00:43 22 April 2019
SNA Radio
    Olympische Objekte in Pyeongchang

    Winterspiele in Südkorea: Ausländische Olympia-Gäste bleiben fern

    © REUTERS / Pawel Kopczynski
    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    Iswestija
    8863

    Das Organisationskomitee der bevorstehenden Winterspiele in Pyeongchang hat angekündigt, es würden die größten in der Geschichte werden, denn es würden 2925 Athleten aus 92 Ländern und Regionen der Welt teilnehmen.

    Zum ersten Mal werden beispielsweise Sportler aus Ecuador, Eritrea, Malaysia, Nigeria, Singapur und Kosovo zu den Winterspielen kommen.

    Allerdings gibt es Probleme mit dem Verkauf von Tickets zu den Wettbewerben, schreibt die Zeitung „Iswestija“ am Donnerstag. „Stand 29. Januar wurden 74,1 Prozent aller Tickets zu den Olympischen Winterspielen verkauft“, teilte ein Sprecher des Organisationskomitees mit. Insgesamt geht es um 791.000 von 1,1 Millionen Eintrittskarten.

    Ursprünglich ließ sich die relative Passivität ausländischer Fans vor allem auf die Befürchtungen zurückführen, dass Nordkorea während der Spiele einen neuen Atomtest durchführen könnte. Allerdings nahm Pjöngjang Anfang Januar zum ersten Mal seit zwei Jahren direkte Kontakte mit Seoul auf, und die Seiten einigten sich darauf, dass nordkoreanische Sportler an den Spielen teilnehmen und dass die Athleten aus den beiden koreanischen Staaten sogar unter einer Flagge an der Eröffnungszeremonie teilnehmen werden. Damit bekam die Weltgemeinschaft eine Art Garantie dafür, dass es während der Spiele keine Zwischenfälle geben wird.

    Aber die Erwartungen des Organisationskomitees, dass dies den Ticketverkauf anspornen würde, sind nicht in Erfüllung gegangen. Vor allem werden chinesische Touristen fehlen, und die Gründe dafür sind vor allem politisch. In Peking lässt man sich Seouls Absicht zur Aufstellung von US-amerikanischen Raketenabwehrsystemen THAAD auf seinem Territorium nicht gefallen, und noch Ende 2016 wurden touristische Gruppenreisen nach Südkorea verboten.

    Die Touristenzahl schrumpfte dadurch um fast 50 Prozent. Ende November wurde zwar das Verbot wegen der allmählichen Normalisierung der gegenseitigen Beziehungen aufgehoben, doch wie ein Sprecher der südkoreanischen Nationalen Organisation für Tourismus einräumte, „sehen wir nach der Aufhebung des Verbots keinen besonderen Enthusiasmus“ (unter chinesischen Touristen).

    Auch viele russische Fans werden nicht nach Südkorea reisen – wegen der jüngsten Dopingskandale um russische Athleten, von denen viele für die Spiele gesperrt wurden.

    „Was den Fanclub der russischen Nationalmannschaft angeht, so werden nur 15 Personen (nach Südkorea) reisen. Man muss verstehen: Das ist eine sehr kostspielige Reise. Aber wir sind sicher, dass unser Team nicht ganz ohne Unterstützung bleiben wird: Wir hoffen auf unsere Landsleute, die in Südkorea leben, sowie auf die Einwohner des russischen Fernen Ostens“, sagte der Präsident des Vereins „Russia Unites“, Eduard Latypow.

    Kennzeichnend ist in diesem Sinne die Situation um das „Russische Haus“ – den Ort, wo russische Fans traditionell ihre Athleten hochleben ließen. Die „Russischen Häuser“ gibt es seit 1994, aber Ende voriger Woche erklärte der Präsident des Olympischen Komitees Russlands, Alexander Schukow, dass es in Pyeongchang wegen des IOC-Verbots für alternative Auszeichnungszeremonien kein „Russisches Haus“ geben werde.

    Dabei ist die Passivität ausländischer Fans nicht nur für das Image der Spiele negativ, sondern auch „schmerzhaft“ für den südkoreanischen Haushalt: 2011 waren für die Vorbereitung der Spiele etwa acht Milliarden Dollar vorgesehen. Inzwischen werden die Ausgaben auf 12,4 Milliarden Dollar geschätzt. Der größte Teil dieser Mittel wurde für den Bau von Sportstätten und für die Entwicklung der Verkehrs- und Hotelinfrastruktur ausgegeben.

    Die Behörden in Seoul rechneten damit, dass dieser Aufwand teilweise auf Kosten der Touristen aus dem Ausland kompensiert werden könnte, doch diese Hoffnungen werden offenbar nicht in Erfüllung gehen.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Welches Olympia-Gold hat Russland in Pyeongchang schon verloren?
    Tags:
    Tickets, Mangel, Fans, Verkauf, Nachfrage, Luftabwehrsystem THAAD, Olympische Winterspiele 2018 in Pyeongchang, Olympisches Komitee Russlands (OKR), IOC, Alexander Schukow, Pyeongchang, Südkorea, Nordkorea, USA