwischen milderten westliche Medien die Rhetorik gegenüber Nordkorea etwas ab. Die US-Zeitung „Newsweek“ berichtete, dass Pjöngjang zwar über Möglichkeiten für einen Angriff gegen die USA verfügen könnte, doch das bedeute nicht, dass das innerhalb der nächsten Monate erfolgen werde. Viele Experten meinen, dass Kim Jong-un die Atomwaffe als Abschreckungsmittel braucht. Er versteht, dass der Einsatz von Atomwaffen gegen die USA zur vollständigen Vernichtung seines Landes führen würde.

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    Tags:
    Atomprogramm, Interview, AFP, CBS, CIA, Mike Pompeo, Nordkorea, USA