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    Russischer Verteidigungsminister Sergej Schoigu (l.) und der Oberste Befehlshaber der Streitkräfte Myanmars, General Min Aung Hlaing

    Schoigu überholt Mattis

    © Sputnik / Russlands Verteidigungsministerium/ Wadim Sawitskij
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    Nesawissimaja Gaseta
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    Der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu hat vom 20. bis zum 23. Januar drei südostasiatischen Ländern einen Besuch abgestattet – Myanmar, Laos und Vietnam, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Freitag.

    Im Rahmen des offiziellen Besuchs in Myanmar gab es Verhandlungen zwischen dem russischen Verteidigungsminister und dem Obersten Befehlshaber der Streitkräfte Myanmars, General Min Aung Hlaing. Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums wurden bei dem Treffen verschiedene Fragen besprochen, darunter die Bedrohung des Drohneneinsatzes durch Terroristen. In diesem Zusammenhang wurde betont, dass Russland bereit sei, mit Myanmar seine Erfahrungen bei der Bekämpfung von Langstreckendrohnen zu teilen, die von Extremisten in Syrien genutzt werden.

    „In Syrien ist ein neuer Typ der Terrorgefahr entstanden. Das sind sehr ernsthafte Bedrohungen. Und wir sind bereit, die Erfahrung beim Kampf gegen Drohnen, die mehr als 100 Kilometer weit fliegen können und nun von Terroristen genutzt werden, zu teilen“, sagte Schoigu.

    Das Problem der Bekämpfung von Terrorgefahren ist sehr aktuell für Myanmar. General Hlaing berichtete seinerseits, dass eine Delegation aus Myanmar an einer weiteren internationalen Sicherheitskonferenz in diesem Jahr in Moskau sowie an einigen Wettbewerben der Internationalen Armeespiele 2018 teilnehmen wird.

    Nach den Verhandlungen wurde ein Zwischenregierungsabkommen über ein vereinfachtes Verfahren beim Einlaufen von Marineschiffen in Häfen Russlands und Myanmars unterzeichnet. Zudem wurde bei dem Treffen eine Vereinbarung über den Ankauf von sechs Su-30-Flugzeugen seitens Myanmar erreicht.

    „Wir denken, dass die Su-30 der wichtigste Kampfjet der Luftstreitkräfte Myanmars zum Schutz der territorialen Integrität des Landes und zur Abwehr der Terrorgefahr sein wird“, sagte der stellvertretende russische Verteidigungsminister Alexander Fomin.

    Ihm zufolge ist Moskau bereit, jede bei Myanmar entstehenden Fragen bei der Umsetzung dieses Liefervertrags schnell auf Vertrags- und Freundschaftsbasis zu lösen.

    Auch die Besuche Schoigus in zwei weiteren Ländern der Region waren fruchtbar. Auffallend ist, dass der russische Verteidigungsminister mehrere Staaten Südostasiens früher als sein US-Kollege James Mattis besuchte, der mit einem ähnlichen Ziel in der Region eintraf. Moskau und Washington widmen heute der Zusammenarbeit mit den Ländern Südostasiens immer mehr Aufmerksamkeit. Die Konkurrenz beider Großmächte, die die USA in ihrer neuen Nationalen Verteidigungsstrategie als Fakt anerkannt haben, ist de facto zum Hauptproblem der Weltsicherheit geworden und gewinnt immer mehr an Schärfe.

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    Tags:
    Zusammenarbeit, Militärkooperation, Besuch, Minister, Su-30, Pentagon, Verteidigungsministerium Russlands, James Mattis, Sergej Schoigu, Myanmar, Südostasien, Russland