07:01 20 April 2018
SNA Radio
    Übertragung von Donald Trumps Antrittsrede auf einem Bildschirm in Chicago (Archivbild)

    „Das ist schrecklich“: „Russische Hacker“ machen langjährige Arbeit der USA zunichte

    © AP Photo / Nam Y. Huh
    Zeitungen
    Zum Kurzlink
    Gazeta.ru
    0 1328

    Die Hackergruppierung „Fancy Bears“, der manche Nähe zum Kreml und Einmischung in die Präsidentschaftswahl 2016 in den USA vorwerfen, soll die Sicherheit der Vereinigten Staaten erneut gefährdet haben, schreibt die Online-Zeitung Gazeta.ru am Donnerstag.

    Die Nachrichtenagentur Associated Press will erfahren haben, dass „Fancy Bears“ sich illegal Zugang zu den E-Mail-Adressen von 87 Personen beschafft hätten, die an der Entwicklung von geheimen Waffentypen arbeiten.

    Vorerst ist unbekannt, welche Informationen die Hacker in ihre Hände bekommen haben, aber man kann jedenfalls behaupten, dass der Schutz des E-Mail-Wechsels der Mitarbeiter von US-Staatsbetrieben und von Beamten mangelhaft ist.

    Unter den Opfern der „russischen Hacker“ gibt es angeblich Mitarbeiter von Konzernen wie Lockheed Martin, Raytheon, Boeing, Airbus Group und General Atomics.

    Der frühere Mitarbeiter der Verwaltung des Direktors der Nationalen Nachrichtendienste der USA, Charles Sowell, bestätigte gegenüber AP, dass „Fancy Bears“ tatsächlich Mitarbeiter attackiert haben, die an der Entwicklung von neusten High-Tech-Programmen arbeiten. „Falls die Teilnehmer dieser Programme kompromittiert werden, würden unsere Konkurrenzvorteile im Verteidigungsbereich darunter leiden. Und das wäre wirklich schrecklich“, so Sowell.

    „Fancy Bears“ sollen zwischen März 2015 und Mai 2016 die E-Mails der erwähnten Mitarbeiter geknackt haben. Eines der Opfer erzählte, es hätte auf seinem Smartphone von Google eine Benachrichtigung über gewisse Gefahren erhalten und den Link daneben angeklickt, aber rechtzeitig begriffen, dass es sich um eine Hackerattacke handeln könnte.

    Der Experte für Drohnenentwicklung, Kevin Gambold, ebenfalls ein Opfer des Hackerangriffs, zeigte sich überzeugt, dass Russland dank der dadurch gewonnenen Informationen die Amerikaner bei der Waffenentwicklung aufholen könnte. „Das würde unsere langjährige Arbeit zunichtemachen“, betonte der Experte.

    Inzwischen behaupteten gleich drei Quellen, die mit den Ermittlungen verbunden sind, das FBI hätte mindestens schon vor einem Jahr von den Aktivitäten der „Fancy Bears“ gewusst, allerdings nichts dagegen getan.

    „Fancy Bears“ ist eine der bekanntesten Hackergruppierungen der Welt. Obwohl es dafür keine direkten Beweise gibt, gelten diese Hacker als „russisch“ oder „Kreml-treu“. Unter anderem wird ihnen vorgeworfen, ein Gmail-Account geknackt zu haben, das mit der Präsidentschaftswahlkampagne Hillary Clintons verbunden war, was die Wahlergebnisse beeinflusst haben könnte.

    Behauptet wird zudem, „Fancy Bears“ hätten im Frühjahr 2016 auch den Wahlstab von Emmanuel Macron während der Präsidentschaftswahl in Frankreich angegriffen. Diese Behauptungen wurden jedoch später dementiert.

    Zum Thema:

    Verlorene Korrespondenz von "FBI-Liebespaar": Trump gibt Samsung die Schuld
    Die Hand des FBI hinter „Russlands Einmischung in US-Wahl“
    FBI verliert SMS-Korrespondenz des von Russland-Ermittlungen abgestellten Agenten
    Trump nennt FBI und Hillary Clinton „russische Spione“
    Tags:
    E-Mails, Wahleinmischung, Hackerangriff, Hacker, AP, Fancy Bears, FBI, Donald Trump, USA, Russland