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16:49 19 Oktober 2019
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    Türkische Haubitze an der Grenze zwischen der Türkei und Syrien (Archiv)

    Kurdenfrage spaltet die Nato

    © REUTERS / Umit Bektas
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    Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan hat seine Absichten bestätigt, die Zone der Militäroperation in Nordsyrien bis zur irakischen Grenze auszuweiten, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Freitag.

    Washington und Ankara tauschen derzeit höfliche Warnungen aus. Es gab Berichte über den Tod von US-Soldaten bei türkischen Bombenangriffen bei Manbidsch. US-Präsident Donald Trump rief Ankara dazu auf, die Kampfhandlungen nicht in den Osten zu verlegen, um keine Zusammenstöße zwischen türkischen und US-Militärs zuzulassen.

    Medien aus dem Nahen Osten berichten, dass türkische Fliegerkräfte Bombenangriffe bei Manbidsch und Tel-Abyada aufgenommen haben. Der türkische Blogger Ali Özkök schrieb auf seiner Facebook-Seite, dass türkische Fliegerkräfte einige Objekte der kurdischen Selbstverteidigungskräfte (YPG) nahe der Ortschaften Manbidsch und Arima angegriffen haben. Das droht mit einem großen Konflikt mit den USA, weil die US-Soldaten dort zum Schutz der YPG-Einheiten vor türkischen Angriffen stationiert seien.

    Erdogan rief Trump an und forderte den Stopp der Unterstützung der kurdischen Aufständischen. „Wir können nicht zulassen, dass die PKK eine staatliche Struktur entlang unserer Grenze zu Syrien bildet“, sagte Erdogans Sprecher Ibrahim Kalin. Donald Trump antwortete Ankara telefonisch mit dem Aufruf, die Operation „Olivenzweig” nicht außerhalb Afrin auszudehnen, um keine Zusammenstöße zwischen türkischen und amerikanischen Militärs zu provozieren. Die Nato-Verbündeten – die Türkei und die USA – sind de facto schon in eine indirekte bewaffnete Konfrontation eingetreten.

    Washington und Ankara zeigen allerdings trotz der aus den Gebieten der Operation kommenden alarmierenden Berichte Zurückhaltung bei den Beziehungen. Nach Angaben von türkischen, kurdischen und arabischen Medien versetzten die Fliegerkräfte der Türkei Bombenangriffe gegen den Flugplatz Minnig in der syrischen Provinz Afrin, der vom Pentagon für Waffenlieferungen an kurdische Gruppierungen genutzt wird.

    Zudem wurde der Tod zweier US-Soldaten mitgeteilt. Kurdistans Medien berichteten, dass die YPG-Kämpfer es geschafft haben, ein türkisches Militärflugzeug zu treffen, das unbedeutend beschädigt wurde und zum Luftwaffenstützpunkt zurückkehren konnte.

    Das russische Außenministerium verwies zuvor darauf, dass die US-Strategie in Syrien so aussieht, als ob die Teilung des Landes angestrebt wird. Damaskus und Moskau gehen jetzt de facto im Sinne dieser Strategie vor. Nachdem Ankara die Zustimmung des Kremls für die Durchführung der Militäroperation gegen das Westliche Kurdistan bekommen hatte, kann Damaskus seine nördlichen Gebiete vergessen.

    Falls die Türkei den Widerstand der YPG bricht und diese Gebiete unter ihre Kontrolle nimmt, wird sie Damaskus nicht zur Steuerung der Pufferzone seiner Grenzsicherung zulassen. Der Sieg der Kurden würde für sie die Unabhängigkeit bedeuten, die Washington wohl unterstützen wird.

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    Tags:
    Strategie, Unterstützung, Streit, Offensive, Kurden, Donald Trump, Recep Tayyip Erdogan, Syrien, USA, Türkei