04:43 15 November 2018
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    historische Parade der russischen Armee, Kreml, Moskau (Archiv)

    Die Russen kommen! Britisches Militär setzt auf Panikmache

    © AP Photo / Alexander Zemlianichenko Jr
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    Iswestija
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    Der britische Generalstabschef Nick Carter hat vor kurzem erklärt, dass Russland demnächst gegen das Vereinigte Königreich militärisch vorgehen will, schreibt die Zeitung „Iswestija“ am Freitag.

    „Alles, was aktuell passiert, erinnert an das Jahr 1914. Ich glaube gar nicht, dass Russland einen traditionellen Krieg beginnen will, aber es gibt Faktoren, die wir berücksichtigen müssen, wenn wir über ihre Absichten sprechen. Wir müssten die Psychologie der Russen, ihre Kultur, Philosophie und Überzeugungen verstehen“, sagte der hochrangige Militär auf einer Pressekonferenz im Royal United Services Institute (RUSI).

    „Russland könnte gegen uns schneller vorgehen als wir erwarten – und noch viel früher, als wir selbst unter ähnlichen Bedingungen handeln würden. Ich denke nicht, dass alles mit einer Invasion ‚grüner Männchen‘ beginnen würde. Die Russen werden wahrscheinlich etwas einsetzen, womit wir gar nicht rechnen.“

    Carters Rede enthielt zahlreiche historische Parallelen, von denen manche aber aus dem Finger gesogen waren. So behauptete er beispielsweise, die russische Führung wollte 1912 möglichst schnell einen Krieg beginnen, um Deutschland keine Möglichkeit zu geben, bis 1925 viel zu stark zu werden. Diese Worte erläuterte Carter nicht – und das ist wohl auch kein Wunder, wenn man bedenkt, dass der Erste Weltkrieg nur zwei Jahre später begann, und zwar nicht auf Initiative Russlands.

    Das apokalyptische Szenario des britischen Generals ist wirklich beeindruckend – seine russischen Kollegen dürften sich sehr wundern, wenn sie das lesen. Eine so große Angst vor den Russen hat schon lange keiner mehr gezeigt.

    „Um rechtzeitig auf Gefahren zu reagieren, sollten wir mit dem Gegner mithalten“, verkündete der britische Generalstabschef. „Feindselige Staaten sind viel kreativer – wir können es uns nicht leisten, uns auszuruhen. Die Rivalität verschiedener Staaten nimmt immer neue, miteinander zusammenhängende Formen an, und wir müssen darauf gefasst sein. Die Gefahren, mit denen wir konfrontiert werden könnten, liegen nicht Tausende Meilen weg, sondern unmittelbar an Europas Schwelle. Der Cyberkrieg wird sowohl auf dem Schlachtfeld als auch im zivilen Leben geführt. Wir Briten sind nicht immun dagegen.“

    Besonders gefährlich findet Carter ausgerechnet den Cyberkrieg: Moskau bemüht sich nach seinen Worten um die Zerstörung der Einheit der Nato, indem es Keile zwischen einzelnen Mitgliedern der Allianz treibt. Hinzu kommen auch die russischen konventionellen Waffen, vor allem Raketen, deren Effizienz während des Syrien-Einsatzes der russischen Kräfte deutlich unter Beweis gestellt worden ist.

    Zu den Feinden des Vereinigten Königreichs zählte der Generalstabschef auch China, Nordkorea und den Iran.

    Dabei ist Carter nicht der einzige britische Militär, der von der großen Hinterlist der Russen redet. Erst vor einem Monat hatte der Hauptmarschall der britischen Luftwaffe, Stuart Peach, behauptet, russische U-Boote könnten Internetkabel auf dem Meeresgrund kappen, was katastrophale Folgen für die westliche Wirtschaft hätte.

    Diese furchterregenden Prognosen lassen sich aber ganz leicht erklären. Es geht natürlich nicht um Moskaus Absicht, Großbritannien anzugreifen, sondern um Geld. Die britischen Streitkräfte sind in den vergangenen Jahren mit den Mitteln, die für sie im Haushalt vorgesehen sind, unzufrieden – aber nicht weil sie weniger Geld bekommen, sondern weil die Ambitionen der Generäle enorm groß sind.

    Bereits vor geraumer Zeit wurde auf der Insel ein umfassendes Programm zum Bau von Super-Flugzeugträgern des Typs „Queen Elizabeth“ gestartet, die die veralteten leichten Flugzeugträger „Invincible“ ablösen sollen. Der Bau von zwei Schiffen dauert schon mehr als 13 Jahre und hat bislang enorm viel Geld gekostet. Dabei wird dieser „Spaß“ offenbar auch weiter sehr teuer bleiben, denn nach den Tests Ende 2017 wurde festgestellt, dass die „Queen Elizabeth“ zusätzlich vervollkommnet werden muss.

    Und 2016 kam ein Programm zur Modernisierung der britischen strategischen Atomstreitkräfte hinzu, in dessen Rahmen der Bau von U-Booten des Typs „Dreadnought“ vorgesehen ist, die mit US-amerikanischen ballistischen Raketen Trident bestückt werden sollen. Das erste U-Boot soll planmäßig 2028 in Betrieb genommen werden, und bis dahin werden die britischen Militärs offenbar weiterhin unter Geldmangel leiden müssen.

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    Tags:
    Vorbereitung, Rüstung, U-Boot, Cyberkrieg, Panik, Krieg, Initiative, Erster Weltkrieg, Nordkorea, China, Großbritannien, Russland